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StartseiteSport AktuellGefährliche Spritzen 03.07.2019

Doping im FußballGefährliche Spritzen

Spritzen, Kanülen, Medikamente: Drei Fußball-Profis aus Zypern behaupten, Spritzen und Infusionen hätten bei ihnen massive Herzprobleme ausgelöst. Einer von ihnen hatte nur noch eine Herzleistung von 27 Prozent - Karriereende. Wurden sie etwa gedopt?

Von Sebastian Krause

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Ein Dopingkontrolleur der NADA (Nationale Anti Doping Agentur) bestellt einen Spieler zur Dopingprobe. (imago sportfotodienst)
Doping im Fußball ist nach wie vor ein Tabuthema. (imago sportfotodienst)
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Panagiotis Frangeskou war jahrelang Profi in der ersten Liga in Zypern. Jetzt steht er auf dem Trainingsplatz seines Ex-Clubs in Larnaca. Er trägt blaue Jeans, schwarzes Hemd – kein Fußballtrikot, keine Fußballschuhe, er wird nie wieder spielen können.

"Ich glaube meine Karriere wurde tatsächlich durch die Spritzen beendet, die ich da hinten bekommen habe."

Panagiotis Frangeskou zeigt auf die Umkleidekabinen hinter sich. Und nimmt uns mit.

"Kommt rein. Der Tisch war hier und wir sind so dagesessen, die Arme so und dann gab er uns die Spritzen rein und hat die Kanülen in den Abfall geworfen. Immer drei Tage vor dem Spiel bekamen wir die Spritzen, alle zwei bis drei Wochen."

Im Sommer 2018 dann die bittere Diagnose: nur noch 27 Prozent Herzleistung – Karriereende. Als zwei weitere Spieler auch Herzprobleme bekommen, sieht er einen Zusammenhang. Sie gehen zur Polizei. Zeigen den Biochemiker an, der ihnen die Spritzen verabreicht haben soll. Unterstützung bekommen sie von der internationalen Spielergewerkschaft FIFPro.

"Wir haben uns damit befasst, wir haben mit Experten geredet. Mit haben mit der UEFA, dem Verband, der Anti-Doping-Organisation vor Ort Kontakt aufgenommen. Weil für uns da schon eine große Sorge bestand", sagt der FIFPro-Generalsekretär für Europa, Jonas Baer-Hoffmann.

Die Spielergewerkschaft gibt eine Warnung heraus. Denn der Biochemiker soll Spieler von mindestens vier Erstligisten in Zypern behandelt haben. Die Rede ist von mehreren Dutzend Profis.

"Es gab sehr viele Spieler, die einfach erstmal besorgt waren und die davon erzählt haben, ja mir ist das gleiche passiert, ja ich habe auch irgendwelche Substanzen verabreicht bekommen, wusste nicht was das war, kam mir komisch vor, aber ich habe in dem Moment gerade als Ausländer, vielleicht nicht in der Position gefühlt, mich wirklich dagegen wehren zu können."

Schweigen auf allen Ebenen

Die FIFPro wirft den Behörden vor, den Fall nicht aufgeklärt zu haben. Von Polizei und Fußballverband in Zypern heißt es auf Anfrage, man habe nichts Illegales finden können. Der Biochemiker schweigt zu den Vorwürfen, genauso wie die betroffenen Vereine. Und der europäische Fußballverband UEFA verweist auf angeblich noch laufende Untersuchungen.

Jonas Baer-Hoffmann fordert Konsequenzen: "Wir brauchen ganz klar, international eine größere Harmonisierung, was die Gesundheitsstandards für die Sportler angeht." 

Auch in Deutschland sind Fußball-Profis der Gefahr fragwürdiger Behandlungsangebote ausgesetzt. Es gilt das Grundrecht der freien Arztwahl. Deshalb warnt die deutsche Spielergewerkschaft VDV mit Geschäftsführer Ulf Baranowsky vor Dopinggefahren und fordert eine bessere Präventionsarbeit:

"Denn in der Vergangenheit ist es leider schon zu Verstößen gegen die Bestimmungen gekommen, weil Mediziner beispielsweise aus Unwissenheit nicht zugelassene Medikamente verbreicht haben oder auch verbotene Behandlungen durchgeführt haben."

Das Institut des umstrittenen Biochemikers auf Zypern arbeitet weiter, auf seiner Homepage wirbt er mit Kontakten in den internationalen Spitzensport.

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