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StartseiteSprechstundeEine Krebserkrankung kann auch mit Fieber verbunden sein06.09.2011

Eine Krebserkrankung kann auch mit Fieber verbunden sein

Fieber kann unterschiedliche Gründe haben: eine Infektion ist einer der häufigsten. Es gibt aber auch unklare Fieberschübe. Das nennen die Ärzte FUO (fever unknown origin). Fast glaubten die behandelnden Ärzte, der junge Mann, den Barbara Weber in der Uniklinik Köln traf, leide an FUO. Doch dann fanden sie doch noch die Diagnose: Krebs.

Von Barbara Weber

Wer schon eine Chemotherapie hatte, ist besonders anfällig. (Stock.XCHNG / Adam Ciesielski)
Wer schon eine Chemotherapie hatte, ist besonders anfällig. (Stock.XCHNG / Adam Ciesielski)
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Schwerpunktthema Fieber - nützliche Gefahr

"Wie geht’s Ihnen?
Ganz gut.
Jetzt haben Sie ja letzte Woche Therapie bekommen, Chemotherapie."

Klinik für Innere Medizin, Universitätsklinikum Köln. Sprechstunde bei Dr. Julia Fischer.

"Hatten Sie noch irgendwelche Nebenwirkungen zuhause: Übelkeit, Erbrechen, Fieber? Fieber hatte ich nicht, allerdings diese leichte, latente Übelkeit, die dank der Medikamente auch unterdrückt werden konnte."

Der 35-jährige Mann leidet an Lymphdrüsenkrebs, an Morbus Hodgkin. Die Erkrankung entdeckten die Ärzte erst vor einigen Monaten. Der Patient hatte Gewicht verloren, schwitzte nachts und hatte Fieber.

"Zwei, drei Tage ansteigend, so bis zu 38,5, teilweise 39. Im ersten Moment ist man von einem grippalen Infekt ausgegangen bei meinem Hausarzt und daraufhin haben wir auch ein Antibiotikum verwendet. Es wurde kurzzeitig besser. Es kam allerdings nach zwei bis drei Wochen damals in Schüben wieder.

Erstaunlicherweise war es ja nicht so ein Gefühl wie bei einer Grippe, wo man wirklich komplett unten ist und sich dementsprechend zu nichts fähig fühlt. Bei mir war das eher so, wenn es höher als 38,5 ; 38,7 - zu dem Zeitpunkt habe ich natürlich regelmäßig Fieber gemessen. Es ging so in den Alltag über, auch wenn ich die Phasen hatte, wo es eben unter 37,5; 37,3 war. Da hab’ ich mehrmals am Tag gemessen, um diese Kontrolle zu haben. Ich war auch arbeiten. Natürlich in der Zeit, wo ich dann krankgeschrieben war aufgrund des "grippalen Infekts" nicht, da war ich dann zuhause. Allerdings dann, nach "abgeschlossener" Therapie, bin ich wieder arbeiten gegangen mit den Fieberschüben, die ich medikamentös, also mit Paracetamol, also mit den üblichen Mitteln auf einem verträglichen Level halten sollte. Damit war das ja in den Griff zu bekommen, weil parallel dazu sind die anderen Untersuchungen gelaufen, ob es einen anderen Hintergrund haben könnte, also eine andere Infektion."

Die Ärzte der Universitätsklinik Köln fanden dann die Ursache des Fiebers: Lymphdrüsenkrebs. Sie operierten einen Lymphknoten, dann folgte die Chemotherapie:

"Nach dem ersten Zyklus hat sich das schlagartig gebessert, also das Fieber ist sehr ungewohnt zurückgegangen, weil der Körper ja keinen Anlass gesehen hat und irgendwann hat sich das dann auch wieder eingependelt."

Ein gutes Zeichen, meint Dr. Julia Fischer. Ein Aspekt ist ihr aber wichtig:

"Wenn Fieber auftritt, sollten Sie auf jeden Fall umgehend sich in dem nächsten Krankenhaus vorstellen. Sie haben Chemotherapie bekommen, und man muss damit rechnen, dass Ihre weißen Blutkörperchen so stark abfallen, dass Sie kaum einen Immunschutz haben und dann muss man innerhalb von zwei Stunden eine antibiotische Therapie beginnen. Das ist sehr, sehr wichtig, lebenswichtig."

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