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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 02.04.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Bakterien könnten Darmkrebs (mit-)verursachen +++ Arktisches Meereis schmilzt bereits in der Kinderstube +++ Die Angst in Deutschland ist leicht gestiegen +++ Der Titicacasee war schon früh ein ritueller Ort +++ Biologen erzeugen ein künstliches Genom

Von Michael Stang

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Bakterien könnten Darmkrebs (mit-)verursachen

Bislang war bekannt, dass der Keim Helicobacter pylori die Entstehung von Magenkarzinomen begünstigen kann. Ob und welche Rolle Bakterien bei der Entstehung von Darmkrebs spielen, war unklar. Um das zu klären, hat ein internationales Molekularbiologenteam das Mikrobiom von mehr als 750 Darmkrebspatienten aus verschiedenen Ländern verglichen, darunter China, USA und Deutschland. Im Fachmagazin NATURE Medicine berichten die Forschenden, dass sie bestimmte charakteristische Ähnlichkeiten bei der Zusammensetzung der Darmflora entdeckt haben. Dies sei erstaunlich, da aufgrund der geographischen und kulturellen Unterschiede der Patienten eigentlich keine solchen Parallelen zu erwarten sind. Somit könnten diese charakteristischen Merkmale der Darmflora als Biomarker für künftige Screeing-Methoden Anwendung finden.           

Quelle: NATURE Medicine


Arktisches Meereis schmilzt bereits in der Kinderstube

Der starke Eisrückgang in der Arktis beeinflusst das Meereis auf seiner Wanderung über den Arktischen Ozean. Wie Forschende des Alfred-Wegener-Instituts im Fachblatt SCIENTIFIC Reports berichten, erreichen Satellitendaten zufolge mittlerweile nur noch 20 Prozent des Meereises, welches in den flachen, russischen Randmeeren des Arktischen Ozeans entsteht, die zentrale Arktis. 80 Prozent des jungen Eises schmelzen, bevor es seine Kinderstube verlassen hat. Zudem geht dem Arktischen Ozean mit dem Meereis auch ein wichtiges Transportmittel für Nährstoffe, Algen und Sedimente verloren. Bestätigt werden die Daten durch Messungen der Meereisdicke.

Quelle: AWI               


Die Angst in Deutschland ist leicht gestiegen

Das geht aus dem Bericht zum "Deutschen Viktimisierungssurvey 2017", hervor, den ein Team vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA) erstellt hat. Bei der Erhebung ging es etwa um Fragen, wie sicher sich die Menschen in Deutschland fühlen und ob sie Erfahrungen als Opfer einer Straftat gemacht haben. Heute haben Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und BKA-Präsident Holger Münch erste Ergebnisse vorgestellt. Demnach haben die Menschen in Deutschland mehr Furcht vor Kriminalität als noch vor fünf Jahren. Der Anteil der Bevölkerung, der sich nachts in der Wohngegend unsicher fühlt, ist von gut 17 Prozent im Jahr 2012 auf mehr als 21 Prozent zum Ende des Jahres 2017 gestiegen.Zugenommen hat insbesondere das Unsicherheitsgefühl bei Frauen, in den mittleren Altersgruppen und bei den Bewohnern mittelgroßer Städte.

Quelle: MPG                         


Der Titicacasee war schon früh ein ritueller Ort

Archäologen der Universität von Oxford haben bei Tauchgängen im Titicac

asee nahe der Sonneninsel in Bolivien Opfergaben der Tihuanaco-Kultur entdeckt. Demnach lag dort zwischen dem fünften und 12. Jahrhundert das Zentrum dieser Prä-Inka-Kultur. Wie die Forscher im Fachblatt PNAS darlegen, handelt es sich bei den Funden um Goldornamente, Medaillons, zudem um eine Pumafigur aus dem Schmuckstein Lapislazuli und dutzende Weihrauchgefäße. Da sich der Ritualort mitten im See befand, haben damals schon aufwendige religiöse Zeremonien offenbar eine wichtige Rolle gespielt. Vermutlich wurden die Opfergaben von Priestern per Boot in die Seemitte gebracht und dort auf rituelle Weise versenkt. Für diese Vermutung sprechen steinerne Anker, die die Studienautoren zwischen den Opfergaben im Boden des Sees gefunden haben.

Quelle: PNAS


Biologen erzeugen ein künstliches Genom

2008 und 2010 gelang US-Forscher Craig Venter der Nachbau eines Bakteriengenoms. Forschende der ETH Zürich sind einen Schritt weitergegangen und haben den DNA Code eines Bakteriums stark vereinfacht und damit ein völlig neues, synthetisches Erbgut erzeugt. Mithilfe einer eigens dafür entwickelten Methode gelang es ihnen, 130.000 der rund 800.000 DNA-Bausteine eines Süßwasserbakteriums gegenüber dem Vorbild zu verändern und das Genom deutlich zu verschlanken, heißt es im Fachblatt PNAS. Die am Computer erzeugte Mikrobe trägt den Namen Caulabacter ethensis 2.0. Ihr synthetisches Erbgut wurde in die Datenbank des National Center for Biotechnology Information (NCBI) in den USA aufgenommen. Lebende Zellen dieses Bakteriums gibt es noch nicht, jedoch waren erste Tests mit Teilabschnitten erfolgreich. Das Autorenteam verlangt eine gesellschaftliche Diskussion darüber, zu welchen Zwecken die Technologie angewendet werden darf und wie Missbräuche verhindert werden könnten.

Quelle: PNAS                       

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