Samstag, 21.09.2019
 
StartseiteVerbrauchertippSelbstgebrautes Bier ist im Trend07.08.2019

Eigene HerstellungSelbstgebrautes Bier ist im Trend

Wasser, Malz, Hopfen, Hefe: Bier selbst zu brauen, ist gar nicht so schwer. Für den Einstieg eignet sich ein Komplettkit, das alle Zutaten abgestimmt enthält. Mithilfe eines einfachen Tricks prickelt das Selbstgebraute sogar genauso wie das Bier aus dem professionellen Braubetrieb.

Von Detlev Karg

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Biergläser stehen vor einem Holzfass. (imago images / Panthermedia)
Etwas Zeit braucht die Herstellung von selbstgebrautem Bier. (imago images / Panthermedia)
Mehr zum Thema

Reparieren und Selbermachen "Ein Zeichen gegen die Wegwerf-Gesellschaft"

Einkochen und einmachen Obst und Gemüse haltbar machen

Eiscreme selber machen Süßer Genuss mit großer Geschmacksvielfalt

Los geht ist mit Malzsirup, den es in Dosen in verschiedenen Varianten zu kaufen gibt. Dieser wird in einem großen Topf mit Wasser nach Anleitung aufgekocht. Jetzt kommt auch schon der Hopfen dazu. Diesen gibt es meistens in Form von Pellets zu kaufen und er verleiht dem künftigen Bier seinen typischen Geschmack. Die Mischung muss dann auf etwas mehr als Raumtemperatur abkühlen. Erst dann darf die Hefe dazu. Sie wird ebenfalls nach Anleitung mit ein wenig lauwarmem Malzwasser gemischt und so zum Leben erweckt. 

Malz und andere Zutaten für das Brauen von Bier ( imago / Sven Lambert)Malz und andere Zutaten für das Brauen von Bier. Wer es sich zum Anfang einfach machen will bestellt ein Komplettkit. ( imago / Sven Lambert)
Malz, Hopfen, Hefe und Wasser: Genauso wie es das Reinheitsgebot vorschreibt, geht es auch zu Hause. Dabei können es sich Anfänger leicht machen, wie Christian Herkommer, Betreiber des Online-Portals hobbybrauerversand.de, erläutert. 

"Ein Komplettkit hat für den Anfänger den Vorteil, dass er einfach abgestimmte Zutaten erhält, um seinen Bierstil nachzubrauen. Wenn das dann klappt, kann man Einzelzutaten kaufen, da kann man umfangreich variieren."

Die gelöste Hefe wird vorsichtig mit dem gehopften Malzwasser vermischt. Nun siebt man die Mischung ab, und zwar in ein Gärgefäß. Diese Gefäße aus Kunststoff gibt es oft in Baumärkten oder ebenfalls im Internet. Obendrauf kommt ein mit Wasser gefüllter Gärverschluss, durch den das entstehende Kohlendioxid entweichen kann. Jetzt beginnt das Spannende: Die Gärung setzt ein. Sie ist meist nach vier bis fünf Tagen abgeschlossen. Dann muss das Bier auf die Flasche. Ideal sind typische Bierflaschen mit Schnappverschluss, die man am besten aus dem Eigenverbrauch sammelt und spült. 

Auch Brauereien öffnen sich für Hobbybrauer

Die professionelle Bierbranche macht übrigens mit beim Trend zum Selbstbrauen, sagt Holger Eichele, Geschäftsführer des Deutschen Brauerbundes: 

"Es gibt Brauereien, die zum Beispiel ihre Hefe-Banken für Hobbybrauer öffnen, so dass sie sich mit diesem sehr sensiblen und wertvollen Rohstoff versorgen können und es gibt Brauereien, die auch Hobbybrauer-Festivals oder Wettbewerbe anbieten." 

Im Bierlieb kann man sein Bier selbst brauen. Eine Frau gibt Hopfen in einen großen Topf. (imago images / Bernd Friedel)Malz, Hopfen, Hefe und Wasser: Genauso wie es das Reinheitsgebot vorschreibt, geht es auch zu Hause. (imago images / Bernd Friedel)
Doch zurück zum ersten Selbstgebrauten in der Hobbyküche daheim: Jedes Gärgefäß hat über dem Boden einen Verschluss mit einem Hahn. Damit lässt sich jede Flasche sauber füllen. Danach reift das Bier in der Flasche etwa vier Wochen, und zwar im Kühlschrank. Es hält sich dann bis zu einem Jahr. Beim Abfüllen dürfen Hobbybrauer, die ihr Bier ja nicht verkaufen wollen, übrigens zu einem kleinen Trick greifen, der nicht dem deutschen Reinheitsgebot entspricht, so Christian Herkommer: 

"Der Hobbybrauer kann zu Hause mit Zucker in der Nachgärung dafür sorgen, dass sich genug Kohlensäure in der Flasche bildet, oder mit Malzextrakt. Dieser hat gegenüber Zucker den Vorteil, dass der Geschmack etwas runder wird als mit Zucker alleine." 

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk