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StartseiteVerbrauchertippWas sich für Eltern von volljährigen Kindern ändert24.01.2019

Endlich 18Was sich für Eltern von volljährigen Kindern ändert

Wenn das Kind 18 wird, ändert sich vieles: Manche junge Erwachsene beginnen eine Lehre, andere ein Studium oder einen Freiwilligendienst. Doch auch für die Eltern gibt es in Sachen Kranken-, Haftpflichtversicherung und Kindergeldfortzahlung einiges zu beachten. Denn sonst kann es böse Überraschungen geben

Von Lisa von Prondzinski

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Geburtstagstorte mit einer 18 (picture alliance / dpa Themendienst / Christin Klose)
Ärzte sind bei Volljährigkeit des Patienten nicht verpflichtet Eltern Auskunft zu geben (picture alliance / dpa Themendienst / Christin Klose)
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Bei Volljährigkeit endet die gesetzliche Vertretung der Eltern für ihre Kinder. Doch im Einzelnen weiß nicht Jeder sofort, was alles sich ändert. An Notfälle im Krankenhaus zum Beispiel denkt diese Kölnerin:

"Ja, mir war gar nicht so bewusst, dass ich von Ärzten zum Beispiel keine Auskunft mehr bekommen muss, sobald meine Tochter 18 ist."

Bedingungen für die Fortzahlung des Kindergeldes

So etwas lässt sich jedoch mit einer Vorsorgevollmacht regeln. Um die Volljährigkeit herum kann sich vieles ändern: Manche junge Erwachsene beginnen eine Lehre, andere ein Studium oder einen Freiwilligendienst. Eine Frage, die viele Eltern beschäftigt: Wie lange wird eigentlich noch das Kindergeld ausgezahlt? Dazu erklärt Anke Pfeilsticker, Beratungsstellenleiterin des Lohnsteuerhilfevereins der Vereinigten Lohnsteuerhilfe in Köln.

"Man kann, wenn man über 18 ist, maximal bis zum 25. Lebensjahr Kindergeld bekommen."

Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen:

"Wenn man entweder eine Berufsausbildung absolviert, eine Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten von maximal vier Monaten hat, eine Wartezeit überbrückt, in der man keine Berufsausbildung anfangen oder fortsetzen kann oder einen Freiwilligendienst leistet." 

Was sich bei der Haftpflicht- und Krankenversicherung ändert

Für arbeitslose Kinder wiederum kann das Kindergeld bis zum 21. Lebensjahr gezahlt werden.
Mit der Volljährigkeit ist man grundsätzlich auch komplett selbst verantwortlich für alle selbst verursachten Schäden. Da kommt die private Haftpflichtversicherung ins Spiel.

In vielen Fällen und je nach Tarif bleiben volljährige, unverheiratete Kinder über die Haftpflicht-Police der Eltern weiter kostenlos mitversichert: Beispielsweise, wenn sie noch zur Schule gehen oder unmittelbar daran ihre erste Ausbildung beginnen. Also eine Lehre oder ein Studium. Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, rät Eltern:

"Da sollte man dem Versicherer auf jeden Fall mitteilen: 'Das Kind macht jetzt eine Ausbildung oder macht jetzt ein Studium'. Der Versicherer sollte dann auch eine entsprechende Kostenzusage geben in schriftlicher Form bitte."

In der Regel gilt die Familienversicherung in der Haftpflicht dann bis zum 25. Lebensjahr. Eine ähnliche Regelung gilt auch für die gesetzliche Krankenversicherung. So lange volljährige Kinder etwa im Studium über kein eigenes, steuerpflichtiges Einkommen verfügen, sind sie über die Eltern mit krankenversichert. Vorsicht ist jedoch bei Nebenjobs geboten. 

"Wenn die Kinder zu viel verdienen, müssen sie für den eigenen Krankenversicherungsschutz dann entsprechend auch Beiträge zahlen."

Zu viel wäre alles über 450 Euro monatlich.

Böse Überraschungen vermeiden

Während es bei der Kranken- und Haftpflichtversicherung normalerweise keine Rolle spielt, ob der Nachwuchs während der Ausbildung zu Hause wohnt oder nicht, ist das bei der Hausratversicherung anders: Wenn der junge Erwachsene in seine eignen vier Wände zieht, braucht er eine eigene Hausratversicherung. Ausnahmen gibt es etwa bei Studierenden, die am Wochenende meist bei den Eltern sind. Doch solche Fälle sollten mit der eigenen Versicherung geklärt werden. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollte man ohnehin Versicherer über jede Änderung der Lebenssituation informieren.    

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