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StartseiteKalenderblattEr war für Frieden und gegen Gewalt08.12.2005

Er war für Frieden und gegen Gewalt

Vor 25 Jahren wurde John Lennon in New York erschossen

Er war der Rhythmusgitarrist und der intellektuelle Kopf der Beatles: John Lennon. Sein Stil prägte die Gruppe. Nach der Trennung von der legendären Band experimentierte er gemeinsam mit seiner zweiten Frau Yoko Ono an neuen künstlerischen Ausdrucksformen. Erschossen wurde John Lennon in New York - von einem einstigen Verehrer.

Von Michael Kleff

John Lennon wäre im vergangenen Oktober 65 Jahre alt geworden. (AP Archiv)
John Lennon wäre im vergangenen Oktober 65 Jahre alt geworden. (AP Archiv)

In der Nacht vom 8. Dezember 1980 meldete CBS, dass John Lennon erschossen worden war. Yoko Ono und der Ex-Beatle waren spät am Abend auf dem Weg von einem Plattenstudio zurück in ihre New Yorker Wohnung im luxuriösen Dakota-Haus - direkt am Central Park gelegen. Vor der Tür feuerte der geistesgestörte Fan Mark Chapman sieben Mal auf den Musiker. Notarzt Stephen Lynn konnte wenig später nur noch Lennons Tod mitteilen.

"Er war schon bei meinem Eintreffen tot. Es wurde alles unternommen - doch die Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Er hatte mehrere Einschusswunden in der Brust, am linken Arm und im Rücken."

Ich glaube nicht an die Beatles. Ich glaube nur an Yoko und an mich, sang John Lennon mit der Plastic Ono Band 1969, was das faktische Ende der Gruppe bedeutete. Nach der Scheidung von seiner ersten Frau Cynthia im Jahr zuvor hatte er die japanische Happeningkünstlerin Yoko Ono geheiratet, die sowohl von Fans als auch von den anderen Beatles wenig gelitten war. Im Bett sitzend, sorgte das frisch vermählte Paar für weltweiten Medienrummel mit seinen so genannten "Bed-Ins" für den Weltfrieden.

"Wir wollen der Welt, vor allem der Jugend und denen, die für Frieden und gegen Gewalt protestieren, eine Botschaft übermitteln. Mit unserem Happening zeigen wir, was man alles machen kann. Frieden lässt sich nur mit friedlichen Mitteln erreichen. Das Establishment mit seinen eigenen Waffen zu bekämpfen, wäre ein Fehler. Das Spiel haben sie bislang immer gewonnen. Mit Gewalt kennen sie sich zu gut aus. Aber mit friedlichem Humor können sie nicht umgehen."

Dieser Titel von 1969 wurde zur Hymne der Friedensbewegung - und Lennon zu einer ihrer Hauptfiguren. Gemeinsam mit Yoko Ono engagierte er sich in zahlreichen politischen Bewegungen. So traten sie beide für die Rechte der Frauen und gegen den Vietnamkrieg ein. Bei all seiner Kritikfreudigkeit sei ihr erster Mann dennoch ausgesprochen konfliktscheu gewesen, sagt Cynthia Lennon.

"Es sei denn, er hatte einen getrunken. Im Alltag wich er jedem Konflikt aus. Seine zur Schau gestellte harte Schale war reiner Selbstschutz. Er lief lieber weg als jemanden zur Rede zu stellen."

1972 siedelten Lennon und Ono nach New York um. Dabei bereiten die Einwanderungsbehörden und das FBI dem Engländer alle erdenklichen Probleme. Nach seinem Erfolgsalbum "Imagine" von 1971 erschienen in seinen knapp acht New Yorker Jahren nur wenige Platten. Für lange Zeit verschwand John Lennon sogar fast völlig aus der Öffentlichkeit. Bis er kurz vor seinem Tod dann die Gitarre doch wieder in die Hand nahm und ein Album mit fast ausschließlich persönlichen Titeln einspielte.

John Lennon wäre im vergangenen Oktober 65 Jahre alt geworden. Sein plötzlicher Tod am 8. Dezember 1980 bedeutete auch für Paul McCartney einen großen Schock.

"Aber die Zeit vergeht und du erinnerst dich an das, was schön war. Ich bin froh, dass wir damals nicht zusammen gearbeitet haben. Dann wäre es nicht nur ein persönlicher Schlag gewesen, einen Freund zu verlieren. Sondern es wäre auch eine berufliche Katastrophe gewesen. Ich habe ihn geliebt und das tue ich noch immer."

Zu Ehren von John Lennon wurde im Central Park das Strawberry Fields Memorial angelegt, wo sich viele Menschen alljährlich am Todestag des Musikers versammeln.

"Johns Botschaft an uns lautete: Frieden und Liebe in der Welt. Um diese Botschaft geht es auch uns, wenn wir hier einmal im Jahr in seinem Namen dazu auffordern, die Waffen niederzulegen, sich gegenseitig und sich selbst zu achten."

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