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StartseiteVerbrauchertippViele Anbieter, schwankende Preise24.05.2018

E-Ladestationen im TestViele Anbieter, schwankende Preise

Vor allem in großen Städten gibt es immer mehr Strom-Tankstellen, an denen Elektroautos geladen werden können. Der ADAC hat sie auf Benutzerfreundlichkeit, Funktion und Preise getestet. Von insgesamt 53 Stromtankstellen gab es nur einmal die Wertung „sehr gut“.

Von Susanne Lettenbauer

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Eine Stromtankstelle steht am 24.03.2017 in Stuttgart (Baden-Württemberg) an einem Parkplatz an einer vielbefahrenen Straße. (picture-alliance / dpa / Lino Mirgeler)
Die Preise an Stromtankstellen können stark variieren (picture-alliance / dpa / Lino Mirgeler)
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Wenn Werner Hillebrand-Hansen mit seinem Elektroauto in München Strom tanken will, dann schaut er zuerst auf sein Smartphone. Eine App navigiert ihn zum nächsten Ladepunkt, zeigt an, ob die Ladesäule belegt ist, ob Schnellladen angeboten wird und wie er bezahlen kann. Ohne Handy geht fast gar nichts mehr an Deutschlands Strom-Tanksäulen. Die Auswahl an Apps dafür ist riesig – allerdings sind manche davon nicht wirklich zu gebrauchen:

"Also da sollte man schon schauen, dass man eine mit einer guten Qualität und am besten auch bei seinem Anbieter schauen und sich umsehen. Ich kann die von moovility empfehlen, weil sie sehr viele Ladesäulen sehr aktuell abbildet. Und auf der anderen Seite auch zeigt, ob die Ladesäule gerade frei ist oder belegt ist. Was eben auch eine wichtige Zusatzinformation ist."

Zahl der Ladesäulen verbessert

Hillebrand-Hansen ist als Organisator von E-Auto-Veranstaltungen viel in Deutschland unterwegs. Die Zahl der Ladesäulen habe sich enorm verbessert, vor allem in den Großstädten, lobt der E-Autobesitzer. Rund 260 Elektroladestellen gibt es mittlerweile allein in München. Supermärkte, Parkhäuser, Baumärkte bieten Lademöglichkeiten an. Probleme gibt es aber gelegentlich bei der Bezahlung. Zur Sicherheit empfiehlt er, immer mehrere Tankkarten von verschiedenen Anbietern im Portemonnaie mitzunehmen:

"Also hier habe ich eine Karte, die haben einen festen Preis, da weiß ich, was es kostet, also der Preis ist fünf Cent pro Minute, da muss ich eben schauen ob es lädt, die heißt 'Einfach Strom laden'. Die Einschränkung hier ist, dass sie nicht so eine weite Verbreitung hat. "

Viele Anbieter, undurchsichtige Preisstrukturen, keine einheitlichen Tarife – zu diesem Ergebnis kommt auch der ADAC in seiner neuesten Studie zu Stromtankstellen, so Johannes Boos vom ADAC. Bei insgesamt 53 getesteten Stromtankstellen gab nur einmal die Wertung "sehr gut", 29 mal immerhin "gut", 17 mal "ausreichend". Und sechs Ladesäulen waren sehr mangelhaft:

"Die Infrastruktur ist sehr komplex, die ist unübersichtlich. Da gibt es am Markt eine Vielzahl von Anbietern und Bezahlmodellen, das heißt, als E-Autofahrer muss ich mich da wirklich reinfuchsen in diesen Flickenteppich, muss Geschäftsmodelle und Kosten vergleichen."

Kein Überblick über die Kosten

Von den 53 deutschlandweit getesteten Ladesäulen hätten zwar die meisten funktioniert, aber der Kunde habe überhaupt keinen Überblick über die angefallenen Kosten, kritisieren die Tester. Die Displays zeigen nur, ob man eingecheckt wurde, mehr nicht. Dabei gibt es Preisunterschiede von Gratisangeboten bis hin zu 60 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Eine Kilowattstunde kostet beim Laden zu Hause ca. 25 Cent pro Kilowattstunde:

"Es gab zehn Stationen, da hatte der Kunde überhaupt keinen Überblick über die Kosten die anfallen, da ist es nicht so wie bei der Tankstellen, wo sie ranfahren und sehen, Diesel oder Super kostet einen Euro so und soviel, sondern sie wissen noch nicht einmal nach dem Laden, wie viel das Laden gekostet hat und mussten auf die Rechnung warten, die postalisch nach Hause kommt. Das muss aus unserer Sicht anders werden."

Tatsächlich gibt es auch Ladesäulen, bei denen man ohne Vertrag mit einem Anbieter sein Auto aufladen kann. Die sollten Verbraucher aber wenn überhaupt nur im Notfall benutzen, dann das waren die die teuersten Varianten im Test.

Auf eines sollte man auf jeden Fall achten: Grundsätzlich gehört in jedes Elektroauto ein eigenes Ladekabel. Auch wenn es mittlerweile Stromtankstellen mit integriertem Kabel gibt - das ist durchaus nicht immer der Fall.

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