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StartseiteUmwelt und VerbraucherZukunft der Elektroautos04.05.2015

Elektromobilitätsgipfel Zukunft der Elektroautos

Die Bundesregierung will mehr Elektroautos auf deutschen Straßen sehen. Doch für die Fuhrparks der Ministerien und Behörden fahren laut Berliner "Tagespiegel" weniger Elektroautos als geplant. Auf dem 5. Elektromobilitätsgipfel wurde mehr Engagement von der Politik gefordert.

Von Verena Kemna

Ein Autofahrer steckt einen Ladestecker einer E-Mobilität-Zapfsäule in ein batteriebetriebenes Fahrzeug. (dpa / Friso Gentsch)
Im vergangenen Jahr sind in Deutschland gerade einmal 8.500 neue Elektro-Autos zugelassen worden. (dpa / Friso Gentsch)
Weiterführende Information

Elektroautos - Mehr Sicherheit durch künstlichen Sound
(Deutschlandfunk, Forschung aktuell, 27.03.2015)

Förderungsgesetz - Grünes Licht für Elektroautos
(Deutschlandfunk, Aktuell, 05.03.2015)

Studie - Elektroautos für gewerbliche Flotten lukrativ
(Deutschlandfunk, Umwelt und Verbraucher, 18.02.2015)

Bis 2020 sollen laut Vorgabe des Bundesverkehrsministeriums in Deutschland eine Million Elektroautos auf den Straßen unterwegs sein. Doch dieses Ziel liegt noch in weiter Ferne, darin sind sich alle Experten, die sich heute auf dem Elektromobilitätsgipfel treffen, einig. Auch die Probleme liegen auf der Hand. Da ist einmal die noch niedrige Reichweite der Elektroautos, die Ladeinfrastruktur und da sind die noch immer hohen Kosten für Elektroautos. Dabei fördert die Bundesregierung die Entwicklung alternativer Antriebe mit etwa zwei Milliarden Euro. Mehr als zehn Milliarden hat die deutsche Industrie in den vergangenen Jahren in Forschung investiert, so Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie, kurz VDA. Doch im vergangenen Jahr sind in Deutschland gerade einmal 8.500 neue Elektro-Autos zugelassen worden. Dazu kommen fast 30.000 sogenannte Hybrid-Autos, die mit Elektromotor, aber auch mit herkömmlichem Verbrennungsmotor angetrieben werden. Gerade der niedrige Ölpreis würde derzeit der Entwicklung im Wege stehen, so VDA-Präsident Wissmann. Dennoch gehöre den Elektroautos die Zukunft.

"Weil wir mit der weltweiten Klimaherausforderung nur fertig werden, wenn wir über den Verbrennungsmotor hinaus denken und handeln. Weil wir wissen, dass in manchen Regionen der Erde der politische Wind ganz schnell umschlagen kann und die Hindernisse für den Verbrennungsmotor immer höher machen kann."

Forderung nach Investitionen durch die Bundesregierung

So gebe es in Städten wie Shanghai im täglichen Straßenverkehr bereits viele Zugangsbeschränkungen für Autos mit Verbrennungsmotor. Matthias Wissmann fordert von der Bundesregierung umfangreiche Investitionen, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. So sollten Bund, Länder und Gemeinden in Ladesäulen und Elektroautos investieren. In den nächsten beiden Jahren soll sich auch die öffentliche Ladeinfrastruktur verbessern. Es soll dann 8.000 Ladestationen in Deutschland geben. Vor allem Firmenflotten sollten als Sonderabschreibung steuerlich absetzbar sein. Das könnte einen wichtigen Impuls geben, meint Matthias Wissmann.

"Und deswegen schlagen wir vor, dass man mit einer Sonderabschreibung, im ersten Jahr 50 Prozent, einen starken Impuls gibt, dass die Firmenflotten, die für den deutschen Automobilmarkt entscheidend sind bei den Flottenmanagern einen zusätzlichen Grund bekommen, um jetzt in größerer Zahl, E-Autos anzuschaffen."

Er spricht davon, dass eine nächste Batteriegeneration den Durchbruch bringen könnte. Die Signale seitens der Politik für Impulse zugunsten von Elektroautos bewertet er positiv.

"Mein Eindruck ist, die Zeit wird reif und wenn wir im Juni das Gespräch mit der Bundeskanzlerin haben, dann hoffe ich, dass der Knoten gelöst wird und dass wir 2016 dann eine bessere Anreizkulisse bekommen für den Erwerb von Fahrzeugen."

Steuererleichterung, Parkplätze, Image

Auch der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche fordert mehr Ideen, um Elektroautos zu fördern. Neben Steuererleichterungen könnten auch Parkplätze für Elektroautos in den Innenstädten oder die Nutzung von Busspuren förderlich sein. Auch die technischen Herausforderungen seien groß. Vor allem das Image der Elektroautos müsse sich bessern.

"Wir müssen mit Forschung und Innovation in kurzer Zeit erreichen, was wir bei den Verbrennungsmotoren in über einhundert Jahren im Sinne von Optimierung der Leistung, der Effizienz und der Kosten zustande gebracht haben."

Bis 2017 will Daimler alle vier Monate ein neues Elektroauto auf den Markt bringen.

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