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Dramatische KursverlusteTürkische Lira stürzt ab

Das Bild zeigt Hände mit Banknoten der türkischen Landeswährung Lira an einem Geldautomaten. Im Hintergrund sind rot-leuchtende Wechselkurse zu sehen. (AFP / Yasin Akgul)
Banknoten der türkischen Landeswährung Lira (AFP / Yasin Akgul)

Die türkische Lira hat angesichts von neuen US-Sanktionen gegen die Türkei und Zweifeln an der Handlungswilligkeit der Regierung in Ankara zwischenzeitlich 19 Prozent an Wert verloren. Im diplomatischen Konflikt mit der Türkei hatte US-Präsident Trump heute eine Verdopplung der Strafzölle auf türkische Stahl- und Aluminiumimporte angeordnet. Derweil rief Präsident Erdogan seine Landsleute auf, Devisen und Gold in die Landeswährung zu tauschen, um den Lira-Kurs zu stützen.

Für Aluminium-Einfuhren würden nun 20 Prozent Zoll fällig, für Stahlimporte 50 Prozent, erklärte Trump auf Twitter. Er verwies ausdrücklich auf die Währungskrise in der Türkei: Die Lira rutsche schnell gegenüber dem Dollar ab. Er fügte hinzu: "Unsere Beziehungen zur Türkei sind derzeit nicht gut!"

Bereits zuvor hatte Erdogan seine Landsleute dazu aufgerufen, Euro, US-Dollar und Gold in die Landeswährung zu tauschen. Es handele sich um eine nationale Anstrengung, um das Land gegen wirtschaftliche Angriffe zu verteidigen. Zu den Kursverlusten der Lira hatte auch die wachsende Einflussnahme von Präsident Erdogan auf die Zentralbank beigetragen. Der türkische Finanzminister Albayrak sicherte der Notenbank heute die volle Unabhängigkeit zu und stellte ein Maßnahmenpaket für die angeschlagene Wirtschaft vor.

Im Streit mit den USA geht es unter anderem um die geforderte Freilassung des in der Türkei festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson und weiterer amerikanischer Staatsbürger. Die Ermittler werfen Brunson Verbindungen zum Prediger Fethullah Gülen vor, der nach Darstellung der Regierung hinter dem Putschversuch vor zwei Jahren steht. Brunson weist die Vorwürfe zurück.