Mittwoch, 23.09.2020
 
Seit 14:30 Uhr Nachrichten
Startseite@mediasresJournalist beklagt fehlerhafte Einträge30.08.2017

Entzug der G20-AkkreditierungenJournalist beklagt fehlerhafte Einträge

Der Entzug der Akkreditierungen für Journalisten beim G20-Gipfel macht weiter Schlagzeilen. Der BKA-Auszug, der dem betroffenen Journalisten Björn Kietzmann nun zugestellt wurde, enthält 18 "Delikte", die es so gar nicht gegeben hat. Im Deutschlandfunk sagte er, das Vorgehen des BKA bedrohe den Journalismus.

Der russische Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin äußert sich am 07.07.2017 im Medienzentrum für Journalisten, das anlässlich des G20-Gipfels eingerichtet wurde.  (dpa / Christina Sabrowsky)
Macht immer noch Schlagzeilen: G20-Gipfel (dpa / Christina Sabrowsky)
Mehr zum Thema

Entzogene G20-Akkreditierungen Ein skandalöser Vorgang

Aufklärung über entzogene G20-Akkreditierungen Wenn beim LKA niemand ans Telefon geht

Vier Wochen nach G20 Gesperrte Journalisten weiter ohne Auskunft

Akkreditierungen zum G20-Gipfel "Misstrauen in den Blick nehmen"

G20-Gipfel und die Presse "Eine ungeheuerliche Stigmatisierung"

Journalisten beim G20-Gipfel "Der hat mir einen auf die Zwölf gegeben"

"Mir wird unter anderem vorgeworfen, dass ich einen Böller geworfen haben soll", sagte der Bildjournalist Björn Kietzmann im Deutschlandfunk. 2011 sei er bei einer Demonstration in Berlin-Kreuzberg deshalb festgenommen worden. Dabei sei er lediglich in der Nähe des Böllers gewesen; die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein. Dieser und andere beim BKA gespeicherte Einträge haben offenbar dazu geführt, dass seine Akkreditierung für den G20-Gipfel in Hamburg zurückgenommen wurde.

Bis dahin habe er keine Probleme gehabt, auch bei Veranstaltungen, die größere Sicherheitsvorkehrungen hatten, zu fotografieren oder von ihnen zu berichten, so Kietzmann. Er habe deshalb immer noch keine Erklärung, warum er beim G20-Gipfel aussortiert wurde.

"Das Vorgehen des BKA bedroht den Journalismus als solchen", sagt Kietzmann. Man könne nicht mehr wissen, ob die Berichterstattung über eine Demonstration gleich zum Verdacht führe, Teilnehmer dieser Demonstration zu sein. Im Endeffekt könnte es sogar bedeuten, dass sich potenzielle Auftraggeber fragen: "Mensch, können wir den überhaupt buchen?"

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk