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StartseiteComputer und KommunikationDas Info-Update21.09.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltDas Info-Update

Blockchain-Strategie der Bundesregierung +++ Datenleck mit Patienteninformationen +++ Facebook-Chef in Washington +++ Amazon will CO2-neutral werden +++ Kein schneller Siegeszug für Digitalgeld +++ Streaming-Bande ausgehebelt +++ Überwachung auf Basis künstlicher Intelligenz +++ Datenleck in Ecuador

von Piotr Heller

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Die Bundesregierung hat ihre Blockchain-Strategie vorgelegt

Darin sind 44 Maßnahmen zur Nutzung und Förderung der Technologie aufgeführt. So plant die Bundesregierung etwa, Energieanlagen Blockchain-basiert an eine öffentliche Datenbank anzubinden. Außerdem soll die Verifikation von Hochschulzertifikaten auf Basis der Blockchain gefördert werden.

Der Digitalverband Bitkom begrüßte das Vorhaben. Die Initiative könne der jungen Technologie den nötigen Schub verleihen. Von den Grünen kam die Kritik, dass die Strategie wenig Antworten auf drängende Fragen liefere, zum Beispiel zur steuerrechtlichen Behandlung von Krpyto-Token. Die FDP kritisierte die ablehnende Haltung gegenüber der geplanten Facebook-Digitalwährung Libra.

Dabei handelt es sich um einen so genannten Stablecoin, der an einen Währungskorb gekoppelt ist und so vor starken Kursschwankungen geschützt werden soll. In der Blockchain-Strategie steht, man werde sich auf europäischer und internationaler Ebene dafür einsetzen, dass Stablecoins keine Alternative zu staatlichen Währungen werden.

Als Blockchain bezeichnet man eine Liste aus kryptographisch verketteten Datensätzen. Die Digitalwährung Bitcoin ist ein Anwendungsbeispiel dieser Technologie.

Quelle: dpa | BMWI


Die Ursache für das Datenleck mit Patienteninformationen waren wohl falsch eingerichtete Server

Anfang der Woche hatte unter anderem der Bayrische Rundfunk über das Datenleck berichtet: Insgesamt 16 Millionen Datensätze von Patienten aus 50 Ländern waren frei im Internet abrufbar. Es handelte es um Röntgenbilder, MRT-Aufnahmen und persönliche Informationen.

Schuld sollen falsch konfigurierte Server gewesen sein, die als Sammelstelle für derartige Bilder dienen. Sicherheitsforscher waren laut dem online Portal heise.de auf IP-Adressen dieser Server gestoßen und konnten so auf die Bilder zugreifen.

In Deutschland sind laut dem Bericht mehr als 13.000 Datensätze von Patienten betroffen. Der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Ulrich Kelber, sagte, dass nun geklärt werden müsse, ob möglicherweise auch Drittanbieter in der Verantwortung stehen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es hohe Bußgelder geben werde.

Quelle: dpa | heise.de | WDR


Facebook-Chef Mark Zuckerberg lehnt eine Aufspaltung seines Konzerns ab

Zuckerberg hat sich am Donnerstag in Washington mit US-Senatoren getroffen. Der Republikaner Josh Hawley soll ihm dabei geraten haben, WhatsApp und Instagram zu verkaufen, wenn er es mit dem Schutz der Privatsphäre ernst meine. Das sagte Hawley selbst nach dem Treffen. Zuckerberg soll ihm entgegnet haben, dass er das nicht für eine tolle Idee halte.

Es gab auch ein Treffen zwischen Zuckerberg und US-Präsident Trump, von dem jedoch keine Details bekannt sind.Facebooks Dienste haben insgesamt über 2,5 Milliarden Nutzer. Kürzlich haben mehrere Dutzend US-Bundesstaaten eine Untersuchung wegen möglicher Kartellrechtsverstöße durch Facebook eingeleitet.Es geht darum, ob der Konzern die Auswahlmöglichkeiten der Verbraucher eingeschränkt und die Preise für Werbeanzeigen hochgetrieben hat.

