Sonntag, 26.05.2019
 
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 26.04.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

LIGO und Virgo haben erneut Gravitationswellen gemessen +++ Die EU ist mitverantwortlich für die Abholzung des Regenwaldes +++ Wer Gewalt erlebt hat, hat weniger Vertrauen +++ Aggressivität verkürzt das Leben +++ Das Wetter auf den Weltmeeren wird rauer +++ Ab kommendem Freitag lebt Deutschland auf Pump

Von Sophia Wagner

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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LIGO und Virgo haben erneut Gravitationswellen gemessen

Das Signal sei am Donnerstagmorgen bei den Gravitationswellen-Observatorien eingegangen. Wie Forscher von LIGO auf Twitter verkündeten, seien Experten auf der ganzen Welt momentan damit beschäftigt, das Ereignis genauer zu bestimmen. Auslöser des Raumzeitbebens sei mit hoher Wahrscheinlichkeit die Fusion zweier Neutronensterne gewesen. Deren Entfernung zur Erde beträgt laut ersten Berechnungen ungefähr 500 Millionen Lichtjahre. Sollte sich die Vermutung der Forscher bestätigen, wäre es die zweite Beobachtung einer Neutronenstern-Kollision. Das erste Mal konnte ein solches Ereignis 2017 nachgewiesen werden. Die Gravitationswellendetektoren LIGO und Virgo sind nach längeren Wartungsarbeiten erst seit dem 1. April wieder im Einsatz.

Quelle: Twitter


Die EU ist mitverantwortlich für die Abholzung des Regenwaldes

In einem offenen Brief im Fachmagazin Science fordern hunderte Wissenschaftler und Ureinwohner die EU auf, mehr Druck auf Brasiliens Regierung auszuüben, in Bezug auf Umweltschutz und Menschenrechte. Konkret geht es um die Aushandlung eines Freihandelsabkommens. Durch den Import landwirtschaftlicher Produkte sei die EU momentan mitverantwortlich für die großflächige Abholzung in Brasilien. Im geplanten Freihandelsabkommen sollten die Europäer deshalb dringend auf höheren Umweltstandards bestehen. Dies sei notwendig, weil der brasilianische Präsident Bolsonaro den Regenwald im Amazonasgebiet zukünftig noch stärker wirtschaftlich nutzen will. Die Entwaldung bedrohe viel Arten und setze große Mengen Kohlendioxid frei. Außerdem gefährde sie die Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerung. Die EU ist der zweitgrößte Handelspartner von Brasilien.

Quelle: Science


Wer Gewalt erlebt hat, hat weniger Vertrauen

Jugendliche, die in einer gewaltgeprägten Umgebung aufgewachsen sind, können Menschen mit guten Charaktereigenschaften zwar von Menschen mit schlechten Charaktereigenschaften unterscheiden. Je mehr Gewalt sie erleben mussten, desto schwerer fällt es ihnen aber, den "guten" Menschen auch mehr Vertrauen zu schenken. Das zeigt ein Experiment, das Wissenschaftlerinnen der Universitäten Yale und Oxford mit über 100 männlichen Strafgefangen durchgeführt haben. Wie sie im Fachmagazin Nature Communications berichten, scheinen Gewalterfahrungen die kognitive Verarbeitung neu erlernter sozialer Informationen zu beeinflussen. Dies könne dazu führen, dass sich die Betroffenen immer wieder für Freundschaften entschieden, die Ihnen langfristig schaden würden. Dass frühe Gewalterfahrungen sich negativ auf die weiteren Lebensumstände auswirken können, ist bekannt. Bisher weiß man aber wenig über die kognitiven Prozesse, die hinter den statistischen Zusammenhängen stehen.

Quelle: Nature Communications


Aggressivität verkürzt das Leben

Schlangenweibchen, die ihr Territorium aggressiv gegen ihre Artgenossen verteidigen, leben kürzer als nicht-territoriale Weibchen der gleichen Art. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Fachmagazin Science Advances veröffentlicht wurde. Die Studie bestätigt die Hypothese, dass Aggressivität das Leben verkürzt. Mit diesem Ansatz wird in der Biologie auch die durchschnittlich kürzere Lebenserwartung von männlichen Tieren erklärt. Weil Männchen oft um Weibchen kämpfen müssen, sind sie in ihrem Leben mehr Stress ausgesetzt und verletzten sich öfter. Dies resultiert letzten Endes in einer kürzeren Lebenserwartung.

Quelle: Science Advances


Das Wetter auf den Weltmeeren wird rauer

In den letzten 33 Jahren seien vor allem die Wellenberge im Südpolarmeer um durchschnittlich 30 cm in die Höhe gewachsen. Dort hätten auch die Winde am deutlichsten zugelegt. Das berichten Forscher aus Australien und Indonesien im Fachmagazin Science. Sollte sich der Wachstumstrend bei Wind und Wellen fortsetzen, könne dies schwere Folgen haben, so die Autoren. Höhere Wellenberge könnten demnach zu schwereren Flutschäden und einer stärkeren Küstenerosion führen. Laut den Forschern bestätigen die Daten die Hypothese, dass extreme Wetterereignisse durch den Klimawandel zunehmen könnten. Die Analyse basiert auf Daten von 31 Satelliten und mehr als 80 Meeres-Bojen. 

Quelle: Science


Ab kommendem Freitag lebt Deutschland auf Pump

Wenn alle Menschen auf deutschem Niveau leben würden, dann wären schon in einer Woche alle natürlich verfügbaren Ressourcen und ökologisch verkraftbaren Emissionen für das Jahr 2019 aufgebraucht. Das berichtet das Global Footprint Network in einer heute veröffentlichten Studie zum "deutschen Erdüberlastungstag". Deutschland liege mit seinem Pro-Kopf-Verbrauch und seinen Emissionen weltweit im obersten Viertel aller Länder. Trotz minimaler Verbesserungen, etwa bei der Nutzung von Acker- und Waldflächen, sei eine ökologische Trendwende nicht in Sicht. Vor allem die Energieversorgung und der Verkehr würden durch ihre hohen Emissionen zur Überlastung beitragen. Auch die industrielle Landwirtschaft trägt laut der Studie zum großen ökologischen Fußabdruck Deutschlands bei. Um die Emissionen wirksam zu senken, fordern die Autoren verbindliche Einsparziele und steigende CO2-Preise.

Quelle: Germanwatch

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