Mittwoch, 08. Dezember 2021

DOSB-Präsidentschaft Kempe: Aufarbeitung zwingend nötig

Im Rennen um das Amt des DOSB-Präsidenten hat Kandidat Stephan Mayer überraschend früh seine Kandidatur zurückgezogen. Grund sind wohl die neuerlichen Turbulenzen beim Dachverband. Eine Aufarbeitung der Vorkommnisse sei zwingend nötig, denn sonst sei ein Neuanfang im DOSB kaum möglich, sagte Sportpolitik-Experte Robert Kempe im Dlf.

Robert Kempe im Gespräch mit Raphael Späth | 14.11.2021

Stephan Mayer (CSU) sitzt vor seiner Rede bei einer Konferenz der Mitgliedsverbände des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) im Saal. Mayer hat seine Kandidatur für das Amt des DOSB-Präsidenten zurückgezogen.
Stephan Mayer (CSU) sitzt vor seiner Rede bei einer Konferenz der Mitgliedsverbände des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) im Saal. Mayer hat seine Kandidatur für das Amt des DOSB-Präsidenten zurückgezogen. (dpa / picture alliance/ Marius Becker)
Schon zum Auftakt des Wahlkampfs hat der erste der drei Anwärter für die Nachfolge von DOSB-Chef Alfons Hörmann seine Kandidatur aufgegeben. Inmitten neuer Vorwürfe gegen die scheidenden Bosse des Dachverbands erklärte CSU-Politiker Stephan Mayer seinen überraschenden Verzicht am Sonntag in Düsseldorf bei einer Konferenz der Mitgliedsverbände des Deutschen Olympischen Sportbunds.

Mayer begründete seine Absage damit, dass er die Gräben im Deutschen Olympischen Sportbund nicht weiter vergrößern wollte, sagte Robert Kempe im Dlf. Außerdem scheint die Causa rund um den Brief von Ex-Vorstandsmitglied Karin Fehres seine Entscheidung beeinflusst zu haben.

Aufarbeitung und Neuanfang

In der Düsseldorfer Messe sollte Mayer eigentlich wie seine Mitbewerber Claudia Bokel und Thomas Weikert den Teilorganisationen seine Pläne für einen Neuanfang beim tief zerrissenen DOSB erläutern. Am Ende seiner Rede gab er dann aber unerwartet seinen Verzicht bekannt. Die jüngsten Erschütterungen um seinen CSU-Parteifreund Hörmann und Vorstandschefin Veronika Rücker sorgten dabei aber wohl für ein Umdenken von Mayer. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass man den CSU-Politiker und derzeit noch Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium, in Zukunft noch an anderer Stelle im Deutschen Sport sehen werde, sagte Kempe.
Am 4. Dezember in Weimar soll der neue DOSB-Präsident gewählt werden, doch es ist unklar, ob aufgrund der neuerlichen Erschütterungen rund um die Führungsspitze Hörmann nicht zum sofortigen Rücktritt gedrängt werden könnte. "Die Frage ist, inwieweit Vorstand und Präsidium auf der Mitgliedsversammlung durch die Mitglieder überhaupt entlastet werden", sagte Kempe. Eine Aufarbeitung der Vorkommnisse sei zwingend nötig, denn sonst werde ein Neuanfang kaum möglich.