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StartseiteVerbrauchertippGut, aber nicht alle kompatibel04.05.2020

E-Book-ReaderGut, aber nicht alle kompatibel

Einfach losgehen und sich einen E-Book-Reader kaufen - zu empfehlen ist das nicht. Denn bei den tragbaren digitalen Lesegeräten bestimmen zwei Systeme den Markt, und die sind leider nicht miteinander kompatibel. Stiftung Warentest spricht sogar von zwei Welten auf dem digitalen Büchermarkt.

Von Dieter Nürnberger

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Eine Frauenhand hält einen E-Book-Reader. (EyeEm / Andrius Aleksandravicius)
Einige E-Book-Reader bieten eine Hörbuch- oder auch Übersetzungsfunktion an (EyeEm / Andrius Aleksandravicius)
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Ein digitales Buch lässt sich auf einem E-Book-Reader lesen, das ist sozusagen die Luxus-Variante. Doch bieten einige Lesegeräte-Hersteller auch entsprechende Apps für Smartphone oder Tablet an. Sogar kostenlos. Allerdings ist auf diese Art und Weise das Lesevergnügen etwas eingeschränkt, sagt Sandra Schwarz von der Stiftung Warentest. Das Problem sei die Bildqualität.

"Wenn Sie nach draußen gehen und beispielsweise im Park oder im Garten lesen wollen, und die Sonne scheint so richtig schön, dann wissen Sie - wenn Sie auf das Smartphone oder das Tablett gucken - da sieht man nicht mehr viel. Soll heißen, der Text lässt sich kaum noch erkennen. Das ist ein Riesennachteil. Das passiert Ihnen mit einem E-Book-Reader nicht. Ansonsten gibt es auch viele Unterwegs-Leser - da sind Tablets natürlich sehr viel schwerer, als die leichten E-Book-Reader. Das kann ebenfalls ein Nachteil sein. Aber auch auf den Apps liest es sich ganz gut. Wenn Sie also nur Gelegenheitsleser sind, dann lassen sich die Apps auch empfehlen."

Zwei Systeme stehen zur Verfügung

Die Lese-Apps kamen über eine befriedigende Gesamtbewertung nicht hinaus. Die untersuchten E-Book-Reader hingegen schnitten allesamt mit "gut" ab. Allerdings stehen beim Kauf der digitalen Lesegeräte zwei Systeme zur Auswahl und Nutzer sollten sich darüber besser vorab informieren, so die Warentest-Expertin. Es geht um unterschiedliche Dateiformate und um den Kopierschutz.

"Sie haben zum einen die Welt von Amazon. Die haben den Kindle-Reader. Der ist sehr komfortabel und Sie lesen in dieser Welt ganz toll. Aber Sie sollten wissen, dass Sie Ihre Bücher fast ausschließlich bei Amazon kaufen können. Und dass Sie auch nicht in öffentlichen Bibliotheken leihen können. Und: Beim Amazon können Sie kopiergeschützte Titel nicht einfach weitergeben. Konkret: Einem Freund einfach etwas leihen, da wird es mau."

Für die die andere digitale Lesewelt stehen Hersteller wie Tolino, Pocketbook oder Kobo. Ein durchaus offenes System. Nutzer können ihre Bücher beim Buchhändler der Wahl kaufen und herunterladen, sie lassen sich auf diverse Geräte kopieren und auch weiterverleihen.

Kosten liegen bei zwischen 90 und 300 Euro

Beide Lesewelten liefern indes ein großes und vergleichbares Repertoire, inklusive der oft nachgefragten aktuellen Buchtitel. Die E-Book-Reader in dieser Untersuchung kosten zwischen 90 und 300 Euro.

Meist eine Frage der Ausstattung: "Zum Beispiel Umblätter-Tasten. Da haben Sie dann eine richtige, haptische Taste, um die Seiten umzublättern. Sie müssen dafür nicht auf dem Display tippen. Sie haben zusätzliche Funktionen wie Wasserschutz. Da können Sie also an den Pool gehen oder auch in der Badewanne lesen. Oder beispielsweise bekommen Sie auch einen Linkshänder-Modus. Mit dem Sie ebenfalls einfacher blättern können."

E-Book günstiger als Buch

Einige E-Book-Reader bieten zudem eine Hörbuch- oder auch Übersetzungsfunktion an. Insgesamt sind die Lesegeräte technisch nahezu ausgereift, sagt Warentesterin Sandra Schwarz:

"Unser Testsieger ist der Tolino Epos 2, das ist allerdings gleichzeitig auch das teuerste Gerät in der Untersuchung. Hat ein sehr großes Display, zudem viele Extras. Hat allerdings auch ein Manko - nämlich nicht allzu viele Lesestunden pro Akkuleistung. Immerhin 18, aber andere können bis zu 80 Lesestunden. Für die Hälfte - 150 Euro - bekommen Sie auch gute Geräte von beispielsweise Pocketbook oder Amazon Kindle."

Ein E-Book ist meist rund 20 Prozent günstiger als das gedruckte Buch. Zudem bieten öffentliche Bibliotheken gegen eine Jahresgebühr von rund zehn Euro ebenfalls ein breites Repertoire an. Allerdings nicht für die Kindle-Reader von Amazon.

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