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StartseiteForschung aktuell"Ganz einfache Maßnahmen, die ja im Prinzip bekannt sind"23.03.2015

Ebola-Prävention "Ganz einfache Maßnahmen, die ja im Prinzip bekannt sind"

Etwa 10.000 Menschen sind bislang der Ebola-Epidemie in Westafrika zum Opfer gefallen, die vor ungefähr einem Jahr begann. Mit der Einhaltung vier einfacher Regeln könnten selbst sehr große Krankheitswellen wieder eingedämmt werden, sagte Lars Schaade, Virologe und Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, im Deutschlandfunk.

Lars Schaade im Gespräch mit Lennart Pyritz

Ebola-Helfer in Sierra Leone  (AFP / Francisco Leong)
Ebola-Helfer in Sierra Leone (AFP / Francisco Leong)
Weiterführende Information

Liberia - Ebola ist zurück
(Deutschlandfunk, Informationen am Abend, 21.03.2015)

Ebola-Konferenz - Unterstützung für betroffene Länder
(Deutschlandfunk, Informationen am Abend, 03.03.2015)

Mehr als nur eine Bestandsaufnahme
(Deutschlandfunk, Informationen am Mittag, 03.03.2015)

Die Bekämpfung der Krankheit müsse von den betroffenen Staaten zur Priorität gemacht werden, forderte der Virologe Lars Schaade. Als die "vier wichtigsten Maßnahmen der Ebola-Bekämpfung" bezeichnete er die Isolierung der Kranken, die schnelle Ermittlung ihrer sozialen Kontakte, die Aufklärung der Bevölkerung sowie eine sichere Beerdigung der Todesopfer.

"Der erste Kranke war ein zweijähriger Junge in einem kleineren Dorf in Guinea", so Schaade. Wenn es auch keine abschließenden Beweise für den Infizierungsweg des Kindes gäbe, so doch zumindest mehrere Indizien, erklärte der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts. Demnach habe sich der Junge wahrscheinlich im Umfeld eines hohlen Baums angesteckt, im dem sich Fledermäuse aufhielten.

Lars Schaade: "In diesem Baum haben die Kinder immer gespielt. Und die Kinder haben die Fledermäuse letztendlich gejagt und dann anschließend auch verspeist - und vorher natürlich auch zubereitet."

Neue medizinische Erkenntnisse

In den vergangenen Monaten habe man wichtige medizinische Erfahrung im Umgang mit Ebola gewonnen, so Schaade. "Vor allen Dingen eben auch, weil ja einige Patienten ausgeflogen sind nach Europa und auch in die USA und dann unter intensivmedizinischen Bedingungen, unter enger Überwachung letztendlich therapiert worden sind."

Zum Beispiel gehe mit einer Ebola-Erkrankung ein massiver Flüssigkeits- und Elektrolytverlust einher. "Also die Salze, die im Körper vorhanden sind und auch vorhanden sein müssen, fallen ab. Und ein ganz wichtiger Schritt ist einfach der Ersatz dieser Salze und dieser Flüssigkeit. Und wenn man das früh genug macht, dann kann man das Krankheitsbild schon sehr gut positiv beeinflussen."

Was die Forschung an Impfstoffen betrifft, sagte Schaade, das zumindest die erste Phase einer Studie bereits "sehr erfolgreich" abgeschlossen worden sei.

Das gesamte Interview können Sie sechs Monate in unserem Audio-Archiv nachhören.

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