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Donald Duck als Olympiabotschafter

Der Kampf um die Fernsehrechte für den US-amerikanischen Markt geht in die entscheidende Phase. Am 6. und 7. Juni fällt die Entscheidung in Lausanne, welcher US-Konzern die Lizenzen für die Olympischen Spiele 2014 in Sotchi und 2016 in Rio erhält.

Von Heinz Peter Kreuzer | 27.05.2011

Mehr als zwei Milliarden US-Dollar erwartet das Internationale Olympische Komitee für die Übertragungsrechte von den Olympischen Spielen 2014 in Sotchi und 2016 in Rio de Janeiro. Im Rennen sind mit NBC, ESPN und Fox drei der großen US-Fernseh-Networks. Um die Chancen der Tochter ESPN zu erhöhen, zieht Disney jetzt alle Register. Der Entertainment-Konzern bewirbt sich für das TOP-Sponsoren-Programm des IOC und offeriert der olympischen Bewegung den ersehnten Zugang zur Jugend. Für Stefan Kürten, den für Sport zuständigen Direktor bei der Europäischen Rundfunk-Union, ein Déjà-vu:

"Ich weiß gar nicht, ob der alte Verkauf der amerikanischen Rechte nicht ähnlich war, als General Electric bestimmte Interessen auf den asiatischen Markt hatte. Ich denke, in Amerika gelten dann schon oder gänzlich andere Kriterien, als das bei uns der Fall ist."

In der Vergangenheit hatte die NBC-Mutter General Electrics bei der Vergabe der Fernsehrechte den gleichen Trick angewandt und war erfolgreich gewesen. Als weiteren Pluspunkt für ESPN werten manche Experten den Rücktritt von NBC-Sportvorstand Dick Ebersol, der als Mister Olympia galt. Ebersol konnte sich mit dem neuen NBC-Besitzer Comcast nicht über eine Vertragsverlängerung einigen. Dagegen hält der US-Olympiaexperte Ed Hula, Chefredakteur des Branchendienstes Around the Rings, trotz dieser Personalie NBC für den Favoriten.

"NBC hat die Erfahrung, das Personal und die Infrastruktur, um Olympische Spiele in Sotchi und Rio de Janeiro zu übertragen. Ich glaube, dass diese Erfahrung ihnen helfen wird, das beste Angebot abzugeben."

Dritter Bewerber ist der Murdoch-Sender Fox, dem Hula nur geringe Chancen gibt. Denn der bewerbe sich 2014 auch für den Super Bowl und zwei solche Großereignisse ließen sich nicht parallel stemmen.