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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft03.06.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Kaffee doch nicht so schlimm für den Kreislauf +++ Es gibt zwei Arten von Kurzflossen-Grindwalen +++ Die Nasa hat bei drei Unternehmen Landeeinheiten für den Mond bestellt +++ Kameras sollen gefährliches Verhalten auf Intensivstationen vorhersagen +++ Treusorgende Väter fördern große Gehirne beim Nachwuchs

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Kaffee ist doch nicht so schlimm für den Kreislauf

Diese Erkenntnis haben Kardiologen auf einer Konferenz der Britischen Herz-Kreislauf-Gesellschaft dargelegt. Die Forscher haben bei über 8.000 Menschen untersucht, ob Kaffeekonsum die Arterien verhärtet. Sie fanden jedoch keine Anzeichen dafür.

Frühere Studien hatten sehr wohl Hinweise darauf gefunden, dass Kaffee Arterien verhärten und damit dem Kreislauf schaden kann. Diese Hinweise seien jedoch widersprüchlich, außerdem wiesen die früheren Studien eine zu niedrige Zahl an Testpersonen auf, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die untersuchten Personen in der aktuellen Studie tranken im Schnitt fünf Tassen pro Tag. Die eifrigsten Kaffeetrinker nahmen täglich sogar bis zu 25 Tassen zu sich. Die Wissenschaftler haben bei ihrer Auswertung auch darauf geachtet, wie alt die Testpersonen waren und ob sie rauchten oder viel Alkohol tranken.

Quelle: Pressemitteilung der British Heart Foundation


Es gibt jetzt zwei Arten von Kurzflossen-Grindwalen

Forscher und Japanische Walfänger beschreiben seit langem zwei Formen dieser Tiere, die in fast allen Weltmeeren zuhause sind: Manche der Wale haben demnach einen eher eckigen Kopf, die anderen einen runden. Erst jetzt konnten US-Wissenschaftler diese Beobachtung auch genetisch bestätigen: Eine Untersuchung von 700  Erbgut-Proben hat ergeben, dass es zwei Unterarten der Kurzflossen-Grindwale gibt. Das berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Molecular Ecology.

Interessant ist dabei, dass die zwei Unterarten räumlich nicht durch kontinentale Barrieren oder ähnliches getrennt sind. Vielmehr ist es die schiere Weite des Pazifiks, die sie auseinanderhält. Die zentrale Region des Ozeans, in der es wenig Futter für die Wale gebe, diene als natürliche Barriere zwischen den Unterarten, so die Forscher.

Quelle: Molecular Ecology


Die Nasa hat bei drei Unternehmen Landeeinheiten für den Mond bestellt

Es handelt sich um unbemannte Maschinen. Sie sollen bereits ab nächstem Jahr Experimente und Technik auf den Mond bringen und somit den Weg für eine Rückkehr von US-Astronauten ebnen. 2024 wollen die USA nämlich wieder Menschen auf den Mond schicken.

Die Firmen werden umgerechnet jeweils zwischen 70 und 90 Millionen Euro erhalten. Damit sollen sie die Landeeinheiten konstruieren und von der Vorbereitung des Starts bis zur Landung alles selbst abwickeln.

Gelingen die Missionen, wären es die ersten amerikanischen Raumschiffe auf dem Mond seit die Apollo-17-Crew 1972 zur Erde zurückkehrte. Damals hatte die Nasa ihre Raumschiffe noch selbst entwickelt und gebaut.

Quelle: dpa


Kameras sollen gefährliches Verhalten auf Intensivstationen vorhersagen

Forscher aus Japan haben Patienten gefilmt, die nach Operationen auf einer Intensivstation lagen. Mit diesem Videomaterial brachten sie einem Computerprogramm bei, riskante Bewegungen der Patienten automatisch vorherzusagen und Alarm zu schlagen.

Das können etwa unbewusste Armbewegungen betäubter Patienten sein, die sich dabei wichtiges medizinisches Gerät vom Körper abreißen. Mit einer solchen Technologie ließe sich das Pflegepersonal auf Intensivstationen entlasten. Dafür müsste das System aber insgesamt zuverlässiger werden, sagten die Forscher auf einer Konferenz für Anästhesiologen in Wien.

Quelle: Eurekalert


Treusorgende Väter fördern große Gehirne beim Nachwuchs

Damit Säugetiere ein großes Gehirn entwickeln können, brauchen sie als Jungtiere viel Nahrung – mehr Nahrung als die Mutter allein besorgen kann. Daher sind sie auf Hilfe der Artgenossen angewiesen. Ein Team aus der Schweiz hat nun gezeigt, dass es dabei darauf ankommt, wer den Müttern hilft: Vor allem Säugetierarten, bei denen der Vater mit anpackt, können große Gehirne entwickeln, schreiben die Wissenschaftler in einem Fachblatt für Verhaltensforschung.

Das liege daran, dass die Väter – wenn sie helfen – verlässlich seien. Bei Wölfen etwa, packen sowohl ältere Geschwister wie auch Väter mit an. Wenn die Nahrung aber knapp werde, sorgen die Geschwister sich eher ums eigene Überleben. Die Väter hingegen kümmern sich dann noch engagierter um ihre Nachkommen. Außerdem ist die Hilfe der Väter oft effektiver als die der vergleichsweise jüngeren und unerfahrenen Geschwister.

Die Forscher haben für ihre Arbeit bei 480 Säugetierarten die Größe des Gehirns mit der Hilfsbereitschaft der Väter verglichen.

Menschen nehmen in diesem Zusammenhang eine besondere Stellung ein: Denn bei uns gelten sowohl die Väter wie auch andere Familienmitglieder und sogar nicht verwandte Artgenossen als vergleichsweise verlässliche Helfer. Das sei ein Faktor, warum Menschen ein großes Gehirn herausbilden konnten und – verglichen mit Affen – relativ viele Nachkommen zeugen, berichten die Forscher.

Quelle: Behavioral Ecology and Sociobiology

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