Quelle: afp | ap | dpa


Amazon will bis zum Jahr 2040 CO2-neutral werden

Das hat Konzernchef Jeff Bezos Ende der Woche in Washington angekündigt. Um das Ziel zu erreichen, will der Online-Händler die Energieversorgung seiner Infrastruktur innerhalb von elf Jahren komplett auf erneuerbare Energien umstellen.

Zudem hat Amazon angekündigt 100 000 elektrische Lieferwägen des amerikanischen Elektroauto-Startups Rivian zu kaufen. Bisher hat das Unternehmen noch nicht mit der kommerziellen Fertigung von Lieferfahrzeugen begonnen. Die ersten Modelle sollen im Jahr 2021 an Amazon ausgeliefert werden.

Quelle: dpa | Reuters


Finanzmarktexperten sagen Digitalgeld keinen schnellen Siegeszug voraus

Die Wahrscheinlichkeit, dass digitale Währungen innerhalb des nächsten Jahrzehnts zum Hauptzahlungsmittel avancieren, wird im Schnitt bei gut 20 Prozent veranschlagt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

An der Umfrage haben knapp 200 Finanzexperten teilgenommen. Die Autoren schreiben, dass kritische Äußerungen der Finanzministerien in Deutschland und Frankreich bezüglich Digitalwährungen die Erwartungen der Experten eingetrübt zu haben scheinen.

Quelle: Reuters


Ermittler haben eine internationale Streaming-Bande ausgehebelt

Die Verdächtigen betrieben Server mit Inhalten von Pay-TV-Sendern. Ihre Kunden konnten diese Inhalte für einen Bruchteil des eigentlichen Preises anschauen. Die Ermittler haben nun 200 dieser Server vom Netz genommen. Das teilte die europäische Justizbehörde Eurojust Mitte der Woche mit. Nach Schätzungen der Ermittler beläuft sich der Schaden für die legalen Anbieter der Inhalte auf etwa 6,5 Millionen Euro. 22 Verdächtige seien identifiziert worden. Ob es Festnahmen gab, ist unklar.

Quelle: dpa


Mindestens 75 Staaten betreiben Überwachung auf Basis künstlicher Intelligenz

Das geht aus der Untersuchung von 176 Staaten durch eine US-Denkfabrik hervor. 64 dieser Länder verwendeten demnach Videoüberwachung mit biometrischer Gesichtserkennung. 52 Staaten würden auf "smarte" Polizeiarbeit setzten, bei der etwa mittels statistischer Methoden zukünftige Verbrechen vorhergesagt würden. Der Studienautor schreibt, dass über die Hälfte der fortgeschrittenen Demokratien auf derartige Methoden setzte. Bei autokratisch geführten Staaten seien es lediglich 37 Prozent.

Quelle: Bericht der Denkfabrik


Nach dem quasi landesweiten Datenleck in Ecuador gab es nun erste Festnahmen

Anfang der Woche hatten Sicherheitsforscher vermeldet, dass persönliche Informationen von nahezu allen Einwohnern Ecuadors öffentlich im Internet abrufbar waren. Die Datensätze enthielten unter anderem Meldedaten, Finanzinformationen und Details zu Fahrzeugen.

Nun wurden laut einer ecuadorianischen Zeitung zwei Vertreter eines mutmaßlich verantwortlichen Unternehmens vorübergehend festgenommen. Zudem seien Computer beschlagnahmt worden. Laut dem Ministerium für Telekommunikation habe das Unternehmen nicht im Besitz der Daten gewesen sein dürfen. Vermutlich sei die Firma an die Informationen gelangt, als sie unter der vorherigen Regierung mehrere staatliche Aufträge erhalten habe.

Quelle: heise.de | New York Times

 

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