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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft29.04.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Gravitationswellen-Detektoren haben ein Himmelsspektakel aufgeschnappt +++ Die letzten 13 Monate waren hierzulande alle überdurchschnittlich warm +++ US-Ingenieure haben sich bei Kraken eine Art anpassbare Wärmedämmung abgeschaut +++ Vor Tutanchamun könnten zwei seiner Schwestern Ägypten regiert haben +++ Europäische Forscher bestätigen eine jahrtausendealte astronomische Beobachtung +++ Forscher haben den ältesten Fußabdruck Amerikas entdeckt +++ Biologisch abbaubare Plastiktüten überstehen drei Jahre unter der Erde

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Gravitationswellen-Detektoren haben ein Himmelsspektakel aufgeschnappt

Am vergangenen Freitag haben die Ligo-Detektoren in den USA erste Hinweise auf die Kollision eines Schwarzen Lochs mit einem Neutronenstern registriert. Sollten sich der Verdacht erhärten, hätten die Fachleute quasi in Echtzeit beobachtet, wie ein Schwarzes Loch einen Neutronenstern in Stücke reißt und verschlingt. Mit diesen Informationen könnte man klären, wie Neutronensterne im Detail aufgebaut sind. Außerdem ließe sich überprüfen, ob Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie auch bei extrem hohen Gravitationsfeldern gilt, schreiben die Experten auf der Webseite des Fachmagazins Nature.

Neutronensterne und schwarze Löcher sind Reste ausgebrannter Sterne. Wenn sich beide als Überbleibsel eines ehemaligen Doppelsterns umkreisen, sollte das deutlich massivere Schwarze Loch seinen leichteren Begleiter anziehen und schließlich verschlingen. Dabei sollten Gravitationswellen ausgesandt werden – schwache Dellen der Raumzeit, die die beiden Ligo-Detektoren nun aufgespürt haben könnten.

Nach einjähriger Umbaupause sind sie seit Anfang April wieder in Betrieb. Durch den Umbau wurde ihre Empfindlichkeit erhöht, sodass sie nun auch sehr schwache Signale registrieren können wie das vom Freitag. Um sicherzugehen, müssen die Fachleute das Signal allerdings noch mit Hilfe aufwändiger Computersimulationen analysieren.

Quelle: Nature


Die letzten 13 Monate waren hierzulande alle überdurchschnittlich warm

Das meldet der Deutsche Wetterdienst. Demnach lag der Temperaturdurchschnitt im April hierzulande bei 9,6 Grad und damit mehr als zwei Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Der aktuelle Monat war somit der 13. in Folge, der überdurchschnittlich warm ausfiel. Solch eine Serie habe es in Deutschland sei 1881 noch nie gegeben, heißt es vom Deutschen Wetterdienst.

Quelle: Deutscher Wetterdienst


US-Ingenieure haben sich bei Kraken eine Art anpassbare Wärmedämmung abgeschaut

Kraken haben spezielle Zellen auf der Haut, die ihre Form ändern können: Mal sind sie punktförmig, mal breiten sie sich zu einer Scheibe aus. Mit diesem Mechanismus können Kraken ihre Farbe ändern.

Die US-Wissenschaftler haben nun ein Material entwickelt, das nach diesem Prinzip arbeitet. Es ändert aber nicht seine Farbe, sondern seine Wärmeleitfähigkeit. Wie die Forscher im Fachblatt Nature Communications darlegen, ließen sich daraus neuartige Rettungsdecken entwickeln, die je nach Bedarf mehr oder weniger isolieren. Außerdem könnte diese Technologie auch die Wärmedämmung von Häusern, Zelten oder Funktionskleidung verbessern.

Quelle: Nature Communications


Vor Tutanchamun könnten zwei seiner Schwestern Ägypten regiert haben

Seit einiger Zeit ist bekannt, dass vor dem Pharao Tutanchamun eine Frau Ägypten regierte. Wer das genau war, ist aber unklar. Manche vermuten, es habe sich um Nofretete gehandelt, die Frau von Tutanchamuns Vater Echnaton. Andere glauben, es sei Echnatons Tochter gewesen. Eine kanadische Ägyptologin hat auf einer Konferenz in den USA nun eine weitere Theorie präsentiert: Aus antiken Symbolen ließe sich schließen, dass zwei Töchter Echnatons den Thron gemeinsam innehatten.

Quelle: Phys.org, AFP


Forscher haben den ältesten Fußabdruck Amerikas entdeckt

Das Team aus Chile hat in Chile einen menschlichen Fußabdruck entdeckt, der 15 000 Jahre alt sein soll. Laut der Hauptautorin der Studie ist dies der älteste Beweis menschlichen Lebens in Amerika. Wie die Wissenschaftler im Online-Magazin Plos One schreiben, entdeckten sie den Fußabdruck bereits 2011. Sie brauchten jedoch einige Zeit, um sicher nachzuweisen, dass der Abdruck von einem Menschen stammt. Durch die Analyse pflanzlichen Materials in der Nähe des Fundes konnten sie das Alter des Fußabdrucks bestimmen.

Quelle: Plos One


Europäische Forscher bestätigen eine jahrtausendealte astronomische Beobachtung

Im Jahr 48 vor Christus schrieben chinesische Astronomen eine Beobachtung nieder: Ihnen war ein Stern aufgefallen, der nur vorübergehend am Himmel aufleuchtete. Es könnte sein, dass die Astronomen damals eine Nova beobachteten. Bei diesem Ereignis explodiert Wasserstoff an der Oberfläche eines Sterns. Europäische Astronomen haben nun nämlich erstmals die Überreste einer solchen Nova in einem Sternhaufen ausgemacht. Es handelt sich um rot leuchtenden Nebel aus Wasserstoff und anderen Gasen.

Wie die Forscher in einem Fachartikel schreiben, könnte es sich dabei um die Überreste des Ereignisses handeln, das ihre chinesischen Vorgänger vor nunmehr über 2000 Jahren beobachtet haben.

Quelle: Fachartikel, IDW


Biologisch abbaubare Plastiktüten überstehen drei Jahre unter der Erde

Britische Forscher haben für eine Studie biologisch abbaubare und kompostierbare Kunststofftüten vergraben, im Meer versenkt und im Freien aufgehängt. Tüten aus biologisch abbaubarem Kunststoff hielten unter Wasser und im Meer drei Jahre lang durch. Selbst nach dieser Zeit konnten sie noch über zwei Kilogramm Gewicht tragen, notieren die Forscher in Magazin Environmental Science and Technology. Die Tüte aus kompostierbarem Kunststoff konnte nach drei Jahren im Boden keinen Inhalt mehr tragen. Das Ergebnis werfe die Frage auf, was die Öffentlichkeit erwarten könne, wenn etwas als biologisch abbaubar bezeichnet werde, heißt es von einem der Studienautoren.

Quelle: dpa, Environmental Science and Technology

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