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StartseiteVerbrauchertippAlte Dinge verschenken, aber richtig18.09.2019

EntrümpelnAlte Dinge verschenken, aber richtig

Vor allem intakt und sauber sollten Dinge sein, die noch verschenkt werden können. Dann freuen sich zahlreiche Initiativen und karitative Einrichtungen über solche Spenden. Aber: Manche Sachen sollten lieber ohne Umwege zum Recyclinghof - wie etwa altes technisches Gerät oder Lacke.

Von Margret Bielenberg

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Ein Mitarbeiter eines Betriebs für Haushaltsauflösungen verpackt am Dienstag (10.07.2012) in Mannheim in einer Wohnung Gegenstände in einen Umzugskarton.  (dpa / Uwe Anspach)
Haushaltsauflösung: Manche Dinge lassen sich noch verschenken (dpa / Uwe Anspach)
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Der alte Fernseher, das Kinderspielzeug von früher oder die ungenutzte Sportausrüstung. Wer entrümpeln will, weiß häufig nicht, wo anfangen. Dabei gilt es, sich erst einmal darüber klar zu werden, ob etwas verkauft, verschenkt oder verschrottet werden soll, sagt Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg:

"Wenn die Dinge noch funktionsfähig sind - das ist die entscheidende Frage - und in einem einigermaßen guten Zustand, dann sollte man sie nach Möglichkeit weiterverwenden. Ich frage natürlich zuerst im Familienverband und in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Die nächste Geschichte wäre dann, dass man lokal an einem spontan organisierten Flohmarkt teilnimmt oder an einem Schulfest."

Verschenken statt verkaufen

Viele alte Dinge lassen sich nicht mehr gut verkaufen. Auch den Aufwand scheuen viele und möchten lieber etwas spenden. Aber wohin mit den Sachen? Ansprechpartner sind zum Beispiel karitative Träger wie beispielsweise die Arbeiterwohlfahrt, das Deutsche Rote Kreuz oder die Diakonie.

"Das wären professionelle Verwerter, wo ich dann in die Kleiderverwertung gehen kann, wo es verschiedene Stellen gibt. Oder ich kann auch in einen professionellen Flohmarkt von Sozialkaufhäusern gehen."

In so einem Sozialkaufhaus arbeitet Martina Heinzke. Sie ist ehrenamtliche Mitarbeiterin bei Cappello e.V. in Hamburg und freut sich über Spenden aller Art:

"Kaufen bei uns kann man eigentlich alles, was es im Haushalt gibt. Alles außer Möbel sagen wir immer, auch, wenn jemand fragt, was er bei uns spenden kann. Dafür haben wir keinen Platz, aber ansonsten über Haushaltswaren, Kleidung, Spielwaren, Bücher, CDs, DVDs. Eigentlich so alles, was man sich im täglichen Haushalt vorstellen kann, das kriegt man auch bei uns."

Sachen sollten sauber und in Ordnung sein

Hier kaufen meist Leute, die wenig Geld haben. Kleidung gibt es schon ab 50 Cent, sagt Martina Heinzke. Trotz der vielen Spenden appelliert sie an die Menschen, die etwas bringen:

"Was für uns wichtig wäre, weiterzugeben, wäre die Sache, dass die Spenden, die wir bekommen oder auch Kleidung, dass das sauber und in Ordnung sein sollte. Wir bekommen häufig Sachen, wo die Leute sagen, das ist ja noch irgendwie gut, aber da sind dann Löcher drin, Flecken, ähnliches und das ist für uns frustrierend."

Neben Sozialkaufhäusern gibt es weitere Einrichtungen. Suchbegriffe im Internet wie beispielsweise "Kleiderkammer", "Fairkauf", "Umsonstladen" oder "Verschenkmarkt" helfen weiter. Manchmal werden die Dinge auch zu Hause abgeholt. In einigen Städten gibt es sogenannte Giveboxen. Dort kann jeder hineinstellen, was er zu verschenken hat und sich gleichzeitig herausholen, was er benötigt.

Manche Dinge lassen sich nicht mehr weiter geben, sagt Tristan Jorde:

"Wenn man sehr alte Geräte hat, die potenziell gefährlich sind, zum Beispiel alte Röhrenfernseher oder so etwas in der Art, dass man das nicht auf Abenteuerreisen schickt, sondern dass man da den kürzesten und zwar den professionellen Entsorgungsweg wählt, zum Recyclinghof. Auch wenn man alte Lackdosen findet, Holzschutzmittel, das können zum Teil hochgiftige Chemikalien sein, da sollte man keine Experimente machen, ob das noch taugt oder nicht, sondern das einfach in die Abgabestelle für gefährliche Abfälle, Problemstoffe bringen."

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