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EntwicklungsländerAkzeptanz für medizinische Hilfe verbessern

Der Kinderarzt Joachim Gardemann bei einem Einsatz im Ebola-Gebiet in Kenema (Sierra Leone). (Maija Tammi (Rotes Kreuz Finnland))
Ein Arzt bei einem Einsatz im Ebola-Gebiet in Sierra Leone (Maija Tammi (Rotes Kreuz Finnland))

Medizinische Hilfe in Entwicklungsländern wird mitunter durch Vorbehalte in der Bevölkerung erschwert.

Dieses Problem will das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin durch einen neuen Forschungsbereich angehen. Notwendig seien neue Konzepte, um Infektionskrankheiten wie Malaria oder Ebola wirksamer zu bekämpfen, sagte Institutschef Tannich. So sei die Zahl der Malaria-Infektionen trotz milliardenschwerer Forschung bislang nicht rückläufig. Deshalb wolle man gemeinsam mit Psychologen, Anthropologen und Kommunikationsforschern neue Konzepte entwickeln.

Was das konkret bedeutet, erläutert der Leiter der Infektionsforschung am Bernhard-Nocht-Institut, May. Ob etwa eine Tablette tatsächlich eingenommen werde, hänge auch von ihrer Form und Farbe ab: "Der Wirkstoff allein reicht nicht." Bettnetze etwa seien sinnvoll, um Mücken- und Moskito-Stiche zu verhindern. Weil weiße Tücher in einigen Regionen aber als Grabtücher gelten, sei es sinnvoll, die Bettnetze einzufärben.

Der Bund und die Stadt Hamburg investieren in den neuen Forschungsbereich bis 2022 rund acht Millionen Euro. Schwerpunkt der Arbeit ist Afrika.