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StartseiteSport am Wochenende"Sobald es ans Blut geht, wird es fragwürdig"04.05.2019

Dopingtests direkt vor Wettkämpfen"Sobald es ans Blut geht, wird es fragwürdig"

Die Anti-Doping-Agentur (NADA) will Athleten in Zukunft auch unmittelbar vor Wettkämpfen auf Doping testen. Der Schwimmer Marco Koch hält strengere Kontrollen für sinnvoll - eine Blutabnahme unmittelbar vor dem Wettbewerb sieht er aber kritisch: Dies könne zu Einschränkungen führen, sagte Koch im Dlf.

Marco Koch im Gespräch mit Marina Schweizer

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Ein Dopingkontrolleur der NADA (Nationale Anti Doping Agentur) bestellt einen Spieler zur Dopingprobe. (imago sportfotodienst)
Doping-Tests direkt vor dem Wettkampf: Verhältnismäßig oder ein Tabubruch? (imago sportfotodienst)

Bisher galt es als unverhältnismäßig und nicht zumutbar, direkt vor Wettbewerben Urinproben von den Athleten zu verlangen oder ihnen Blut abzunehmen. Die NADA teilte diese Woche jedoch mit, im Radsport sei das bereits geschehen und solle nun als Konsequenz aus dem jüngsten Erfurter Doping-Skandal auf andere Sportarten ausgeweitet werden. 

Schwimmer Marco Koch, Porträt, lächelnd (dpa/picture alliance/Jens Büttner)Schwimmer Marco Koch (dpa/picture alliance/Jens Büttner)"Eine kleine Urinprobe wäre für mich kein Problem", sagte Schwimmweltmeister Marco Koch im Deutschlandfunk. "Aber sobald es ans Blut geht, wird es fragwürdig". Er habe nach einer Blutabnahme schon länger seinen Arm nicht bewegen können, weil die Ärztin schlecht gestochen hätte. Wenn das direkt vor einem Wettbewerb passiert wäre, hätte es ihn stark eingeschränkt.

Im Schwimmsport werde bisher direkt nach dem Lauf kontrolliert - er verstehe nicht, warum man das ändern solle, sagte Koch. Schließlich sei man die ganze Zeit überwacht. "Wann soll man in den 20 Minuten manipulieren?"

Grundsätzlich sei er für strengere Kontrollen. "Wir sind alle für einen sauberen Sport", so Koch. Aber kurz vor dem Start Verletzungen oder Einschränkungen zu riskieren, sei schwer zu rechtfertigen. 

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.
 
 

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