Dienstag, 18.09.2018
 
Seit 22:05 Uhr Musikszene
StartseiteVerbrauchertippMaue Noten für Klimaanlagen27.06.2018

EnergieeffizienzMaue Noten für Klimaanlagen

Wenn das Thermometer im Büro oder in Wohnräumen auf hohe Werte steigt, kommen häufig Klimaanlagen zum Einsatz. Doch die meisten davon verbrauchen große Mengen Strom und nutzen klimaschädliche Stoffe. Nur eines von zehn Testmodellen konnte die Stiftung Warentest überzeugen.

Von Dieter Nürnberger

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Das Außenteil einer Klimaanlage hängt in Essen (Nordrhein-Westfalen) an der Hauswand eines Mehrfamilienhauses.  (picture alliance / dpa / Caroline Seidel)
Das Außenteil einer Klimaanlage - sogenannte Splitgeräte haben beim Test besser abgeschnitten (picture alliance / dpa / Caroline Seidel)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast

Große Fensterflächen ohne Sonnenschutz oder auch eine schlechte Gebäudedämmung. Viele unterschiedliche Gründe treiben die Temperaturen in Innenräumen unangenehm in die Höhe. Insofern können Klimageräte lediglich vorhandene Bausünden oder auch schlechte Planung mildern. Auf dem Markt gibt es dafür zwei Varianten: Zum einen vergleichsweise günstige Monoblock-, zum anderen eher teure Splitgeräte. Stefan Scherfenberg von der Stiftung Warentest:

"Die Monoblockgeräte können Sie einfach im Baumarkt kaufen. Sie stecken sie zu Hause in die Steckdose und hängen dann den Abluftschlauch aus dem gekippten Fenster heraus. Die Splitgeräte: Das sind festinstallierte Klimaanlagen, die auch ein spezialisierter Monteur installieren muss. Die kosten auch bis zum achtfachen eines Monoblockgerätes."

Splitgeräte kühlen besser

Die festverankerten Splitmodelle bestehen aus einem Innen- und Außengerät, sie sind für den dauerhaften Einsatz konzipiert. Mieter benötigen für die Installation in der Regel die Zustimmung des Vermieters. Die Monoblöcke sind flexibler, sie können auch innerhalb der Wohnung bewegt werden. Beim wichtigsten Test-Kriterium, dem Kühlen, waren die Ergebnisse trotzdem eindeutig - vorn liegen die Splitgeräte:

"Die Splitgeräte haben es fast alle geschafft, innerhalb von zehn Minuten diesen 35 Grad Celsius warmen Raum auf 25 Grad runter zu kühlen. Die Monoblöcke brauchten im besten Fall 45 Minuten, und das langsamste Gerät brauchte sogar fast zwei Stunden. Das ist der Nachteil der Monoblöcke: Das Fenster ist gekippt und permanent strömt von draußen warme Luft wieder herein. Zusätzlich haben sie noch den Effekt, dass sich der dicke Abluftschlauch selber erhitzt und wirkt im Zimmer noch mal wie eine Heizung."

Stark klimaschädliche Kältemittel

Bei den Klimageräten wird die Luft mithilfe von Kältemitteln in einem geschlossenen Kreislauf gekühlt. Doch gelten die meisten der derzeit verwendeten Mittel als Klimakiller. Beispielsweise "R410A" - ein Gemisch mit einem Treibhauseffekt, der mehr als 2.000 Mal stärker ist, als der von Kohlendioxid. In der Warentest-Untersuchung verwendeten fast alle Modelle stark klimaschädliche Kältemittel.

"Bis auf zwei - die verwenden schon jetzt Propan. Da wird der Trend auch hingehen: Denn die besonders klimaschädlichen Kältemittel werden nach und nach verboten. Aber im Moment arbeiten die meisten Geräte noch mit solchen. Wenn Sie diese nicht fachgerecht entsorgen oder das Kältemittel entweicht bei nicht fachgerechter Installation - dann befeuert dies den Treibhauseffekt."

Nur ein gutes Splitgerät

Noch allerdings arbeiten nur einzelne Monoblockgeräte mit dem wenig klimaschädlichen Kältemittel Propan. Aufgrund der negativen Bewertungen bei diesen Umwelteigenschaften wurden die meisten Klimageräte bei der Gesamtnote abgewertet. Warentester Stefan Scherfenberg:

"Wir haben ein gutes Splitgerät gefunden: Von "Panasonic" - das kostet rund 2.500 Euro. Es kann sehr viel - also auch heizen. Wenn Sie allerdings nur für einzelne warme Tage Abhilfe möchten, dann können Sie auch ein Monoblockgerät kaufen: Die zwei, die mit dem klimafreundlichen Kältemittel ausgestattet sind, sind von "De'Longhi" und von "Comfee". Sie kosten ab 350 Euro. Die sind insgesamt befriedigend, weil sie halt durch den aus dem Fenster gehängten Schlauch weniger effizient sind als die Splitgeräte."

Die energieeffizienteren Splitgeräte verbrauchen zudem oft nur die Hälfte der Folgekosten an Strom. Allerdings zeigt die Bilanz der Stiftung Warentest: Auch wenn die täglichen Kosten für das Kühlen eher gering sind - hätte jeder Haushalt in Deutschland ein Klimagerät, bräuchte es zusätzliche Kraftwerke.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk