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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft25.03.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Die ISS könnte als Zwischenhalt für Flüge ins All dienen +++ Die Wasserfalle ist beim Speiseplan nicht gerade wählerisch +++ Immer stärkere Stürme könnten das Antlitz tropischer Wälder verändern +++ Bewegungsprofile der Kunden können die Umsätze von Einkaufszentren erhöhen +++ Wenn Eltern ihren Kindern aus E-Books vorlesen, kommunizieren sie weniger

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Die ISS könnte als Zwischenhalt für Flüge ins All dienen

Diese Idee hat Dmitri Rogosin, der Chef von Russlands Raumfahrtagentur, heute dargelegt. Konkret sprach er davon, wie man mit einer überarbeiteten Sojus-Raumkapsel den Mond erreichen könnte. Laut russischer Nachrichtenagentur Tass schlug er dafür einen zweiteiligen Prozess vor. Zunächst würde eine Sojus-Kapsel zur ISS fliegen und dort andocken. Dann würde eine spezielle Rakete einen Booster ins All befördern. Im Orbit würde man die Kapsel und den Booster zusammensetzen und dann Richtung Mond schicken.

Laut Deutscher Presseagentur stellte Rogosin klar, auch nach einem Ausstieg der USA an der ISS festhalten zu wollen. Derzeit ist der Betrieb der Raumstation bis zum Jahr 2024 gesichert.

Quelle: DPA, Interfax, Tass


Die Wasserfalle ist beim Speiseplan nicht gerade wählerisch

Bei der Wasserfalle handelt es sich um eine fleischfressende Pflanze. Sie verfügt über Schnappfallen, mit denen sie unter Wasser Lebewesen fängt. Ob sie dabei besondere Vorlieben hat, das haben Biologen aus Deutschland und Tschechien nun untersucht.

Ihre Analyse offenbart: Weder die Fortbewegungsart noch die Größe der Beute spielt für die Wasserfalle eine besondere Rolle. Die Bandbreite der Beute umfasst sowohl schnell schwimmende Tiere wie auch kriechende Schnecken. Winzige Wassermilben fielen dem Gewächs genauso zum Opfer wie vergleichsweise große Wassermückenlarven. Dieser diverse Speiseplan könnte ein Vorteil der Wasserfalle gegenüber spezialisierten Arten sein, resümieren die Forscher in einem Biologie-Fachmagazin.

Quelle: Integrative Organismal Biology


Immer stärkere Stürme könnten das  Antlitz tropischer Wälder verändern

Das schließen britische und amerikanische Forscher aus Schäden, die Hurrikan Maria 2017 in Puerto Rico angerichtet hat. Der Sturm wehte damals auch über ein Waldgebiet, das Wissenschaftler seit knapp 30 Jahren intensiv beobachten.

Maria zerstörte dort doppelt so viele Bäume wie bisherige Stürme, notieren die Forscher im Magazin Nature Communications. Vor allem seien langsam wachsende Laubbäume betroffen gewesen, die den bisherigen großen Stürmen getrotzt hatten. Ihre dicken Stämme hätten sie bei den besonders starken Winden von Maria jedoch anfällig für Sturmschäden gemacht.

Palmen mit dünnen und flexiblen Stämmen konnte der Wind hingegen wenig anhaben. Solche Arten könnten die tropischen Regenwälder in Zukunft dominieren, wenn extreme Stürme durch den Klimawandel häufiger werden, vermuten die Forscher.

Quelle: Nature Communications


Bewegungsprofile der Kunden können die Umsätze von Einkaufszentren erhöhen

Diese Erkenntnis geht auf ein Experiment von US-Forschern aus dem Jahr 2014 zurück. In einem großen asiatischen Einkaufszentrum sammelten sie Informationen über Kunden und verfolgten deren Position. Mit diesen Daten erstellten sie detaillierte Bewegungsprofile, die unter anderem die Geschwindigkeit der Kunden und deren Verweildauer an bestimmten Orten enthielten. Auf dieser Grundlage verschickten sie personalisierte Werbung auf die Smartphones der Besucher des Einkaufszentrums.

Eine Auswertung dieses Experiments ist nun im Fachmagazin Management Science erschienen. Das Ergebnis: Mit der hochpersonalisierten Werbung gelang es den Läden, ihre Umsätze zu steigern. Das galt vor allem an Werktagen und bei Kunden, die auf der Suche nach bestimmten Produkten waren.

Quelle: Management Science


Wenn Eltern ihren Kindern aus E-Books vorlesen, kommunizieren sie weniger

Mediziner aus den USA haben 37 Eltern dabei beobachtet, wie sie ihren Kindern vorlasen. Einige der Test-Eltern nutzten dafür klassische Bücher, andere elektronische Geräte wie etwa E-Books mit verschiedenen Funktionen. Im Fachblatt Pediatrics kommen die Forscher zu dem Schluss, dass die Eltern beim Vorlesen aus gedruckten Büchern mehr mit ihren Kindern sprachen. Außerdem bezeichnen sie die Qualität der Interaktionen zwischen Eltern und Kind beim gedruckten Buch als höher.

Die Forscher achteten beispielsweise darauf, ob die Eltern ihren Kindern Fragen zu Bildern in den Büchern stellten oder ob sie das Vorgelesene mit gemeinsamen Erfahrungen aus der echten Welt in Beziehung setzten. Beim Vorlesen aus elektronischen Büchern beobachteten die Forscher derartige Interaktionen seltener. Stattdessen unterhielten sich die E-Book-Vorleser eher über technische Details der Geräte oder wiesen ihre Kinder etwa darauf hin, nicht auf den Knöpfen der elektronischen Bücher herumzudrücken. Die Wissenschaftler schlagen vor, dass weitere Studien das Design von E-Books unter dem Aspekt des Vorlesens ins Auge fassen.

Gemeinsames Lesen gilt als wichtig für die Sprachentwicklung von Kindern. Es soll zudem die Bindung zu den Eltern stärken und Kinder an Literatur heranführen.

Quelle: Pediatrics 

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