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StartseiteSternzeitDer wundersame Raumflug der Helen Sharman08.03.2019

Englands erste Frau im AllDer wundersame Raumflug der Helen Sharman

In einigen Jahren fliegt der zwölfte deutsche Mann in den Weltraum – eine deutsche Frau war noch nie im All. Die private Initiative "Die Astronautin" möchte das ändern und endlich einer Frau den Flug in die Umlaufbahn ermöglichen.

Von Dirk Lorenzen

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Die britische Astronautin Helen Sharman nach ihrer Landung (Science Museum/Sharman)
Die britische Astronautin Helen Sharman nach ihrer Landung (Science Museum/Sharman)

Doch ist zweifelhaft, ob sich eine viele Millionen Euro teure Mission ohne staatliche Unterstützung finanzieren lässt. Ein eindrucksvolles Beispiel, wie es sogar ohne eine Weltraumagentur ins All gehen kann, haben vor rund dreißig Jahren die Briten geliefert. Offizielle Stellen des Vereinigten Königreichs haben sich damals nicht für bemannte Raumfahrt interessiert.

Ende der 80er-Jahre taten sich mehrere britische Unternehmen und ein privater Fernsehsender zum Projekt Juno zusammen. Dem Aufruf, sich als Astronaut zu bewerben, folgten dreizehntausend Kandidaten. Die Chemikerin Helen Sharman setzte sich durch und begann ein anderthalbjähriges Training im Sternenstädtchen bei Moskau.

Nur beim Parabelflug, noch nicht im All: die schwerelose deutsche Astronautin-Kandidatin Suzanna Randall (Die Astronautin / Randall)Nur beim Parabelflug, noch nicht im All: die schwerelose deutsche Astronautin-Kandidatin Suzanna Randall (Die Astronautin / Randall)

Als das Konsortium nur Teile der erforderlichen Summe zusammenbrachte, stand das Projekt kurz vor dem Scheitern. Doch die Sowjetunion führte es auf eigene Kosten fort – auch in Hinblick auf die große internationale Wirkung.

So flog 1991 Helen Sharman als erste Britin ins All – sie war zudem die erste Frau, die die sowjetische Raumstation MIR besucht hat. An Bord hat sie biologische Experimente durchgeführt. Zu einem zweiten Raumflug, dieses Mal für die ESA, ist es nicht gekommen. Ob auch in Deutschland Unternehmen bereit wären, einer Frau die Reise in die Umlaufbahn zu ermöglichen, steht dagegen in den Sternen.

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