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StartseiteVerbrauchertippMit GPS und Sim-Karte das Rad vor Diebstahl schützen12.08.2020

Elektronische SicherungMit GPS und Sim-Karte das Rad vor Diebstahl schützen

Wer sein Fahrrad gegen Diebstahl sichern möchte, kann zur elektronischen Radsicherung greifen. Dabei ist die Kombination von GPS und SIM-Karte am sinnvollsten. Verbraucher sollten vor einem Kauf jedoch die Kosten vergleichen. Und: Nicht jeder Diebstahlschutz ist im Alltag praktikabel.

Von Detlev Karg

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Eine Frau fährt auf einem Elektrofahrrad durch Berlin.  (dpa / picture-alliance)
Simple GPS-Tracker eigenen sich nicht zur elektronischen Sicherung des geliebten Fahrrads (dpa / picture-alliance)
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Wer sein Fahrrad digital oder auch nur elektronisch sichern möchte, findet auf den ersten Blick zahlreiche Möglichkeiten. Doch nicht alle erweisen sich als gleich effizient. Da sind zum einen die simplen GPS-Tracker, die es oft schon für wenige Euro gibt und die sich oftmals einfach aufkleben lassen. Tracking heißt aber natürlich nicht, einen Diebstahl zu verhindern, auch wenn die Werbung viel Sicherheit suggeriert, denn so sagt Stephan Behrendt, Technikvorstand beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC: 
 
"GPS sendet ja nur vom Satelliten auf das Fahrrad, aber zurück geht ja nichts, das ist ja eine Einbahnstraße. Wenn ich vom Fahrrad eine Information bekommen möchte, brauche ich eine SIM-Karte, um die Daten an mein Smartphone oder an den Server eines Providers senden zu können."

GPS mit SIM-Karte kombinieren

Zumal einigermaßen gewiefte Diebe einen solchen Tracker natürlich einfach abnehmen und wegwerfen können. Außerdem haben billige GPS-Tracker einen Haken: Sie funktionieren auf freien Funkfrequenzen, die kostenlos sind. Es bleibt also den Anbietern überlassen, wie gut sie ihre Netze aufbauen, was im Zweifel sehr lückenhaft sein kann. Anders das Mobilfunknetz: Seine Nutzung kostet natürlich Geld. Dafür ist es zuverlässig.

Bleibt also Möglichkeit zwei: Die Kombination von GPS mit einem SIM-Kartenmodul, das eine Datenverbindung herstellt, so wie beim Mobiltelefon auch. Da jede SIM-Karte sich einer festen Funkzelle orten lässt – ganz so wie im Fernsehkrimi – ist der Standort zuverlässig nachweisbar. Das lohnt sich für hochwertige Fahrräder, vor allem für die so genannten Pedelecs, denn, so Stephan Behrendt:  

"Hochwertige Pedelecs haben häufig schon in den Motorblock integrierte Tracking- und GPS-Systeme mit einer SIM-Karte. Da muss man sich immer im Klaren sein, dass man laufende Kosten hat, wenn es wirklich funktionieren soll. Weil ich natürlich mit einer SIM-Karte dafür sorgen muss, dass ich eine Verbindung zu meinem Smartphone habe."

Nicht jede Lösung ist praktikabel

Diese Lösungen gibt es auch als Nachrüstsets für rund 200 Euro. Als Verbraucher sollte man sich immer fragen, wie praktikabel jede Lösung ist und welchen Schutz sie bieten kann.

Nicht durchsetzen konnte sich beispielsweise in jüngster Zeit das Bluetooth-basierte Konzept auf Basis einer Community-App eines deutschen Herstellers, wie Christoph Alessio vom Kölner Fahrradgeschäft Stadtrad schildert:  

"Diese Firma, die es da gab, hatte den Versuch gemacht, dass dieser Tracker, wenn er als gestohlen aktiviert wurde, dann anderen Mitglieder aus dieser Community anzeigt, dass das gerade ein gestohlenes Fahrrad vorbeifährt. Ich stelle es mir aber sehr seltsam vor, wenn mein Smartphone mir anzeigt, da vorne fährt ein gestohlenes Fahrrad vorbei: Rufe ich die Polizei, verfolge ich den? Denn jemanden anhalten - wird ja schwierig."

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Kosten vergleichen lohnt sich

Derzeit ist also vor allem die Kombination von GPS und SIM-Karte am sinnvollsten. Viele Anbieter verkaufen diese Lösungen bereits mit Datenpaketen, also etwa ein Jahr lang kostenloser Datenübertragung. Hier lohnt es wie bei einem Handyvertrag, die Kosten zu vergleichen. Und wer kein Pedelec mit einen großen Motorblock samt Akku sein eigen nennt, auch für den gibt es durchaus kompakte Funksicherheitspakete, wie Stephan Behrendt verrät:

"Ein Rücklicht, das sieht aus wie ein normales Gepäckträger-Rücklicht, es hat aber auch einen GPS-Chip und eine SIM-Karte eingebaut. Und damit kann ich dann, wenn ich das entsprechend einstelle, mir auf dem Smartphone anzeigen lassen, wenn das Fahrrad ohne mein Zutun bewegt wird. Und ich kann dann die Daten auslesen, sofern das natürlich noch auslesbar ist."

Und genau darin liegt, bei aller technologischen Finesse, weiterhin das Problem: Denn entweder montieren gut informierte Diebe diese Komponenten ab – oder die Fahrräder verschwinden direkt in Transportern oder Gebäuden – und sind dann für das GPS-Signal nicht mehr erreichbar.

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