Samstag, 25. Juni 2022

Covid-19
Epidemiologe Klaus Stöhr hält Corona-Masken tragen und Abstand gegenwärtig für unnötig

Trotz gestiegener Corona-Fallzahlen in diesem Sommer sieht der Epidemiologe Klaus Stöhr derzeit keinen Grund für verschärfte staatliche Alltagsbeschränkungen.

24.06.2022

Klaus Stöhr im Porträt
Der Epidemiologe Klaus Stöhr (imago/ teutopress)
Masken tragen und Abstand halten sei gegenwärtig nicht notwendig, sagte der Wissenschaftler, der dem Sachverständigenausschuss zur Beurteilung der Corona-Beschränkungen angehört, den Ippen Medien. Es gebe zum einen keine Anzeichen für eine Überlastung des Gesundheitswesens. Zum anderen schöben die Maßnahmen nur die Infektionen nach hinten. Verhindern werde man sie sowieso nicht. Durch Verhindern steige vielmehr die Gefahr, dass der "Peak im Winter" größer werde.
Dass die kostenlosen Corona-Bürgertests bald nicht mehr allen zugänglich sein sollen, hält Stöhr für richtig. Man sollte zur Normalität zurückkehren und dies sei, man führe einen Test bei Erkrankten durch, wenn das Ergebnis relevant für die Therapie ist. Ausnahme seien lediglich Krankenhäuser, Pflegeheime oder ähnliches, wo es auch um die Vermeidung von Infektionen gehe und den Schutz vulnerabler Gruppen. Stöhr bekräftigte darüber hinaus die von vielen geäußerte Kritik an den Datenlücken hierzulande. So sei unklar, welche Altersgruppen oder Bevölkerungsschichten noch nicht geimpft oder durch überstandene Infektionen natürlich immunisiert seien. Andere Länder wüssten durch Studien besser Bescheid.
Diese Nachricht wurde am 24.06.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.