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EntomologieKlimawandel könnte Risiko auf Madenbefall beim Menschen erhöhen

Zur Wundheilung eingesetzte Maden liegen auf einer Mullbinde. (picture-alliance/ dpa - CTK Igor Sefr)
Maden der Lucilia sericata suchen nach Gewebe, dass sie abbauen können. Während einige Arten für die Wundheilung genutzt werden, lösen andere Krankheiten aus. (picture-alliance/ dpa - CTK Igor Sefr)

Mit steigenden Temperaturen aufgrund des Klimawandels könnte in Deutschland das Risiko eines Fliegenmadenbefalls bei Menschen steigen.

Der Entomologe Jens Amendt von der Universität Frankfurt berichtete dem Deutschlandfunk, in den vergangenen Jahren hätten Ärzte zwischen acht und 23 Fälle der sogenannten Myiasis gemeldet. Zuletzt habe er häufiger Anfragen von Hausärzten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen erhalten mit der Bitte, Fliegenlarven zu identifizieren. Dabei sei ihm aufgefallen, dass diese in Jahreszeiten mit extremen Hitzeperioden und schwülen Nächten lägen. Er vermute zudem, dass die Dunkelziffer viel höher ist.

Amendt spricht sich dafür aus, die Myiasis-Zahlen systematischer zu erfassen. Das wäre eine Möglichkeit, Arten zu finden, die bislang in Deutschland noch nicht vorgekommen seien. "Es gibt definitiv Arten, die aus dem afrikanischen, asiatischen Bereich bei den Schmeißfliegen in Südeuropa schon langsam an die Tür klopfen." Diese seien auch mit mehr gesundheitlichen Risiken für die Menschen verbunden, die sie befallen.

Nach Angaben des Experten für forensische Insektenkunde sind aktuell derzeit vor allem Obdachlose und Pflegebedürftige betroffen. Andere Menschen fangen sich solche Parasiten eher auf Reisen in den Süden ein.