Montag, 27. Juni 2022

Kolumbien
Ehemalige FARC-Guerilla gibt Vergewaltigung von Geiseln in Gefangenschaft zu

In Kolumbien hat die ehemalige Guerilla-Organisation FARC zugegeben, während des Bürgerkriegs sexuelle Gewalt gegen Entführungsopfer ausgeübt zu haben.

24.06.2022

Der ehemalige Anführer der kolumbianischen Guerrilla-Gruppe FARC, Londoño, sitzt zwischen vier Männern bei einer Anhörung in Bogota.
Der ehemalige Anführer der kolumbianischen Guerrilla-Gruppe FARC, Londoño, hatte schon vor einem Spezialgericht in Bogota die Verantwortung für mehr als 20.000 Entführungen übernommen. (JUAN PABLO PINO / AFP)
Die Vergewaltigung von entführten Frauen sei Teil der strukturellen Gewalt gewesen, sagte ein ehemaliges ranghohes FARC-Mitglied vor einem Spezialgericht zur Aufklärung des bewaffneten Konflikts in Kolumbien. Zu Beginn der dreitägigen Anhörung hatte bereits ein ehemaliger FARC-Kommandant erklärt, man übernehme die Verantwortung für Geiselnahmen, Folter, Erpressung und Morde.
In Kolumbien herrschte über 50 Jahre ein Bürgerkrieg. Die FARC war damals die größte Rebellenorganisation. Im November 2016 hatte die Regierung des damaligen Präsidenten Santos nach vierjährigen Verhandlungen ein Friedensabkommen mit ihr unterzeichnet. Darin wurde auch eine Sonderjustiz vereinbart, die Tätern bei einer Kooperation mit den Behörden verminderte Strafen zusichert. Im Juli werden die Abschlussberichte vorgelegt. Dann soll ein Friedenstribunal die ersten Urteile sprechen.
Diese Nachricht wurde am 24.06.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.