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StartseiteVerbrauchertippGas-Hybridheizung mit weniger Emissionen17.04.2020

Energie sparenGas-Hybridheizung mit weniger Emissionen

Ölheizungen dürfen von 2026 an in der Regel nicht mehr neu verbaut werden. Alternativ bleibt der Umstieg auf Gas – oder gleich die komplette Abkehr von fossilen Brennstoffen. Aber auch eine Kombi von erneuerbaren mit konventionellen Energieträgern ist denkbar: etwa eine Gas-Hybridheizung.

Von Maike Strietholt

Jemand dreht an einem Thermostat eines Heizkörpers. (picture alliance / dpa / Foto: Sven Hoppe)
Der Einbau einer Hybridheizung kostet unter Einbezug des BAfA-Zuschusses kaum mehr als eine konventionelle Gas-Brennwertheizung (picture alliance / dpa / Foto: Sven Hoppe)
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Oliver Neuhaus steht im Abstellraum neben der Küche vor seiner Heizung: "Hier haben wir die Gasanlage. Und das hier vorne, das ist die Pumpe für die Solarthermieanlage oben auf dem Dach. Also da wird Wasser oben rein gepumpt und von der Sonne erwärmt."

Anfang des Jahres wurden die Fördertöpfe für Hybridheizungen deutlich aufgestockt. Jan-Peter Peters, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Hamburg, erläutert: "Das wirklich Interessante sind die Förderungen von der BAfA. Für das Verbot Neueinbau von Ölheizungen ab 2026 greifen die schon einmal vor und sollen uns den Abschied der Ölheizung etwas versüßen."

Und zwar mit 40 Prozent Zuschuss – vorerst bis Ende 2021 – für eine Hybridheizung mit Gas und Solarthermie. Eine Kombination mit anderen Erneuerbaren ist ebenfalls möglich. Neben dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle – kurz BAfA – fördert auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW, den Umstieg.

Flüssiggas kann eine Alternative sein

Zudem ist nun auch eine steuerliche Abschreibung der Investitionskosten möglich. Eine Heizung mit rein fossilen Energieträgern darf ab 2026 nur noch in Ausnahmefällen neu verbaut werden – nämlich dann, wenn Wärmeerzeugung mit erneuerbaren Energien im Haus nicht möglich ist. Solarthermie zu installieren sei aber fast immer möglich, sagt Energieberater Peters:

"Bei Solarthermie ist natürlich wichtig die Ausrichtung der Dächer – idealerweise nach Süden. Aber selbst mit einer Ost-West-Ausrichtung kann Solarthermie sinnvoll sein, es gibt da so genannte Röhrenkollektoren und die können nach Süden ausgerichtet werden. Also bis auf 100 Prozent Nord oder 100 Prozent verschattet – in Klammern Waldlage – wäre Solarthermie immer möglich."

Und der für die BAfA-Förderung vorgeschriebenen 25 Prozent Anteil an der Heizleistung würden dann in der Regel ebenfalls problemlos erreicht. Wenn für den Umstieg erst noch eine Gasleitung zum Haus gelegt werden muss, erhöht das die Kosten erheblich. Dann kann Flüssiggas eine Alternative sein – es ist im laufenden Verbrauch nur wenig teurer als Erdgas. Und der Einbau einer Hybridheizung kostet unter Einbezug des BAfA-Zuschusses auch kaum mehr als eine konventionelle Gas-Brennwertheizung.

Energieberater Peters rechnet vor: "Zwischen 10 und 14 würde eine ganz klassische Heizung kosten, ohne Solar. Mit den Solarmodulen 16.000 bis 20.000 Euro."

Angebot gegenchecken lassen

Abzüglich 40 Prozent Förderung ergibt das einen ähnlichen Preis. Die laufenden Kosten einer Hybridheizung liegen durch den Anteil kostenloser Solarthermie naturgemäß deutlich unter denen einer konventionellen Heizung. Außerdem geht ein Wechsel von Öl auf Gas-Solar mit einer Reduktion der Treibhausemissionen von mindestens 30 Prozent einher.

Und die Solarmodule selbst seien in der Herstellung auch keine Umweltsünde, sagt Jan-Peter Peters: "Es gibt Glas, dann wird da Kupfer verwendet – Kupfer ist ein sehr kostbares Gut. Dann gibt es meistens noch ein bisschen Aluminium, Dämmstoffe... vier, fünf Materialien werden da verarbeitet, die relativ schnell zu trennen sind. Und man kann's auch wiederverwerten."

Solarmodule sind mindestens so langlebig wie eine fossile Heizung und zudem recht wartungsarm. Die Umbauarbeiten beim Einbau halten sich meist in Grenzen – so auch bei Oliver Neuhaus: "Im Endeffekt sind die hier nur einmal mit der Rohrleitung rausgegangen, die geht vorne direkt am Haus hoch aufs Dach. Das ist kein großer Aufwand gewesen."

Wichtig für einen reibungslosen Betrieb ist jedoch die richtige Konzeption und Einstellung des Heizsystems. Energieberater Peters empfiehlt daher, das Angebot des Installateurs vorab noch einmal von einer unabhängigen Energieberatungsstelle gegenchecken zu lassen.

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