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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 24.04.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Deutschland könnte ein weiterer Dürresommer bevorstehen +++ Ein neuer LED-Leuchtstoff spart Energie +++ Säugetiere können mit ihrer Zunge auch riechen +++ Der Rote Planet bebt +++ Glyphosat kann über Generationen wirken +++ Ölsand-Abbau führt zu mehr CO2-Emissionen als gedacht

Von Lucian Haas

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Deutschland könnte ein weiterer Dürresommer bevorstehen

Davor hat der Deutsche Wetterdienst gewarnt. Zwar können die Meteorologen noch nicht vorhersagen, wieviel es in den nächsten Monaten tatsächlich regnen wird. Doch Messungen der Feuchtegehalte des Bodens zeigen: Das im vergangenen Jahr entstandene Wasserdefizit bis in tiefere Bodenschichten wurde trotz teils kräftiger Niederschläge im Winter vielerorts nicht ausgeglichen. Vor allem in Sachsen-Anhalt und Thüringen sind die natürlichen Wasserspeicher im Untergrund aktuell schon so leer, wie es 2018 erst im Juli der Fall war. Sollte es in den kommenden Monaten nicht immer wieder regnen, könnte ein Dürresommer selbst tiefer wurzelnde Pflanzen und Bäume, die im vergangenen Jahr noch an ausreichend Wasser kamen, in diesem Jahr hart treffen.

Quelle: DWD


Ein neuer LED-Leuchtstoff spart Energie

Chemiker an der Universität Innsbruck haben einen neuen roten Leuchtstoff entwickelt, der die Energie-Effizienz von weißen Leuchtdioden verbessert. Bei einer weißen LED werden die Farben blau, rot und grün miteinander gemischt. Für den Rot-Anteil sind rot fluoreszierende Phosphore zuständig. Die bisher verwendeten Varianten strahlen allerdings einen Teil ihrer Energie auch im Infrarot-Spektrum ab. Der bleibt für das Auge unsichtbar. Für Beleuchtungszwecke geht also Energie verloren. Bei dem neuen Leuchtstoff ist es den Forschern gelungen, die Lichtemission des Materials etwas mehr in Richtung orange zu verschieben. Damit konnten sie die Lichtausbeute einer weißen LED um 16 Prozent steigern. Das berichten sie im Fachmagazin Nature Communications.

Quelle: Nature Communications


Säugetiere können mit ihrer Zunge auch riechen

Die Zunge von Säugetieren enthält nicht nur Geschmacksknospen, sondern auch Geruchsrezeptoren. Das berichtet ein Forscherteam aus Philadelphia im Fachjournal Chemical Senses. Der Nachweis gelang ihnen sowohl in kultivierten menschlichen Zellen als auch bei Experimenten mit Mäusen. Die Erkenntnisse könnten Vorstellungen darüber verändern, wie unser Geschmackserleben entsteht. Bisher gingen Experten davon aus, dass die Signale der Geschmackssensoren der Zunge und der Geruchsrezeptoren der Nase erst im Gehirn zusammenkommen. Offenbar interagieren Geruchs- und der Geschmackssinn aber zum Teil schon früher miteinander – und zwar direkt in den Geschmackspapillen der Zunge.

Quelle: Chemical Senses


Der Rote Planet bebt

Die Mars-Sonde InSight hat erstmals Hinweise auf ein mögliches Marsbeben geliefert. Das Seismometer der Sonde registrierte am 4. April ungewöhnliche Geräusche. Es war eine Art Rumpeln, das nach der Einschätzung von Forschern der US-Raumfahrtbehörde Nasa nicht durch Wind verursacht wurde. Vielmehr soll es aus dem Planeten selbst gekommen sein. Die Wissenschaftler sind noch immer dabei, die Daten weiter auszuwerten. Dennoch sprachen sie von einem Meilenstein, weil die Messungen beweisen könnten, dass der Mars noch immer seismische Aktivität aufweist. Die Sonde Insight ist seit November auf dem Mars. Sie soll mit verschiedenen Instrumenten neue Erkenntnisse über den inneren Aufbau des Roten Planeten liefern. 

Quelle: Nasa


Glyphosat kann über Generationen wirken

Und zwar in negativer Weise. Das hat ein Forscherteam der Washington State University beobachtet. Sie machten Versuche mit weiblichen Ratten, die sie während einer frühen Phase ihrer Trächtigkeit dem Wirkstoff Glyphosat aussetzten. Die Dosis lag dabei in einem für die Tiere bisher als harmlos geltenden Bereich. Bei den Rattenmüttern selbst hatte der Unkrautvernichter auch keine nachweisbaren Effekte –aber bei ihren Nachkommen. In erster, zweiter und dritter Generation traten Erkrankungen der Hoden, Eierstöcke, Milchdrüsen und Nieren bis zu vier Mal häufiger auf als bei Tieren aus Kontrollgruppen, deren Mütter nicht in Kontakt mit Glyphosat gekommen waren. Die Forscher nennen solche Phänomene Generations-Toxikologie. Sie führen sie auf epigenetische Effekte zurück. Dabei werden Gene nicht verändert, aber durch Umwelteinflüsse dauerhaft an- oder abgeschaltet. Nach Ansicht der Wissenschaftler sollten bei künftigen toxikologischen Einschätzungen zu Glyphosat auch solche generations-übergreifenden Effekte beachtet werden. Ihre Studie ist im Fachjournal Scientific Reports erschienen.

Quelle: Scientific Reports


Ölsand-Abbau führt zu mehr CO2-Emissionen als gedacht

Kanadische Umweltforscher haben bei zahlreichen Flügen über den Ölsand-Abbauregionen des Landes die zugehörigen Kohlendioxid-Emissionen gemessen. Dabei stellten sie fest, dass die gemessenen CO2-Emissionswerte im Durchschnitt rund 30 Prozent über den offiziellen Angaben liegen, die die Ölindustrie auf Basis von Standard-Berechnungsmethoden liefert. Da im gesamten Öl- und Gas-Sektor ähnliche Rechenweisen eingesetzt würden, könnten auch alle weltweiten Daten zu CO2-Emissionen der Öl-Industrie unsicherer sein als bisher gedacht, so die Forscher. Ihre Studie ist im Fachmagazin Nature Communications erschienen. Die Ölsande im Norden der Provinz Alberta gelten als die drittgrößten Öl-Reserven weltweit.

Quelle: Nature Communications

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