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StartseiteInformationen am MorgenRekordwahlbeteiligung in den USA erwartet26.10.2020

Donald Trump oder Joe Biden?Rekordwahlbeteiligung in den USA erwartet

Das Duell zwischen Präsident Donald Trump und seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden könnte noch vor dem offiziellen Wahltag für einen neuen Rekord sorgen. Mehr als 56 Millionen Amerikaner haben bereits gewählt.

Von Marcus Pindur

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In New York stehen Wähler an, um an am Columbia University Russ Berrie Medical Science Pavilion ihre Stimme zur US-Präsidentschaftswahl abzugeben (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Claudio De La Rosa)
US-Präsidentschaftswahl 2020: "Early Voting" in New York (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Claudio De La Rosa)
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Präsident Trump gab wie Millionen seiner Landsleute seine Stimme vor dem eigentlichen Wahltag am 3. November ab - in Florida. Die USA steuern auf eine Rekordwahlbeteiligung zu.

US-Präsident Donald Trump von den republikanern und sein Herausforderer, der frühere US-Vize-Präsident Joe Biden während der ersten TV-Debate auf einem Smartphone-Bildschirm. Im Hintergrund eine Karte der USA. (imago images / ZUMA Wire / Pavlov Gonchar) (imago images / ZUMA Wire / Pavlov Gonchar)Darum stimmt Trump in Florida ab
Swing States spielen seit jeher eine große Rolle bei den US-Präsidentschaftswahlen: Sie sind Hauptaustrageorte der Wahlkämpfe und können Wahlen entscheiden. Aber was genau macht einen Staat zum Swing State? 

Mehr als 56 Millionen Amerikaner haben bereits gewählt. Der Leiter des Wahlprojektes der Universität von Florida, der Politikwissenschaftler Michael McDonald schätzt, dass dieses Jahr bis zu 150 Millionen US-Bürger wählen gehen. Das wäre eine Wahlbeteiligung von 62 Prozent - und damit die höchste seit 1908.

Dazu trägt nicht nur die Wählermobilisierung der Parteimaschinen bei, sondern auch die hohe politische Polarisierung des Wahlvolkes. Und das liegt besonders an einem Thema: "COVID, COVID, COVID."

Fünf Mitarbeiter des Vizepräsidenten Pence positiv getestet

Trump sagt, er könne es nicht mehr hören. Die Medien, von Trump stets als "Fake News" bezeichnet, hätten nur dieses eine Thema. Aber am 4. November, am Tag nach der Wahl, werde man davon nichts mehr hören.

Es gibt gute Gründe dafür, warum der Präsident ungern mit dem Thema konfrontiert wird, denn sein schlechtes Corona-Management ist offensichtlich. Zu lange hatte er die Gefährlichkeit des Virus geleugnet. Jetzt stellte sich heraus, dass mindestens fünf Mitarbeiter des Vizepräsidenten Pence sich angesteckt haben, unter anderem sein Bürochef. Pence ist der Leiter der sogenannten "Corona Task Force" des Weißen Hauses.

Kritisiert wird, dass Pence auf Wahlkampf-Großveranstaltungen spricht, anstatt sich in Quarantäne zu begeben, um andere nicht zu gefährden. Der Stabschef des Weißen Hauses erklärte jedoch, die Arbeitskraft des Vizepräsidenten sei unabdingbar, egal was die Corona-Richtlinien besagten.

Das Bild zeigt die amerikanische Flagge, Dossier zur US-Wahl 2020  (picture alliance / Wolfram Steinberg) (picture alliance / Wolfram Steinberg)

Biden übt Kritik an Trumps Umgang mit der Pandemie

Der demokratische Herausforderer Joe Biden wird nicht müde, das Corona-Management der Trump-Administration zu attackieren. Der Präsident und der Vizepräsident zeigten durch ihren persönlichen Umgang mit der Pandemie, dass es ihnen an Verantwortungsbewußtsein und Mitgefühl fehle. Über 225.000 Amerikaner seien der Pandemie bereits zum Opfer gefallen.

"Experten schätzen, dass weitere 200.000 sterben könnten, wenn wir nicht ernsthaft etwas unternehmen. Trump weiß nicht, was er tut. Alles, was ihn kümmert, sind die Aktienkurse. Er weigert sich, die Wissenschaft zur Kenntnis zu nehmen. Es wird geschätzt, dass es bei einer flächendeckenden Maskenpflicht 100.000 Tote weniger geben könnte."

Trump steht in Umfragen nicht gut da

Biden verknüpft stets seine ökonomische Botschaft mit der Kritik am Umgang Trumps mit der Pandemie. Während es große Steuergeschenke an Superreiche gegeben habe, müssten normale Arbeitnehmer um ihre Arbeitsplätze fürchten.

Trump weiß, dass er in den Umfragen derzeit nicht gut dasteht. Das Wochenende verbrachte er mit einem sogenannten "campaign blitz", mit Großveranstaltungen in North Carolina, Ohio und Wisconsin. Diese Bundesstaaten muss er gewinnen, um eine Chance auf Wiederwahl zu haben. Zum Wochenbeginn sind mehrere Wahlkampfreden Trumps in weiteren Staaten des Mittleren Westens geplant, die Trump mit sehr knapper Mehrheit und damals wahlentscheidend 2016 gewonnen hatte.

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