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Erdbebengefahr in IstanbulKieler Forscher messen hohe Spannung unter Marmarameer

Das Foto zeigt eine Landkarte des Marmarameeres mit Istanbul und die Umgebung im Nordwesten der Türkei (dpa-Bildfunk / Envisat / ESA)
Erdbebengefahr für Istanbul: Forscher messen Spannung unterm Meer (dpa-Bildfunk / Envisat / ESA)

Im Marmarameer in der Nähe von Istanbul hat sich eine erhebliche tektonische Spannung aufgebaut, die sich als Erdbeben entladen könnte.

Fachleute vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung haben das mit einer neuen Messtechnik nachgewiesen. Projektleiterin Heidrun Kopp sagte im Deutschlandfunk, man verfüge erstmalig über Daten direkt vom Meeresboden. Bisher sei man auf Daten vom Land oder von Satelliten angewiesen gewesen. Nur funktioniere beides unter Wasser nicht.

Daher entschieden die Forscherinnen und Forscher sich, mit akustischen Wellen zu arbeiten - nicht zuletzt, weil Schallwellen sich unter Wasser gut ausbreiteten. Entstanden ist ein Messsystem "über die Plattengrenze hinweg".

Beben von 7,1 bis 7,4 denkbar

Das Ergebnis: Die eurasische und die anatolische Erdplatte haben sich an dieser Stelle "komplett ineinander verhakt". Das heißt: Sie bewegen sich nicht. Folglich baut sich laut Heidrun Kopp eine enorme Spannung auf - die sich langfristig in einem Beben mit einer Stärke von 7,1 bis 7,4 lösen könnte. Anders gesagt: Der Boden an der Verwerfungszone würde sich auf einen Schlag um mehr als vier Meter bewegen.

Ihre Erkenntnisse haben die Forscherinnen und Forscher im Fachblatt "Nature Communications" veröffentlicht. Das gesamte Interview mit Heidrun Kopp hören Sie in der Sendung "Forschung aktuell" im Deutschlandfunk.