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StartseiteVerbrauchertippGesunde Mobilität im Alter15.10.2018

Elektroräder für SeniorenGesunde Mobilität im Alter

Fast jedes fünfte verkaufte Rad in Deutschland hat mittlerweile einen Unterstützungsmotor. Besonders beliebt gerade bei Senioren ist das Pedelec, das meist einfach als E-Bike bezeichnet wird. Ein paar Dinge sollten aber beim Kauf beachtet werden.

Von Margret Bielenberg

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Zwei Männer fahren in München (Bayern) auf ihren Pedelecs (dpa / Tobias Hase )
Zwei Männer fahren in München (Bayern) auf ihren Pedelecs (dpa / Tobias Hase )
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Entspannt einen See umrunden oder bei Gegenwind unterwegs sein – Elektroräder sind bei Senioren sehr beliebt und halten fit. Denn in die Pedale getreten wird trotzdem, nur wegen der Elektromotorunterstützung sehr viel weniger. Wer von einem "Elektrorad" spricht, meint damit in der Regel ein sogenanntes Pedelec. Die Abkürzung steht für "Pedal Electric Cycle" – zu deutsch etwa: Fahrrad mit Tretunterstützung. Michael Prahl ist aktives ehrenamtliches Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrradclub in Hamburg und erklärt die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Rad-Typen:

"Pedelec: 25 Stundenkilometer Unterstützung, S-Pedelec oder schnelles Pedelec bis 45 und E-Bikes - wie Motorräder. Man kann in Anführungszeichen Gas geben, ohne treten zu müssen. Verhält sich wie ein Motorrad."

Erst an das Rad gewöhnen

Praktisch dabei: Für Pedelecs sind weder Führerschein, Schutzhelm, noch Versicherung vorgeschrieben. Verkehrsrechtlich gelten sie sozusagen als normale Fahrräder. Im Straßenverkehr kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen: So werden ältere Pedelec-Fahrer häufig unterschätzt, wenn sie beispielsweise nach einem Ampelhalt schnell losfahren. Aber auch frischgebackene Pedelec-Fahrer müssen sich erst einmal an den schnellen Antrieb gewöhnen. Wichtig ist außerdem auch sicheres Bremsen. Viele Senioren haben sich an Rücktrittbremsen gewöhnt, doch Handbremsen greifen schneller.

"Eine Pedalbewegung, die muss ja erst mal aufgehalten werden und in eine Gegenbewegung rückgeführt werden. Da kann es sein: dass die Pedalen, eins steht oben, eins steht unten, da kann ich in dem Moment gar nicht so schnell zurückbremsen."

Es gibt Pedelecs mit Rücktrittbremse, aber man kann sich schnell an die Handbremsen gewöhnen, sagt der 63-Jährige aus eigener Erfahrung. Er empfiehlt, das Rad wenn möglich im Fachhandel zu kaufen. Rund 3.300 Euro muss man dort für ein gutes Pedelec ausgeben, bekommt aber dafür auch wichtige Beratung, zum Akku beispielsweise.

"Nie in Abwesenheit laden, nicht über Nacht. Nie in der Nähe von brennbarem Material, besser auf Garagenboden, Kellerfliesen und nicht gerade in der Nähe von Altpapier. Sollte ein Akku heruntergefallen sein, immer den Händler kontaktieren. Da könnte es auch zu Explosionen kommen."

Akku-Reichweite testen

Drei bis fünf Jahre lang bringen Akkus etwa volle Leistung. Allerdings ist die unter Umständen nicht so wie vom Hersteller angegeben, warnt Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg.

"Sie können da ruhig so 30 Prozent runternehmen von dem, was so angeboten wird als maximale Reichweite, weil das immer auf einen Idealfall hin gerechnet ist und wenn Sie da ein bisschen mehr eigenes Körpergewicht haben oder Gepäck mithaben oder viel bergauf fahren, dann schaut die Geschichte schon ganz anders aus."

Zwar lässt sich das Pedelec grundsätzlich auch wie ein normales Fahrrad ohne den Hilfsantrieb fahren. Allerdings wiegt es immerhin oft doppelt so viel und das Fahren ist dementsprechend vor allem bergauf extrem anstrengend. Ist ein neuer Akku nötig, kostet der einige hundert Euro. Der alte muss vom Händler zurückgenommen werden. Auf keinen Fall darf der Akku in den Hausmüll. Wer auf ein Pedelec umsteigen möchte, sollte es vorher unbedingt ausprobieren, sagt Michael Prahl. Am besten einmal im Urlaub ausleihen. Oder zu Hause beim Fachhändler testen. Häufig wird die Leihgebühr dort beim anschließenden Kauf verrechnet.

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