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StartseiteWirtschaft am MittagCoronavirus treibt Goldpreis in die Höhe24.02.2020

Edelmetall-MärkteCoronavirus treibt Goldpreis in die Höhe

Gold profitiert wegen der Coronavirus-Krise immer mehr von seinem Status als sicherer Anlagehafen. Der Preis des Edelmetalls stieg auf einen neuen siebenjährigen Höchststand.

Von Mischa Ehrhardt

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Zwei 200 Gramm schwere Goldbarren vor Dollarnoten | Verwendung weltweit (dpa)
Goldpreis auf Sieben-Jahreshoch (dpa)
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Unsicherheit sehen die meisten Beobachter als den bestimmenden Treiber des Höhenfluges beim Goldpreis.

"Das war natürlich zuerst der Handelskonflikt USA-China. Dann die politische Unsicherheit im Nahen Osten. Und jetzt ist es natürlich der Coronavirus, welcher zu den deutlichen Anstiegen im Goldpreis führt", sagt Börsenhändler Arthur Brunner von der Wertpapierhandelsbank ICF. Auch ein Wechselkurseffekt spielt aktuell beim Goldpreis eine Rolle. Denn Gold wird in Dollar gehandelt. Der Dollar aber hat sich gegenüber dem Euro in den vergangenen Monaten verteuert, was den Euro-Goldpreis ebenfalls verteuert.

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Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten

Dass Gold bei Anlegern jedenfalls als sicherer Hafen gilt, liegt grundsätzlich an der Seltenheit des Edelmetalls. Denn eine steigende Nachfrage nach seltenen Gütern lässt immer die Preise steigen.

"Gold war schon immer der sichere Hafen. Neben Staatsanleihen war Gold als Alternative eben zu Wertpapieren die Krisenwährung. Und das zeigt sich auch jetzt".

Zudem hat die Nachfrage in den vergangenen Jahren auch zugenommen, weil in aufstrebenden Schwellenländern wie China und Indien für die wachsende Mittelschicht auch das Verschenken von Goldschmuck vermehrt in Frage kommt. Und schließlich trägt auch die seit Jahren lockere Geldpolitik der Notenbanken zum Höhenflug des Goldes bei.

China und Indien sorgen für Nachfrage

Denn seit wichtige Zentralbanken Geld in die Märkte pumpen, indem sie die Zinsen ausradiert haben oder sogar in großem Stil Anleihen aufkaufen, sind die Renditen von Staatsanleihen in den Keller gerauscht. Für viele Bundesanleihen liegen die Renditen mittlerweile im negativen Bereich.

Während früher Investoren auch in solchen Anleihen einen sicheren Hafen sahen und damit sogar Geld verdienen konnten, müssen sie für diese sicheren Häfen heute oft Geld drauflegen. Gold wirft zwar auch keine Zinsen ab, kostet aber immerhin keine. All diese Faktoren treiben den Goldpreis also weiter in die Höhe.

Trend zu teurem Gold könnte anhalten

Dieser Trend dürfte sich nach Meinung von Arthur Brunner auch nicht so schnell ändern.

"Mit Corona weiß man nicht, wie weit sich das ausbreiten wird. Wir haben in Europa ja nur punktuell ein Auftreten des Virus. Sollte sich das Virus weiter ausbreiten, besteht natürlich die Gefahr, dass die Weltwirtschaft sich dauerhaft abschwächt. Und in diesen Phasen ist Gold natürlich weiterhin eine gute Wahl und ein Ende des Aufwärtstrends ist im Moment nicht absehbar".

Denn der tatsächliche Verlauf der Epidemie ist aktuell noch nicht absehbar. Wirtschaftlich werden die kommenden Monate also schwierig, mindestens aber unsicher bleiben. So glaubt auch der Chefvolkswirt der ING, Carsten Brzeski, "dass wir wahrscheinlich wegen des Coronoavirus in China eine Verzerrung haben werden in den Lieferketten, heißt also, dass eine Stabilisierung – wir reden noch gar nicht über einen Aufschwung – noch lange auf sich warten lassen wird".

Zumindest in der Industrie, die in Deutschland bereits in der Rezession steckt. Allerdings kann den Verlauf des Goldkurses natürlich niemand vorhersehen. Vor allem nach rasanten Anstiegen wie in den vergangenen Wochen und Monaten sind jederzeit auch Rückschläge möglich.

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