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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft14.06.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Die Hälfte aller Ebola-Ausbrüche bleibt unentdeckt +++ Aufgrund der Ebola-Epidemie in Zentralafrika berät die WHO über die Ausrufung einer internationalen Notlage +++ Die NASA widmet den "Unerkannten Heldinnen" eine Straße +++ Eine Mutation hat Mandeln süß und genießbar gemacht +++ Ein Patient ist nach einer Stuhltransplantation gestorben +++ Schwebfliegen erfüllen eine Schlüsselrolle als Bestäuber und Schädlingsbekämpfer

Von Lennart Pyritz

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Die Hälfte aller Ebola-Ausbrüche bleibt unentdeckt

Diese Zahl hat ein Forschungsteam der Universität Cambridge rekonstruiert. Demnach sind die übersehenen Fälle kleine Ausbrüche oder Virus-Übertragungen, die oft weniger als fünf Menschen betreffen, lokal behandelt und nicht vom öffentlichen Gesundheitssystem erfasst werden. Die Studie zeige, dass die Früherkennung und schnelle Reaktion auf Krankheiten wie Ebola verbessert werden müsse, um Risiken für die öffentliche Gesundheit einzudämmen. Die Studie erscheint im Fachblatt PLOS Neglected Tropical Diseases.

Die Wissenschaftler hatten drei Datensätze zum Ebola-Ausbruch in Westafrika zwischen 2013 und 2016 analysiert. Auf Grundlage der Übertragungseigenschaften des Ebola-Virus simulierten sie Ausbruchszahlen und verglichen sie mit den tatsächlich vermerkten. Das Fazit: Mindestens 50 Prozent der Fälle wurden nicht erfasst, was mehr als 100 Patienten betreffen könnte.

Der erste bekannte Ebola-Ausbruch ereignete sich im Jahr 1976 in der Demokratischen Republik Kongo.

Quelle: PLOS Neglected Tropical Diseases


Aufgrund der Ebola-Epidemie in Zentralafrika berät die WHO über die Ausrufung einer internationalen Notlage

Hintergrund ist, dass die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo auf das Nachbarland Uganda übergegriffen hat. Im Westen Ugandas wurden bis Donnerstag drei Ebola-Fälle registriert, zwei Menschen starben. Sollte die Weltgesundheits-Organisation eine Notlage von internationaler Tragweite ausrufen, brächte das Empfehlungen für schärfere Maßnahmen mit sich. Dazu können mehr Grenzkontrollen, das Einrichten von Behandlungszentren oder das vorsorgliche Impfen weiterer Hilfskräfte zählen.

Die Entscheidung der WHO wird für heute Abend ab 18:30 Uhr erwartet.

Für Länder fernab der Krisenregion hätte das zunächst keine Auswirkungen. Je nach Entwicklung könnten aber Empfehlungen für Reisende in die Region folgen.

Vor etwa einem Jahr war Ebola in der Demokratischen Republik Kongo ausgebrochen. Etwa 1.400 Menschen sind dort bislang an der Viruserkrankung gestorben. Bewaffnete Konflikte erschweren die Eindämmung der Epidemie.

Quelle: DPA, AFPD, WHO


Die NASA widmet den "Unerkannten Heldinnen" eine Straße

Das Schild mit der Aufschrift "Hidden Figures Way" wurde am Mittwoch an einer Straße vor dem Hauptquartier in Washington enthüllt. Es soll an die drei afroamerikanischen Mathematikerinnen Katherine Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson erinnern. Sie hatten in den 1940er bis 1960er Jahren an den NASA-Plänen zur Eroberung des Weltraums mitgewirkt, wurden aber vor der Öffentlichkeit verborgen.

Die drei Wissenschaftlerinnen waren maßgeblich an den Forschungen zur Vorbereitung von Raumflügen beteiligt, mit denen die USA schließlich die bemannte Mondlandung bewerkstelligten. Damals herrschte in den USA noch Rassentrennung, zum Beispiel mit getrennten Schulen, Toiletten und Restaurants für hell- und dunkelhäutige Menschen.

Einzige noch lebende Vertreterin der jetzt geehrten Mathematikerinnen ist Katherine Johnson. Sie ist inzwischen 100 Jahre alt.

Quelle: AFPD, NASA


Eine Mutation hat Mandeln süß und genießbar gemacht

Die wilden Vorfahren heutiger, domestizierter Mandelbäume hatten bittere Samen, die das Pflanzengift Amygdalin ansammelten. Die Kultivierung der Pflanzen begann vermutlich im Nahen Osten vor mehreren Tausend Jahren, indem Pflanzen mit süßen Samen selektiert wurden. Jetzt hat ein Forschungsteam das komplette Erbgut der Pflanze untersucht und ermittelt, was die Mandeln genießbar macht. Demnach verhindert eine Punktmutation in der DNA eines bestimmten Proteins bei den domestizierten Mandeln die Produktion des Giftstoffes Amygdalin. Die Studie erscheint im Fachblatt Science.

Mandelbäume gehören zur Familie der Rosengewächse und sind heute von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Die Samen werden als Nahrungsmittel und für kosmetische Zwecke genutzt.

Quelle: Science


Ein Patient ist nach einer Stuhltransplantation gestorben

Über den Fall berichtet die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der USA, kurz FDA. Offenbar wurden zwei immungeschwächte Patienten durch eine Stuhltransplantation im Rahmen einer klinischen Studie mit multiresistenten Erregern infiziert. Einer von ihnen starb später. Die FDA warnt daher mit dem Verfahren befasste Mediziner vor dem Risiko ernsthafter Infektionen und fordert die Anwendung einer Reihe von Testverfahren, um die Unbedenklichkeit von Stuhlproben zu gewährleisten.

Stuhltransplantationen sind von der FDA nicht für den allgemeinen Einsatz genehmigt. Die Behörde bewertet aber die Chancen und Risiken des Therapieansatzes im Rahmen klinischer Studien.

Stuhltransplantationen werden zum Beispiel bei Infektionen mit dem Bakterium Clostridium difficile eingesetzt, wenn keine anderen Therapien mehr anschlagen.

Quelle: FDA


Schwebfliegen erfüllen eine Schlüsselrolle als Bestäuber und Schädlingsbekämpfer

Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forschungsteam im Fachmagazin Current Biology. Die Wissenschaftler hatten die Wanderbewegungen zweier Schwebfliegen-Arten mit Hilfe von Radar-Daten über zehn Jahre untersucht. Dabei zeigte sich, dass bis zu vier Milliarden der Tiere pro Jahr in Großbritannien ein- und auswandern. Im Gegensatz zu den Beständen vieler anderer Insektenarten blieb die Schwebfliegen-Population im Untersuchungszeitraum stabil. Das Fazit der Autoren: Schwebfliegen bestäuben zuverlässig Milliarden von Pflanzen. Zudem würden ihre Larven Billionen von Blattläusen vertilgen, von denen viele als Pflanzenschädlinge gelten.

Zu den untersuchten Spezies gehört die Hainschwebfliege. Die Insekten erreichen Großbritannien im Frühjahr. Im Herbst ziehen deren Nachkommen wiederum gen Süden.

Schwebfliegen gelten als die zweitwichtigsten Bestäuber nach Bienen. In dieser Funktion sind sie besonders wichtig für Wildblumen und Kreuzblütler.

Darüber hinaus stellen Schwebfliegen eine wichtige Nahrungsquelle für andere Tiere dar, zum Beispiel Vögel.

Quelle: Current Biology

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