Sonntag, 15.12.2019
 
StartseiteSport AktuellEuropaspiele in Minsk - wie Politik den Sport missbraucht20.06.2019

DossierEuropaspiele in Minsk - wie Politik den Sport missbraucht

Die Europaspiele finden ab dem 21. Juni zum zweiten Mal statt, diesmal in Weißrusslands Hauptstadt Minsk. Wie bei der ersten Auflage 2015 in Baku gibt es Kritik am Gastgeber. Weißrussland wird von Präsident Lukaschenko autokratisch geführt, die Meinungsfreiheit wird unterdrückt und die Todesstrafe vollstreckt. Hintergründe, Analysen und Interviews zum "europäischen Olympia".

Eine Medaille für die Europaspiele in Minsk 2019 (Imago)
Eine Medaille für die Europaspiele in Minsk 2019 (Imago)

Die Europaspiele in Minsk

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko (Imago)Weißrusslands Präsident Lukaschenko (Imago)Die Spiele als politische Imagepolitur
Sind sie die Europaspiele die große Chance zur Imagepflege für Weißrussland? Präsident Lukaschenko hat hohe Erwartungen. Menschenrechtler hingegen warnen vor noch mehr Repression in dem autoritär geführten Land.

Näherinnen stellen im weißrussischen Kletsk Stofftiere vom Babyfuchs "Lesik" her, dem Maskottchen der Europaspiele in Minsk.  (www.imago-images.de)Plüschfiguren von Maskottchen "Lesik" (www.imago-images.de)Weißrussland macht Werbung in Berlin
Nach Aserbaidschan 2015 finden die Europaspiele auch 2019 in einem autoritär regierten Land statt - Weißrussland. Derzeit touren Veranstalter und Unterstützer durch Europa, um die Spiele vorzustellen, so auch in Berlin. Und die deutsche Wirtschaft frohlockt bereits.

GRODNO REGION, BELARUS - MAY 21, 2019: A person dressed as Lesik the Baby Fox, the official mascot, outside the Mir Castle hosting a ceremony to unveil the medals ahead of the 2019 Europaspiele scheduled to start in Minsk on June 21. Natalia Fedosenko/TASS PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS0AC171   (Imago)Lesik, das offizielle Maskottchen der Europaspiele, in der Region Grodno, Belarus (Imago)Zwischen den Stühlen
In einer Woche beginnen die Europaspiele in Weißrussland. Nach Baku 2015 zum zweiten Mal in einem autoritär regierten Land. Die Veranstalter versuchen bei einer Werbetour durch Europa ein positives Bild von Belarus zu vermitteln. Obgleich eng mit Russland verbunden, ist man um Annäherung an den Westen bemüht.

Interviews

ITTF-Präsident Thomas Weikert (imago)ITTF-Präsident Thomas Weikert (imago) Tischtennis-Chef Weikert: "Wir haben nichts von den European Games"
Der Präsident des Tischtennis-Weltverbands (ITTF), Thomas Weikert, ist unglücklich über die European Games in Weißrussland. Terminlich bringe es das Tischtennis in Schwierigkeiten. Zudem habe seine Sportart von der Veranstaltung wenig.

Der Sportschütze Christian Reitz (Imago)Der Sportschütze Christian Reitz (Imago)Sportschütze Reitz: Gegen eine Vermischung von Sport und Politik
Der Sportschütze Christian Reitz hält die Veranstaltung für eine "willkommene Generalprobe für Olympia". Die politische Situation im Gastgeberland versucht er nicht an sich herankommen zulassen.

Deutsches Team für Baku 2015 (imago sportfotodienst)Deutsches Team für Baku 2015 (imago sportfotodienst) DOSB-Delegationsleiterin Schmitz: "Es gab keine Alternative"
Etwa 150 Deutsche Sportler reisen zu den Europaspielen. Denn in Weißrussland geht es auch um die Qualifikation und wichtige Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Tokio 2020. "Wir fahren dorthin, weil es keine Alternative gab", sagte die Vize-Präsidentin des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), Uschi Schmitz.

Gesine Dornblüth, ehemalige Deutschlandradio-Korrespondentin in Moskau (Deutschlandradio / Bettina Fürst-Fastré )Gesine Dornblüth (Deutschlandradio / Bettina Fürst-Fastré )Gesine Dornblüth: "Es gibt kaum noch freie Presse"
Gesine Dornblüth hat für das Deutschlandradio über Weißrussland berichtet. Es ist schwer, für Journalisten in dem Land objektiv zu berichten. Elf Reporter wurden vergangenes Jahr in Weißrussland verhaftet. Auch Dornblüth wurde nach einer Recherche dort die Arbeitserlaubnis verweigert.

Britta Katharina Dassler, Mitglied der FDP-Bundestagsfraktion in der 19. Legislaturperiode, aufgenommen am 20.10.2017 im Bundestag in Berlin. Foto: Kay Nietfeld/dpa | Verwendung weltweit (dpa)Britta Katharina Dassler (dpa) FDP-Politikerin Dassler: "Sport kann politische Points setzen"
Die Sport- und Menschenrechtspolitikerin Britta Dassler von der FDP hat der Bundesregierung eine kleine Anfrage zu den European Games in Weißrussland geschickt. Sie wartet noch immer auf eine Antwort und hält das für einen "Skandal".


Die Ersten Europaspiele 2015

Logo für die European Games 2015 in Baku (afp / Tobias Schwarz)Logo für die European Games 2015 in Baku (afp / Tobias Schwarz)Europaspiele 2015 in Aserbaidschan - PR für einen Autokraten
Die Europaspiele sollen für Weißrussland, das erhofft sich Präsident Lukaschenko, eine Bühne sein, um positive Schlagzeilen zu schreiben. Das war auch schon vor vier Jahren so, bei der Premiere. Damals waren es ähnliche Voraussetzungen: in Aserbaidschans Hauptstadt Baku. 

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk