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StartseiteInformationen am MittagMehr als nur eine Bestandsaufnahme03.03.2015

Ebola-KonferenzMehr als nur eine Bestandsaufnahme

Wie weit ist der Kampf gegen Ebola? Um diese Frage geht es heute bei einer internationalen Konferenz in Brüssel. Anwesend sind unter anderem Politiker aus Guinea und Sierra Leone sowie Vertreter der Vereinten Nationen.

Von Thomas Otto

(picture alliance / dpa / Benoit Doppagne)
Ziele der Ebola-Konferenz sind eine Bestandsaufnahme und eine Abstimmung des weiteren Vorgehens in den besonders betroffenen afrikanischen Ländern. (picture alliance / dpa / Benoit Doppagne)
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Fast 10.000 Menschen sind an der Ebola-Epidemie in Westafrika bisher gestorben. Vor rund einem Jahr brach die tödliche Krankheit aus. Bei der Eröffnung der heute Brüssel stattfindenden Ebola-Konferenz zog Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf ein Zwischenfazit:

"Dass wir heute hier stehen, bedeutet auch, dass unsere Länder beginnen, über die tödliche Krankheit zu triumphieren, die die Souveränität jedes unserer Staaten bedroht hat."

Oberstes Ziel sei es nun, die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 60 Tagen auf null zu bringen. Stichtag ist der 15. April.

Ziel ist die Ausrottung

Die Staats- und Regierungschefs und Vertreter verschiedenster Organisationen wollen darüber beraten, wie sie weiter gemeinsam gegen Ebola vorgehen können. Ziel ist die Ausrottung von Ebola beim Menschen. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini nannte dafür drei Forderungen: Zunächst müsse weiter gegen Ebola vorgegangen werden, denn der aktuelle Ausbruch sei noch nicht besiegt.

Ton Mogherini: "Eine der Herausforderungen für uns heute ist, eine Lehre zu ziehen und die Vorsorge zu treffen, um auf jeden neuen Ausbruch schnell reagieren zu können."

Medizinische Infrastruktur schaffen

Das schließe auch die Erforschung neuer Medikamente und Impfstoffe ein, so Mogherini weiter. Außerdem müsse das Wirtschaftsleben der betroffenen Länder wieder angekurbelt und eine medizinische Infrastruktur geschaffen werden. Die Menschen müssten wieder ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten können, forderte Mogherini.

Besonders, Liberia und Guinea sind vom Ebola-Ausbruch betroffen.

Gräber von Opfern der Ebola-Epidemie in Sierra Leone (AFP / Francisco Leong)Gräber von Opfern der Ebola-Epidemie in Sierra Leone (AFP / Francisco Leong)

"Wir können einen deutlichen Erfolg beim Eindämmen des Virus verzeichnen. Die wirtschaftliche Aktivität kehrt langsam zurück, Landwirte sind wieder auf ihren Feldern und bereiten die Aussaat vor, Schulen haben wieder geöffnet. Diesen Erfolg verdanken wir zuallererst den Menschen, die Verantwortung und Führung übernommen haben, um der Krankheit entgegenzutreten"

... erklärte Liberias Präsidentin Sirleaf. Gleichzeitig habe man den Erfolg den Partnern zu verdanken, wie der EU-Kommission, NGOs und anderen Partnerländern.

Solidarischer Partner

Die EU-Außenbeauftragte Mogherini betonte noch einmal, dass die EU als solidarischer Partner an der Seite der betroffenen afrikanischen Staaten stehe:

"Durch diese Partnerschaft verpflichtete sich die EU im Oktober, die Kampagne gegen Ebola mit einer Milliarde Euro zu unterstützen. Bisher hat die EU 1,2 Milliarden Euro in bar und durch Sachmittel zur Verfügung gestellt. Von Versorgungsschiffen bis hin zur Behandlung von internationalen Helfern, wodurch Freiwillige erst in großer Zahl eingesetzt werden konnten."

Bisher hat die internationale Gemeinschaft nach Angaben der EU-Kommission 4,9 Milliarden Dollar an Hilfe zugesagt. Etwa die Hälfte davon sei bereits ausgezahlt worden.

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