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StartseiteVerbrauchertippAufgepasst beim E-Scooter-Kauf14.05.2019

ElektromobilitätAufgepasst beim E-Scooter-Kauf

Voraussichtlich ab Juni soll die Verordnung in Kraft treten, die elektrisch angetriebene Kleinstfahrzeuge im Straßenverkehr erlaubt. Kunden, die über die Anschaffung beispielsweise eines E-Scooters nachdenken, sollten vor dem Kauf jedoch einiges beachten - nicht nur beim Thema Sicherheit.

Von Kai Rüsberg

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Die Beine eines Mannes auf einem E-Roller (Cityroller) in Palma de Mallorca.  (www.imago-images.de/Winfried Rothermel )
Ja, wo rollen sie denn? Bereits eine Viertelmillion elektrisch angetriebene Kleinstfahrzeuge sollen in Deutschland verkauft worden sein (www.imago-images.de/Winfried Rothermel )
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Dreimal abstoßen und dann surrt der Elektromotor im kleinen Tretroller los. Keine Helmpflicht, kein Führerschein ist notwendig. Noch sind elektrische Kleinstfahrzeuge in Deutschland gar nicht zugelassen, aber in vielen Elektronikmärkten sowie in Online-Shops gibt es schon ein großes Angebot von Elektrotretrollern. Aber Vorsicht: Die meisten dürfen in Deutschland noch gar nicht fahren, warnt Michael Bruns von der Stiftung Warentest:

"Benutzen darf man die auf keinen Fall - jedenfalls nicht im öffentlichen Straßenraum, nicht auf der Straße, nicht auf dem Radweg."

Verordnung soll im Juni kommen

Der Bundesverband Elektrokleinstfahrzeuge schätzt, dass in Deutschland bereits eine Viertelmillion elektrisch angetriebene Roller, Scooter oder Skateboards aller Art verkauft wurden. Doch der Experte Bruns, rät davon ab, sich vor dem Inkrafttreten der Verordnung einen Elektroroller zu kaufen: 

"Die Roller, die ich heute im Laden kaufe und die keine Zulassung haben, die kann ich auch nicht versichern und die Privathaftpflicht springt in diesen Fällen nicht ein."

Aber selbst wenn künftig die neue Kleinstfahrzeugverordnung in Kraft ist, werden die bislang verkauften Elektroroller weiterhin keine Betriebserlaubnis erhalten, so Branchenexperten. Erwartet wird, dass die Verordnung im Juni in Kraft tritt. Offen ist noch, wie schnell neue Modelle auf den Markt kommen, die der speziellen deutschen Verordnung entsprechen.

Sie schreibt vor, dass die Roller Licht, zwei Bremsen und eine Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern besitzen. Und - um die Elektroroller legal fahren zu können - brauchen sie eine Betriebserlaubnis und eine Plakette, die die Zulassung bescheinigt, erklärt Tobias Lorenz vom deutschen Hersteller Metz:

"Am Fahrzeug selber gibt's einen Typenaufkleber. Da steht das Wort E-Kleinstfahrzeug verwendet."

Fahrsicherheit beachten

Käufer sollten vor allem auf die Fahrsicherheit achten. Die kleinen Elektrotretroller sind etwa zehn Kilogramm leicht und transportabel. Dafür haben aber sehr kleine Räder, etwa so groß wie ein Handrücken. Das reicht für gut asphaltierte Straßen, kann aber gefährlich sein bei feuchtem Kopfsteinpflaster, Bordsteinkanten oder Spurrillen. Beim Hersteller Metz hat man für das Model "Moover" ein deutlich größeres Rad gewählt, das etwa so groß ist, wie eine Hand mit gespreizten Fingern.

"Wir haben in der Entwicklung Tests durchgeführt und da haben wir festge­stellt, dass alle Reifengrößen unter zwölf Zoll deutlich schlechter performen, in Sachen Sicherheit."

Haftpflichtversicherung und Nummernschild sind Pflicht

Konkurrent BMW setzt sogar auf noch größere Räder. Diese beiden Roller sind als einzige bereits zugelassen, liegen aber preislich im vierstelligen Bereich: 2.000 Euro und mehr. Günstigere Roller werden voraussichtlich ab 400 Euro in den Handel kommen. Ob man diese kleinen Kraftfahrzeuge im Zug oder Bus mitnehmen darf, ist noch nicht entschieden. Das regelt vorerst jeder Betreiber eigen­stän­dig. Fachhändler Michael Teupen hat noch weitere Tipps für die Auswahl des richtigen Elektrorollers.

"Die Lenkstange sollte groß sein, sollte zur Körpergröße passen. Das Gewicht, wenn der Akku vorn in der Lenkstange ist und man ist ein relativ schwerer Fahrer, dann ist man natürlich Vorderrad-lastig. Wir finden auch Hartgummi-Reifen sehr unvorteilhaft, weil auf ebenem Boden mag das gut funktionieren, wenn ich über Kopfsteinpflaster fahre oder bergab sogar, sehen wir das als Risiko an."

Ganz wichtig ist noch die obligatorische Haftpflichtversicherung, die jährlich erneuert wird, außerdem ein Nummernschild als Aufkleber.

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