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StartseiteVerbrauchertippSchneiden, lasern, wegmachen29.10.2019

Entfernung von TattoosSchneiden, lasern, wegmachen

Fast jeder Zehnte in Deutschland ist tätowiert, bei den 19- bis 29-Jährigen ist es sogar jeder Vierte. Oft ist es aber dann doch nicht das Tattoo fürs Leben. Wer die Zeichnung auf der Haut wieder loswerden will, sollte beim Entfernen auf einige Dinge achten.

Von Angelika Gördes-Giesen

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Ein Unterarm wird von zwei Händen tätowiert.  (dpa / Horst Ossinger)
Tattoos sind nach wie vor weit verbreitet. (dpa / Horst Ossinger)
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Tätowierungen sind schon lange kein Aufreger-Thema mehr. Aber wie sicher sind die Farben und kann man sie wieder entfernen?

Fragen, die Tätowierer Andreas Schulz immer wieder beantworten muss:

"Wenn sich ein Tattoo entzündet, das Risiko liegt dann beim Kunden. Ich als Tätowierer kann natürlich nur dafür sorgen, dass ich gute Farbe verwende, sprich ich kaufe bei einem lizenzierten Händler für Tattoo-Farben."

Aber auch Tattoos verblassen, entzünden sich oder der Hautschmuck gefällt einem nicht mehr. Eine Tattoo-Entfernung wird kaum von Studios angeboten. Meist sind es Kosmetikstudios, die per Laser eine Tattoo-Entfernung anbieten. Sie müssen aber besondere Fachkenntnisse haben und hier sollte man genau nachfragen.

Rausschneiden klappt nicht immer

Schmerzlos ist die Tattoo-Entfernung aber nicht, besonders bei entzündeten Tattoos. Bei der Behandlung ist Vorsicht geboten, so die Erfahrung von Professor Randolf Brehler von der Hautklinik der Uni Münster:

"Wenn es deutlich entzündet ist, würden wir empfehlen, eine Hautprobe zu nehmen und diese Hautprobe wird untersucht auf Bakterien. Und dann kann da untersucht werden, welche Farbe ist denn wirklich drin. Wenn dem so ist, bleibt dann die Frage: Was mache ich mit dem Tattoo?"

Kleine Tattoos, zum Beispiel eine kleine Blüte oder eine Sternchen, lassen sich beim Hautarzt herausschneiden, aber das klappt nicht immer, erklärt Hautärztin Sonja Grundmann:

"Wenn es klein genug ist, kann man sich auch kleine Tattoos rausschneiden lassen, aber meisten haben die Tattoos schon eine Größe und da hat man Spannungen auf der Haut. Wenn sie an bestimmten Stellen liegen, ist es nicht so einfach, die Tattoos zu entfernen. Man würde es dann komplett rausschneiden und schichtenweise die Haut wieder zunähen. Das gibt Narben und die können breit sein und das ist meistens nicht ganz so schön."

Hautverträglicher sind Behandlungen mit Laser:

"Die Laserbehandlung ist die Methode der Wahl, weil die Tattoos durch das Laserlicht aufgesprengt werden und dann vom Immunsystem als fremd erkannt und die Farbpartikel dann vom Lymphsystem abgebaut."

Keine Erstattung der Krankenkasse

Nicht fachgerechte Laser-Behandlungen können jedoch zu Verbrennungen und Hautschäden führen. Um Patienten zu schützen, gibt es jetzt neue gesetzliche Regelungen. Ab 2021 dürfen nur noch Ärzte mit Fachausbildung wie Plastische Chirurgen oder Hautärzte Tattoos entfernen. Schon heute gehört das für Sonja Grundmann zum Alltag in der Fachklinik Hornheide in Münster:

"Es gibt mittlerweile neue Laser-Systeme; das sind Pico-Laser-Systeme. Man braucht dann deutlich weniger Sitzungen und die Laserimpulse sind sehr kurz, somit kommt wenig Wärme in die Haut. Dadurch schützt man die Haut, aber diese Lasersysteme sind sehr, sehr teuer und das haben nur wenig Praxen, die sich auf Tattoo-Entfernung spezialisiert haben."

Die normale Tattoo-Entfernung wird nicht von den Krankenkassen erstattet. Man muss sie selbst bezahlen und da kommen schnell 1.000 Euro zusammen, so Sonja Grundmann:

"Es kommt natürlich auf die Größe des Tattoos an, aber pro Sitzung 80 bis 150 Euro so grob für ein Tattoo - so zehn mal zehn Zentimeter -und man braucht acht bis zwölf Sitzungen."

Die Behandlung erstreckt sich oft über ein bis eineinhalb Jahre. Die Haut muss nach der Behandlung gut versorgt werden und braucht Zeit zur Regeneration Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit, den Hautschmuck zu verändern: Manche Menschen lassen sich ein neues Tattoo über das alte Motiv stechen. Doch auch dafür sollte man sich vorher einer Laserbehandlung unterziehen, um das Tattoo aufzuhellen.

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