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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 17.04.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Die Mufflons in Deutschland fallen den Wölfen zum Opfer +++ Vanadium-Disulfid steigert die Effizienz von Lithium-Ionen-Batterien +++ Ein Tiefseefisch hat weiche Knochen +++ Die Stonehenge-Erbauer stammten vermutlich aus Anatolien +++ Untreue Männer fallen schneller auf +++ Bakterien nutzen Viren, um Freund von Feind zu unterscheiden.

Von Lucian Haas

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Die Mufflons in Deutschland fallen den Wölfen zum Opfer

Europäische Mufflons sind Wildschafe, die ursprünglich aus Korsika und Sardinien stammen. Als sogenanntes Muffelwild wurden sie in den vergangenen 100 Jahren wiederholt von Jägern in verschiedenen Parks und Waldgebieten auch in Deutschland ausgesetzt, wo sie sich frei vermehrten. Doch die zunehmende Verbreitung des Wolfes in Deutschland könnte nach Angaben des Naturschutzbundes Nabu das Ende dieser Populationen bedeuten. Im Waldgebiet der Göhrde östlich von Lüneburg ist das älteste deutsche Muffelwild-Vorkommen, vor zwei Jahren noch auf 300 Tiere geschätzt, bereits verschwunden. Für die Wölfe sind die Mufflons offenbar leichte Beute. Das liegt an ihrem besonderen Fluchtverhalten. Schleicht sich ein Verfolger an, sprinten die Schafe nur kurz und bleiben dann stehen. In ihrer gebirgigen Heimat retten sie sich so auf Felsen und Klippen. Im norddeutschen Flachland gibt es diese aber nicht.

Quelle: Agenturen


Vanadium-Disulfid steigert die Effizienz von Lithium-Ionen-Batterien

US-Forscher haben ein neues Elektrodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien entwickelt. Damit könnten Akkus gebaut werden, die sich in kürzester Zeit laden lassen und zugleich eine hohe Kapazität besitzen, berichten sie im Fachmagazin Nature Communications. Bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien, deren Kathode aus Lithium-Kobalt-Oxid besteht, führt eine Schnellladung stets zu Kapazitätsverlusten. Die Forscher ersetzten das Kobalt-Oxid nun durch Vanadium-Disulfid. Es ist leichter und leitet den Strom besser. Vanadium-Disulfid steht schon länger im Fokus der Batterieforschung. Allerdings erwies es sich bisher als mechanisch zu instabil. Die Forscher fanden nun heraus: Wenn man Flocken aus Vanadium-Disulfid ganz dünn mit Titan-Disulfid beschichtet, dann behalten sie als Kathode einer Lithium-Ionen-Batterie die nötige Stabilität.

Quelle: Nature Communications


Ein Tiefseefisch hat weiche Knochen

Der Scheibenbauch Pseudoliparis swirei kommt in mehr als acht Kilometer Wassertiefe im Marianengraben vor. Dort muss er einem enormen Druck aushalten. Wie dieser Fisch das schafft, haben chinesische Forscher untersucht und im Fachmagazin Nature Ecology & Evolution beschrieben. Im Vergleich zu Fischen aus höheren Wasserschichten fielen den Wissenschaftlern mehrere Unterschiede auf: Der Schädel des Scheibenbauchs ist nicht komplett geschlossen. Zudem sind seine Knochen weicher und elastischer. Beides hilft, dem hohen Druck standzuhalten. DNA-Analysen offenbarten auch zugehörige genetische Anpassungen des Tiefseefisches. Genau das Gen, das bei anderen Fischen für die Verknöcherung des Skeletts zuständig ist, ist beim Scheibenbauch verkümmert.

Quelle: Nature Ecology & Evolution


Die Stonehenge-Erbauer stammten vermutlich aus Anatolien

Zumindest gilt das für deren Vorfahren. Sie wanderten vor rund 6000 Jahren über das Mittelmeer und das heutige Spanien nach Großbritannien ein. Das haben britische Forscher anhand von Spuren alter DNA herausgefunden. Die Wissenschaftler verglichen DNA aus humanen Knochen aus der Jungsteinzeit in Großbritannien und anderen Regionen Europas. Dabei zeigte sich: Vertreter eines Bauernvolks aus Anatolien, das auf verschiedenen Routen nach Europa einwanderte und dort die Landwirtschaft einführte, gelangten damals auch nach Großbritannien. Mit ihrer neuen, erfolgreicheren Lebensform verdrängten sie weitgehend die zuvor dort lebenden Jäger und Sammler, ohne sich mit diesen zu vermischen. Da der Bau von Stonehenge vermutlich vor 5000 Jahren begann, dürfte dieser auch auf die eingewanderten Farmer zurückgehen. 

Quelle: Nature Ecology & Evolution


Untreue Männer fallen schneller auf

Wie australische Forscher in der Fachzeitschrift Royal Society Open Science schreiben, sind untreue Männer leichter als untreue Frauen an ihrem Gesichtsausdruck zu erkennen. Die Wissenschaftler zeigten über 1500 weiblichen und männlichen Probanden Fotos mit Gesichtern von rund 190 Männern und Frauen. Diese hatten zuvor in Fragebögen erklärt, ob sie untreu gewesen waren. Die Probanden mussten angeben, mit welcher Wahrscheinlichkeit sie die auf den Fotos gezeigten Personen für untreu hielten. Dabei lag ihre Wertung allgemein bei den Männern deutlich häufiger richtig als bei Frauen. Und dieses Ergebnis war nicht mehr mit Zufall zu erklären. Die Studie zeigte zudem, dass Männer auch bei anderen Männern die Untreue am Gesicht eher erkennen können als Frauen bei anderen Frauen.

Quelle: Royal Society Open Science


Bakterien nutzen Viren, um Freund von Feind zu unterscheiden

Viren vom Typ der Bakteriophagen galten bislang als Feinde der Bakterien, weil sie diese befallen und töten können. Ein Forscherteam aus den USA und China hat nun im Labor beobachtet, dass manche Bakterien der Gattung Escherichia coli die Phagen auch zu ihrem Vorteil nutzen. Anhand der Viren können sie sich von fremden Keimen abgrenzen. Die Bakterien präsentieren die Viren gewissermaßen an ihrer Oberfläche. Andere Mikroben, die nicht gleichermaßen markiert sind, werden dann durch das Virus befallen und abgetötet. Wie genau dieser Prozess funktioniert und warum das Virus seinem Wirt nicht auch selbst zum Verhängnis wird – das muss weitere Forschung noch klären.

Quelle: Cell Reports

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