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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 14.05.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Der Mond ist offenbar tektonisch aktiv +++ In Berlin wurden für Forschung missbrauchte Gewebeproben von NS-Opfern bestattet +++ Ein Gen sorgt für Geschmack +++ Archaeopteryx flog offenbar nicht alleine +++ Die NASA fordert mehr Geld für die geplante Mondmission +++ Baumharz umschließt auch Meerestiere +++

Von Michael Stang

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Der Mond ist offenbar tektonisch aktiv

Darauf deuten neue Auswertungen der Apollo-Mondmissionen hin. Wie ein US-Physikerteam im Fachblatt NATURE Geoscience schreibt, hatten Astronauten der Apollo-Missionen 12, 14, 15 und 16 insgesamt vier Seismometer auf dem Erdtrabanten hinterlassen. Zwischen 1969 bis 1977 registrierten die Instrumente 28 Beben, die meist durch Asteroideneinschläge ausgelöst worden sein könnten. Acht der Beben haben sich jedoch in der Nähe geologisch junger Bruchzonen ereignet. Die Studienautoren gehen davon aus, dass sich durch Gezeitenkräfte Spannungen in der Mondkruste aufgebaut hatten, die sich dann in den Mondbeben entluden.

Quelle: NATURE Geoscience


In Berlin wurden für Forschung missbrauchte Gewebeproben von NS-Opfern bestattet

Gestern sind auf einem Berliner Friedhof hunderte aus den Körpern ermordeter NS-Opfer hergestellte anatomische Präparate beigesetzt worden. Diese stammen aus der Sammlung des 1952 verstorbenen Anatoms Hermann Stieve, der an der Universitätsklinik Charité arbeitete. Stieve hatte Menschen seziert, die von den Nazis im Gefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet worden waren. Dort waren zwischen 1933 und 1945 mehr als 2.800 Häftlinge gehängt oder mit dem Fallbeil enthauptet worden. Mehr als 300 der Präparate wurden vor rund drei Jahren in Stieves Nachlass entdeckt und von einem Experten historisch untersucht. Dabei wurden sie als Leichenteile von NS-Opfern aus Plötzensee identifiziert, darunter überwiegend Frauen. Zu wem sie genau gehörten, ließ sich in den meisten Fällen nicht mehr klären.

Quelle: AFP / Gedenkstätte Deutscher Widerstand


Ein Gen sorgt für Geschmack

Die Tomate (Solanum lycopersicum) gehört zu den am häufigsten konsumierten Gemüsearten. 2017 wurden weltweit 182 Millionen Tonnen Früchte des Nachtschattengewächses verkauft. Ein internationales Genetikerteam hat hunderte Tomatensorten analysiert. Wie die Forschenden im Fachblatt NATURE Genetics darlegen, stießen sie dabei auf eine bislang unbekannte Genvariante namens TomLoxC, die die Tomaten besonders aromatisch macht. Die Analyse zeigte auch, dass diese Variante vielen Kulturtomaten fehlt, im Gegensatz dazu kommt sie in Wildsorten häufig vor. Diese Erkenntnisse könnten helfen, künftige Tomatenzüchtungen aromatischer zu machen, hoffen die Studienautoren.

Quelle: NATURE Genetics


Archaeopteryx flog offenbar nicht alleine

Denn der bislang als einziger flugfähiger Vogel seiner Zeit geltende Archaeopteryx hat Konkurrenz bekommen. Ein deutsch-schweizerisches Paläontologen-Team beschreibt im Fachblatt eLIFE einen zweiten flugfähigen Vogel aus derselben erdgeschichtlichen Periode des Jura. Der vermutlich höher entwickelte Vogel lebte vor rund 150 Millionen Jahren und erhielt den Namen Alcmonavis poeschli. Dieses Tier war nicht nur etwas größer als Archaeopteryx, sondern es  konnte den Analysen zufolge auch besser fliegen. Darauf deuten die gut sichtbaren Muskelansatzstellen am Flügel hin.

Quelle: eLIFE / SNSB


Die NASA fordert mehr Geld für die geplante Mondmission

Die US-Raumfahrtbehörde hat zusätzlich 1,6 Milliarden US-Dollar gefordert, um das von US-Präsident Trump ausgegebene Ziel zu erreichen, bis 2024 wieder Astronauten auf den Mond zu bringen. Wie NASA-Direktor Jim Bridenstine heute per Videobotschaft mitteilte, würden die Gelder für neue Boden- und Raumfahrzeuge benötigt. Im März hatte die US-Regierung die für 2028 geplante nächste bemannte Mond-Mission um vier Jahre vorgezogen. Unter den Astronauten soll erstmals auch eine Frau sein.

Quelle: NASA


Baumharz umschließt auch Meerestiere

Paläontologen der chinesischen Akademie der Wissenschaft  haben bei der Analyse von kreidezeitlichem Bernstein aus Myanmar eingeschlossene Meeresschnecken und einen Ammoniten entdeckt. Wie die Forscher im Fachblatt PNAS darlegen, ist es der erste wissenschaftliche Nachweis von Meerestieren in fossilem Baumharz. Wie die Schnecken und der Kopffüßer eingeschlossen wurden, ist unklar. Entweder könnte eine Flutwelle die Tiere an Land gespült haben, wo sie am Baumharz haften blieben oder das Harz tropfte von Küstenbäumen hinunter auf den Strand, wo es zum Einschluss kam.

Quelle: PNAS           

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