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StartseiteVerbrauchertippTipps für das richtige Heizen14.12.2018

Energie und Geld sparenTipps für das richtige Heizen

Um im Winter Geld zu sparen, kommt es auf die richtige Raumtemperatur an. Denn schon ein Grad zu viel oder zu wenig kann teuer werden oder zu Schimmel in der Wohnung führen. In den meisten Fällen können Verbraucher selbst dafür sorgen, dass das nicht passiert. Manchmal muss aber auch der Vermieter ran.

Von Lisa von Prondzinski

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Spezielles Heizungsthermostat im "Cyber-Haus 2.0" der Wohnungsbaugenossenschaft "Otto von Guericke" in Magdeburg, aufgenommen am 30.09.2011. Über das Internet ist das Gerät von nahezu jedem Ort der Welt zu bedienen. (dpa-Zentralbild)
Das regelmäßige Entlüften der Heizung kann helfen, bares Geld zu sparen (dpa-Zentralbild)
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Dem einen ist schnell warm, dem anderen kalt:

"Bei mir muss es immer sehr, sehr warm sein. Und am liebsten sitze ich abends immer mit dem Rücken an der Heizung." - "Überheizt macht faul und zu kalt macht ungemütlich, von daher ist es am schönsten, wenn es einigermaßen warm ist, ohne dass man dabei zu viel Energie verschwendet."

Menschen empfinden Temperaturen sehr unterschiedlich. Dennoch gilt als Faustformel für eine angenehme Temperatur in Aufenthaltsräumen wie dem Wohnzimmer: 20, 21 Grad. Für eine gleichbleibende Raumtemperatur sorgt dabei das Thermostat am Heizkörper.

"Die 20, 21 Grad ist bei den meisten Thermostatventilen die Einstellung auf drei. Wenn man dann auf zwei oder vier geht – eine von diesen Ziffern mehr oder weniger bedeutet eine Temperaturdifferenz von drei Grad. Also die Stellung auf vier wäre dann schon so was wie 23 oder 24 Grad."

Erklärt Reinhard Loch, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Stufe zwei auf dem Thermostat wären folglich 17, 18 Grad – genau die richtige Temperatur fürs Schlafzimmer.

"Wir raten aber auch dazu, es nicht kälter als 16 Grad werden zu lassen, denn wenn man es zu kalt werden lässt, drohen Feuchtigkeitsschäden durch die Raumluft, die dann an der kalten Wand sich niederschlagen und eben zu Schimmel führen können."

Im Winter ist Lüften besonders wichtig

Ohnehin nimmt die Schimmelgefahr in der Wohnung im Winter zu, deshalb ist Lüften gerade jetzt umso wichtiger.

Nachts und tagsüber wiederum, wenn niemand zu Hause ist, gehört die Heizung herunter gedreht. Wieder zu Hause sollte man keinesfalls voll aufdrehen, denn dadurch wird es nicht schneller warm – wie viele glauben – , sondern höchstens zu heiß, sodass Energie verschwendet wird. Man kann die Wohnung jedoch bei der Rückkehr schon warm vorfinden, wenn programmierbare Thermostate verwendet werden. Sie gehen vorher automatisch an. Mit vernetzten Thermostaten lässt sich das sogar von unterwegs steuern übers Internet.

Während Mieter die Temperatur nur in ihrer Wohnung regulieren können, haben Hausbesitzer zusätzlich Zugang zum Heizkessel. Der steht in Einfamilienhäusern meist im Keller.

"Bei dem Hauskessel für das gesamte Haus kann ich ihn einmal abschalten oder ich kann ihn absenken. Also die Heizkörper werden nicht dann mehr ganz so heiß und es wird vielleicht keine 20 Grad mehr in dem Zimmer, sondern nur noch 16 oder 18 Grad."

Luft im Heizungssystem  vermeiden

Doch selbst wenn man alles richtig macht, funktioniert die Heizung nicht immer wie sie sollte; wird einfach nicht richtig warm oder gluckert! Dann hat sich wahrscheinlich Luft im Heizkörper angesammelt. Um Luft abzulassen, muss man mit einem speziellen Schlüssel das Entlüftungsventil seitlich öffnen. Und es wieder schließen, wenn nur noch Wasser herausläuft. Der Verbraucherschützer Reinhard Loch rät:

"Wer da unerfahren ist, sollte vielleicht einen Nachbarn fragen, Freunde, die das können. Ansonsten im Zweifelsfall muss der Vermieter ran, denn der Vermieter ist ja eigentlich für die Heizkörper verantwortlich, wenn der nicht funktioniert, dann kann man auch dem Vermieter sagen, er soll einen Handwerker rufen, der das beseitigt."

Heizkörper freihalten

Und noch etwas ist wichtig: Damit Heizkörper ihre Wärme ungehindert abgeben können, müssen sie freigehalten werden. Vorhänge an Fenstern mit Heizkörpern darunter sollten oberhalb der Heizung enden und ein Sofa sollte mindestens 30 Zentimeter vor der Heizung stehen – und nicht direkt dran.

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