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StartseiteGesichter EuropasDer Gesundheitsdienst NHS 21.03.2020

Englischer PatientDer Gesundheitsdienst NHS

In Großbritannien wächst die Sorge: Denn es ist noch nicht abzusehen, was der Brexit für den staatlichen Gesundheitsdienst NHS bedeutet. Außerdem droht das Coronavirus den ohnehin schon überlasteten NHS in die Knie zu zwingen. Viele Ärzte und Pfleger arbeiten schon jetzt am Limit.

Von Marten Hahn

Demonstration gegen die vorübergehende Schließung einer Krankenhaus-Notaufnahme wegen Personalmangels (London News Pictures via ZUMA)
Demonstration gegen die vorübergehende Schließung einer Krankenhaus-Notaufnahme wegen Personalmangels (London News Pictures via ZUMA)

Der National Health Service – kurz NHS - ist eine ur-britische Institution. Der öffentliche Gesundheitsdienst Großbritanniens ist seit seiner Gründung für alle Bürger kostenlos. Oder besser gesagt: Er wird aus Steuereinnahmen finanziert. Darauf sind die Briten sehr stolz.

Doch von dem einstigen Glanz ist wenig übrig. Es fehlt an Personal, Geld und Betten. Brexiteers wie Boris Johnson verkündeten vor dem Referendum deswegen, ein Austritt aus der EU würde Millionen in die Kassen des NHS spülen. Doch Experten warnen: Der Brexit stellt den angeschlagenen Gesundheitsdienst vor neue Probleme.

Der britische Liedermacher Martyn Joseph (Marten Hahn) (Marten Hahn)Eine große Liebe, aber keine blinde
Für viele Briten ist der National Health Service mehr als nur ein staatlicher Gesundheitsdienst. Der Liedermacher Martyn Joseph geht sogar so weit, seine Liebe zum NHS künstlerisch zu verarbeiten. Doch von dem einstigen Glanz ist wenig übrig. Die aktuelle Bedrohung heißt COVID-19.

Hektik auf dem Krankenhausflur - der britische National Health Service leidet unter Personalmangel (picture alliance / PA Wire / empics / Peter Byrne) (picture alliance / PA Wire / empics / Peter Byrne)Harter Alltag im Krankenhaus
Zu wenig Ärzte, zu wenig Pfleger - dem britischen Gesundheitsdienst fehlt vor allem Personal. Viele NHS-Mitarbeiter haben dem Dienst den Rücken gekehrt, weil die Arbeitsbedingungen schlecht sind. Das schreckt neue Bewerber ab. Der Brexit könnte die Lage verschärfen.

Handschlag einer menschlichen und einer Roboterhand, auf dem Tisch darunter liegt ein Stethoskop (imago / Andrey Popov) (imago / Andrey Popov)Neue Technologien für den NHS
Der britische Gesundheitsdienst NHS braucht Geld. Die Regierung von Boris Johnson hat umgerechnet 280 Millionen Euro für den Einsatz neuer Technologien versprochen. Mithilfe künstlicher Intelligenz sollen Wartezeiten verkürzt, das Personal entlastet und somit Geld gespart werden.

Lastwagen im Stau auf der französischen A16 in Richtung Ärmelkanal (AFP / Denis Charlet) (AFP / Denis Charlet)Notfallpläne für Medikamente und Medizintechnik
Der Brexit stellt den britischen Gesundheitsdienst NHS vor ganz neue Probleme: Die Versorgung mit Medikamenten und Medizintechnik. Damit die Pharmabranche weiterhin liefern kann, haben viele Firmen Doppelstrukturen geschaffen - Labore auf dem europäischen Festland.

Schwangeres Paar bei der Ultraschalluntersuchung (imago / Monkeybusiness Panthermedia) (imago / Monkeybusiness Panthermedia)Schleichende Privatisierung
Viele Briten sind alarmiert: Sie fürchten, der überforderte staatliche Gesundheitsdienst NHS könnte privatisiert werden. Denn immer mehr Briten lassen sich privat versichern und entziehen damit dem staatlichen Dienst Ressourcen.

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