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Epidemiologe Krause"Durch Lockdown alleine werden Todesfälle nicht verhindert"

Der Mediziner Gérard Krause, Leiter der Abteilung Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. (Picture alliance/ Holger Hollemann)
Der Mediziner Gérard Krause, Leiter der Abteilung Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. (Picture alliance/ Holger Hollemann)

Der Epidemiologe Gerard Krause vom Helmholtz-Zentrum in Braunschweig hat den Schutz von Risikogruppen in der Coronapandemie angemahnt.

Krause sagte im Deutschlandfunk, wenn es nicht gelinge, spätestens jetzt den Hygiene- und Infektionsschutz in Alten- und Pflegeheimen sowie in geriatrischen Kliniken zu verstärken, werde eine große Zahl von Todesfällen zu beklagen sein. Er unterstütze die Empfehlung der Ständigen Impfkommission, zunächst in diesen Einrichtungen gegen das Coronavirus zu impfen.

Das Personal dort zu impfen sei sinnvoll, denn es komme als Überträger in Frage. Ob die Impfung signifikant vor der Übertragung schütze sei allerdings noch unklar, da die Studien dies nicht als Messparameter hatten. Eine Diskussion über eine mögliche Impfpflicht für diese Berufsgruppe hält Krause nicht für sinnvoll. Die Argumente für die Impfung seien offenkundig, gute Information und Überzeugung sollten ihm zufolge ausreichen.

Wenn die Impfpriorisierung stringent durchgehalten werde, gehe auch die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zurück. Dafür müsse aber die Mehrheit der Hochrisikopatienten geimpft werden, was eine große Bevölkerungsgruppe sei.

Den Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Söder, eine FFP2-Maskenpflicht einzuführen, bezeichnete der Epidemiologe als sinnvoll, da sie einen effektiveren Eigenschutz vor einer Erkrankung böten. Allerdings müssten die Masken auf gerechte Weise verfügbar sein.

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Diese Nachricht wurde am 14.01.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.