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StartseiteVerbrauchertippWas Mieter beachten müssen24.10.2019

Einbruchschutz Was Mieter beachten müssen

Ob massive Querriegel, die in der Wand verankert sind, sogenannte Pilzkopfverriegelungen an den Fenstern oder einen Spion in der Wohnungstür - wenn Mieter ihre Wohnung vor Einbrechern sichern wollen, brauchen sie die Erlaubnis des Vermieters. Doch der Aufwand lohnt sich.

Von Klaus Deuse

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Frau schaut durch einen Türspion (imago / imagebroker / theissen )
Ein Spion an der Wohnungstür sollte einen 180 Grad Winkel zeigen (imago / imagebroker / theissen )
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Zum Schutz vor Einbrechern empfehlen Beratungsstellen der Polizei Einbruchssicherungen zum Beispiel an Türen.

"Da gehört eben ein guter Spion dazu, der einen 180-Grad-Winkel zeigt, dass auch jemand, der sich jetzt duckt, dann doch gesehen wird. Und das Nächste ist dann ein Kastenriegelschloss beziehungsweise dass man eben so eine Möglichkeit hat, so einen Sperrriegel da zu setzen. Man hat heute auch keine Kette mehr, sondern etwas massivere Sachen, die auch wieder gut verankert sein müssen. Es gibt auch noch mal so einen Querriegel für die Türen." Sagt Bärbel Solf von der Polizei Bochum.

Dass sich diese Investition lohnt, das beweisen nach ihrer Erfahrung immer mehr gescheiterte Einbruchsversuche.

"Wenn ein Täter nicht innerhalb der ersten paar Minuten schafft reinzukommen in die Wohnung, das Objekt, dann sucht er sich was anderes. Weil ein Täter nicht arbeiten will, der möchte schnelles Geld verdienen."

Erlaubnis des Vermieters ist nötig

Auf eigene Faust können Mieter jedoch keine Sicherungseinbauten in Auftrag geben, gibt die Bochumer Rechtsanwältin Dr. Stephanie Vornholz von Haus und Grund zu bedenken.

"Grundsätzlich darf ein Mieter Einbruchssicherungen nicht ohne Erlaubnis des Vermieters einbauen lassen. Es handelt sich rechtlich um eine bauliche Veränderung. Da ist eine Genehmigung des Vermieters erforderlich."

Egal ob es sich um massive Querriegel, die in der Wand verankert sind, oder sogenannte Pilzkopfverriegelungen an den Fenstern handelt. Selbst der Einbau eines Spions in einer Tür stellt eine bauliche Veränderung dar. Erteilt der Vermieter die Genehmigung, können Mieter Einbruchssicherungen installieren lassen. In der Regel auf ihre eigenen Kosten. Oder aber der Vermieter erklärt sich bereit, sich daran zu beteiligen. Diese Absprache, rät Rechtsanwältin Vornholz, sollte man schriftlich festhalten.

Kosten mit dem Vermieter im Vorfeld abklären

"Also wir empfehlen immer, eine Vereinbarung mit dem Mieter zu treffen, die auch nicht nur die Genehmigung an sich enthält, sondern auch die Frage der Kostenregelung."

Schließlich, so der Standpunkt von Mietervereinen, stellt die Installation von Einbruchssicherungen eine objektive Verbesserung der Wohnung dar. Ohne die Zustimmung des Vermieters kann es spätestens bei einem Auszug allerdings teuer werden. Denn:

"Wenn ein Mieter ohne Genehmigung einfach Einbauten vornimmt, kann der Vermieter bei Mietende den Rückbau verlangen. Und zwar nicht nur den Rückbau an sich, sondern auch die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes. Das kann schwierig werden, gerade wenn Löcher gebohrt werden müssen. Von daher sollte man sich da im Vorfeld Gedanken darüber machen als Mieter."

Vermieter kann Kosten auf Mieter umlegen

Um nicht unnötig Geld auszugeben ist es darum sinnvoll, mit dem Vermieter schon bei einer Genehmigung des Einbaus eine schriftliche Vereinbarung zu treffen, ob bei einem Auszug die Sicherungsvorkehrungen in der Wohnung bleiben können oder nicht. Anders verhält es sich, wenn ein Vermieter seinerseits Einbruchssicherungen einbauen lässt. Dann nämlich, so Stephanie Vornholz, handelt es sich um eine Modernisierungsmaßnahme.

"Das ist geregelt in Paragraph 555b des BGB. Es handelt sich um eine Maßnahme, die den Gebrauchswert der Mietsache nachhaltig erhöht. In einem solchen Fall ist der Vermieter berechtigt, Kosten anteilig auf den Mieter umzulegen."

Und zwar in Höhe von acht Prozent, statt wie bislang elf Prozent. Umgelegt auf die Jahresmiete. Diese Maßnahme muss der Vermieter jedoch vorher ankündigen. Legt man Einbaukosten von etwa 1.000 Euro zu Grunde, macht das bei der Miete zusätzlich rund sieben Euro im Monat aus. Dafür erhöht sich das Maß an Sicherheit in den bewohnten vier Wänden.

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