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EpigenetikKälte macht schlank

Pinguin in der Antarktis. (Deutschlandradio/Folkert Lenz)
Kälte macht schlank. (Deutschlandradio/Folkert Lenz)

Zwischen dem Körpergewicht und dem Zeitpunkt der Zeugung gibt es offenbar einen Zusammenhang.

Wissenschaftler der ETH Zürich haben herausgefunden, dass Kälte vor der Zeugung bei den Nachkommen zu mehr braunem Fettgewebe führt und diese vor Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen schützt. Braunes Fettgewebe verbrennt nämlich Kalorien, um Wärme zu produzieren. Das Forscherteam konnte zeigen, dass eine zentrale Weichenstellung schon vor der Zeugung stattfindet: Hält sich der Vater vor der Zeugung in der Kälte auf, haben die Nachkommen mehr aktives braunes Fettgewebe. Das bedeutet, dass sich ein Umwelteinfluss, dem sich der Vater aussetzt, auf seine Kinder überträgt. Die Wissenschaftler haben so erstmals den genetischen Effekt eines Umweltfaktors nachgewiesen.

Für ihre Untersuchung analysierten die Wissenschaftler computertomografische Bilder von 8.400 Erwachsenen. Dabei zeigte sich, dass Personen, die von Juli bis November Geburtstag haben, signifikant mehr aktives braunes Fettgewebe besaßen als Personen mit Geburtstag von Januar bis Juni - und in der Mehrheit schlanker waren.

Über das Thema berichtete auch die Dlf-Sendung "Forschung aktuell".

Diese Nachricht wurde am 14.07.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.