Die Nachrichten
Die Nachrichten

EnglandAusschuss im britischen Parlament fordert unabhängige Regulierung für Profifußball

Am 21.04.21 an der Stamford Bridge in London: Chelsea-Fans protestieren gegen die geplante Super League. (IMAGO / Sportimage)
Sport Bilder des Tages Fans gather to show their anger at Chelsea joining the proposed Super League, before their game a (IMAGO / Sportimage)

In Großbritannien hat ein Parlamentsausschuss, der die Strukturen des Profifußballs überprüfen soll, einen Zwischenbericht vorgelegt.

Die konservative Parlamentarierin Tracey Crouch schrieb an Sportminister Oliver Dowden, dass sie eine unabhängige regulierende Instanz im englischen Fußball für notwendig halte. Crouch empfahl zudem, dass im englischen Verband und in den Ligenverbänden unabhängige Funktionärinnen und Funktionäre einen Großteil der Sitze in den entscheidenden Gremien einnehmen sollten, statt beispielsweise entsendete Menschen von den Klubs. Die Vorsitzende des Ausschusses kritisierte auch die großen finanziellen Unterschiede im Fußball. Klubs in England sind nicht mitgliederbestimmt, was in Deutschland zumeist der Fall ist. Crouch schlug aber ein Vetorecht für Fans vor, beispielsweise bei einem Stadionverkauf, Namensänderungen oder dem Beitritt zu einer Super League.

Der Ausschuss habe mehr als 100 Stunden mit Fangruppen, Ligenvertreter*innen, dem englischen Verband, Klubs aller Klassen, sowie Spielerinnen und Spielern aus dem Männer- und Frauenfußball gesprochen. Am eindrucksvollsten seien aber die Beträge der Fans gewesen. "Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass einige Klubs ohne die Anstrengungen ihrer Fans nicht mehr existieren würden."

Der Ausschuss war ins Leben gerufen worden, nachdem zwölf europäische Großklubs eine sogenannte Super League gegründet hatten. Sechs der zwölf Klubs kamen aus England. Auch die Proteste zahlreicher Fangruppen in England hatten dazu geführt, dass sich die englischen Klubs offiziell wieder aus der Super League zurückzogen. In der Diskussion um die Strukturen im englischen Fußball ist immer wieder auf die 50+1-Regel aus Deutschland verwiesen worden. Diese verbietet es bei den meisten Klubs, dass ein Investor eine Stimmenmehrheit erlangen kann.

Diese Nachricht wurde am 22.07.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.