Samstag, 13. April 2024

Bundestag
Enquete-Kommission: Afghanistan-Einsatz "strategisch gescheitert"

Die Enquete-Kommission des Bundestages zur Aufarbeitung des deutschen Militäreinsatzes in Afghanistan hält die Mission für weitgehend gescheitert.

19.02.2024
    Straßenszene aus Masar-i-Scharif in Afghanistan: Ein deutscher Soldat patroulliert durch den Vordergrund des Bildes, mit dem Rücken zum Fotografen. Er bewegt sich weg von drei afghanischen Zivilisten, die im Hintergrund des Bildes stehen und zu ihm schauen.
    Der Einsatz der deutschen Bundeswehr in Afghanistan ist laut Enquete-Kommission gescheitert. (Archivbild) (picture alliance / dpa | Maurizio Gambarini)
    In einem in Berlin veröffentlichten Zwischenbericht des Gremiums heißt es unter anderem, der Einsatz von 2001 bis 2021 sei in Gänze kein Erfolg gewesen. Deutschland und seine internationalen Partner hätten es nicht vermocht, ein stabiles Afghanistan zu schaffen. In dem Bericht wird unter anderem eine unzureichende Abstimmung der deutschen Ministerien mit Militär, Polizei, Diplomatie und Entwicklungshilfe in Afghanistan festgestellt.
    Der internationale Einsatz hatte nach den Terror-Anschlägen in den USA vom 11. September 2001 begonnen. Rund 93.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten leisteten in den fast 20 Jahren Dienst in Afghanistan; 59 kamen dabei ums Leben. Die Enquete-Kommission war ein Jahr nach dem überstürzten Abzug der internationalen Streitkräfte einberufen worden. Damals hatten die islamistischen Taliban die Kontrolle über das Land errungen.
    Diese Nachricht wurde am 19.02.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.