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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 02.05.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Schon vor hundert Jahren war der Mensch für das Auftreten von Dürren verantwortlich +++ Schulanfänger sind nicht ausreichend gegen Masern geimpft +++ Arsen gibt Hinweise auf Goldvorkommen +++ Ein Medikamenten-Entzug kann Krebszellen wieder angreifbar machen +++ Wer alleine lebt, wird eher depressiv +++ Nilpferd-Kot versorgt afrikanische Gewässer mit Silizium

Von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)

Schon vor hundert Jahren war der Mensch für das Auftreten von Dürren verantwortlich

Das haben Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde NASA nachgewiesen. Schon für die Jahre zwischen 1900 und 1949 konnten sie einen statistischen Zusammenhang zwischen dem steigenden Ausstoß von Treibhausgasen und der zunehmenden globalen Trockenheit zeigen. Dafür werteten die Forscher unter anderem die Jahresringe von Bäumen aus, die Rückschlüsse auf die Feuchtigkeit des Bodens im jeweiligen Wachstumszeitraum zulassen. Ihre Ergebnisse stellen sie im Fachjournal Nature vor.

Von 1950 bis 1975 nahm die Trockenheit zunächst wieder ab, bevor sie ab 1981 erneut  anstieg. Auch diese Entwicklungen können die Forscher mit wechselnden menschlichen Einflüssen erklären. In den 1950er-Jahren verschmutzten große Mengen Schwefel-Aerosole die Luft und streuten die Sonneneinstrahlung verstärkt zurück ins Weltall. Als die Luft wieder sauberer wurde, setzte sich auch der Trend zur Erderwärmung fort, vermuten die Wissenschaftler.

Quelle: Nature


Schulanfänger sind nicht ausreichend gegen Masern geimpft

Das geht aus dem aktuellen Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch Instituts hervor. Demnach hatten 97 Prozent der Kinder bis zu ihrer Einschulung im Jahr 2017 zwar die erste Masern-Impfung erhalten, die zweite Dosis aber nur gut 93 Prozent. Zu wenig, um einen sicheren Impfschutz zu gewährleisten und die Masernviren auszurotten. Dafür wäre eine stabile Impfquote von mindestens 95 Prozent nötig.

Bei den Schutzimpfungen gegen Diphterie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmungen gingen die Quoten in den letzten drei Jahren zurück.

Quelle: Robert Koch Institut


Arsen gibt Hinweise auf Goldvorkommen

In Pyrit, einem Mineral aus Eisen und Schwefel, das wegen seines matten Glanzes auch Katzengold genannt wird, sind tatsächlich Spuren von Gold zusammen mit Arsen in die Kristallstruktur eingebaut. Wieviel von dem Edelmetall ein Pyrit enthält, lässt sich optisch nicht erkennen, was beim Abbau ein wirtschaftliches Problem ist. Geologen vom Geoforschungszentrum Potsdam haben jetzt herausgefunden, dass die Konzentration des Goldes direkt vom Arsengehalt abhängt. Gold geht häufiger eine chemische Bindung mit Pyrit ein, wenn mehr Arsen vorhanden ist. Das berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Science Advances.

Auch die Form des Pyrits spielt eine Rolle für den Goldgehalt. Je mehr Hohlräume und Poren das Mineral bildet, desto größer sind seine Oberfläche und auch die eingelagerte Goldmenge.

Quelle: Science Advances


Ein Medikamenten-Entzug kann Krebszellen wieder angreifbar machen

Krebszellen, die nach der Behandlung mit einem Wachstumshemmer resistent gegen den Wirkstoff geworden sind, können durch das zeitweise Absetzen des Medikaments wieder empfindlich gemacht werden. Das haben britische Wissenschaftler gezeigt. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift Nature Communications berichten, reichte eine Pause von fünf bis zehn Wochen aus, damit die Zellen ihre Unempfindlichkeit verlieren.

Besonders vielversprechend ist der Ansatz für die Behandlung von Hautkrebs und bestimmten Darmtumoren, bei denen ein zentraler Signalweg zur Steuerung des Zellwachstums außer Kontrolle geraten ist.

Quelle: Nature Communications


Wer alleine lebt, wird eher depressiv

Das Risiko, an einer Depression oder einer Angst- und Zwangsstörung zu erkranken, ist für Alleinlebende zwischen anderthalb und zweieinhalb Mal so hoch wie für Menschen, die ihr Zuhause mit anderen Personen teilen. Das ist das Ergebnis einer Studie französischer Ärzte, für das die Wissenschaftler Daten zur psychischen Gesundheit von gut 20.000 Studienteilnehmern ausgewertet hatten. Die Studie ist im Fachmagazin PLOS One erschienen. Dabei gab es keinen Unterschied zwischen verschiedenen Altersgruppen oder den Geschlechtern. Lediglich ob die befragte Person sich einsam fühlt, hatte einen deutlichen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko.

Da die Zahl der Einpersonenhaushalte seit Jahren steigt, sei es wichtig, dem Gefühl von Einsamkeit entgegenzuwirken, schreiben die Forscher.

Quelle: PLOS ONE


Nilpferd-Kot versorgt afrikanische Gewässer mit Silizium

Wenn die Tiere nachts in der Savanne weiden, nehmen sie mit dem Gras auch Nährstoffe wie Silizium auf. Beim Baden in Flüssen oder Seen geben sie diese anschließend mit dem Kot ins Wasser ab. Und fungieren so als eine Art Nähstoffpumpe, die Silizium in Form von Kieselsäure vom Land ins Wasser transportiert. Das beschreibt ein internationales Forscherteam im Fachjournal Science Advances. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass über 76 Prozent des entlang des Mara-Rivers im Südwesten Kenias transportierten Siliziums aus Nilpferd-Kot stammt.

Weil es immer weniger Nilpferde gibt, könnte das langfristig Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht des Victoriasees haben, der durch den Mara-River gespeist wird. Tragen die Nilpferde weniger Silizium ins Wasser ein, fehlt das für die Versorgung der Kieselalgen, die wiederum für den Sauerstoffgehalt des Wassers wichtig sind.

Quelle: Science Advances

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