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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft17.06.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Gelähmte steuern Rollstühle mit Gedankenkraft +++ Blutdruck-Mittel könnte bei Alzheimer helfen +++ Erfolge im Kampf gegen Wilderer +++ Nanopartikel könnten Krebsdiagnosen beschleunigen +++ Neue Karte des Gehirns +++ Sieben Versuchsaffen gestorben

Von Piotr Heller

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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An der Bochumer Uniklinik steuern Gelähmte ihre Rollstühle mit Gedankenkraft

Erste Ergebnisse des Projekts, an dem auch die Technische Hochschule Lausanne mitarbeitet, wurden heute vorgestellt. Demnach waren vier von zehn Patienten in der Lage, ihren Rollstuhl über einen Hindernisparcours zu manövrieren. Zuvor hatten sie ein mehrwöchiges Training absolviert.

Die Patienten lenken mit Hilfe von Elektrodenkappen auf dem Kopf. Diese Kappen messen die Hirnströme, ein Computer übersetzt sie in Kommandos an die elektrischen Rollstühle. Diese Art der Steuerung erfordert sehr hohe Konzentration seitens der Patienten. Bis die Technologie im Alltag gelähmter Menschen ankommen wird, sei es noch ein langer Weg, sagten die Forscher.

Quelle: dpa, epd


Ein Mittel gegen hohen Blutdruck könnte auch bei Alzheimer helfen

Ein internationales Team aus Medizinern hat 22 Alzheimer-Patienten ein bereits zugelassenes blutdrucksenkendes Mittel verabreicht. Bei diesen Patienten verbesserte sich daraufhin die Durchblutung im Hippocampus, einer Hirnregion, die für das Lernen und das Gedächtnis eine entscheidende Rolle spielt. Andere Areale des Gehirns waren von der Behandlung nicht betroffen.

Die Arbeit zeigt, dass die für Alzheimer typische Minderung des Blutflusses in manchen Hirnregionen abgewendet werden kann. Was das den Patienten aber letztendlich gesundheitlich bringt, das müsste erst in weiteren Studien untersucht werden, resümieren die Forscher im Fachblatt .

Quelle: Hypertension


Ein Naturschutzgebiet in Mosambik meldet Erfolge im Kampf gegen Wilderer


In dem Reservat im Norden des Landes sind seit einem Jahr keine Elefanten mehr Wilderern zum Opfer gefallen. Das Gebiet ist etwas größer als die Schweiz. Aktuellen Schätzungen zufolge, sollen dort an die 4000 Elefanten leben. Laut der Nachrichtenagentur Associated Press war diese Zahl vor Jahren noch drei Mal so hoch und begann dann durch die Wilderei zu sinken.

Tierschützer führen die aktuellen Erfolge im Kampf gegen Wilderer auf eine Überwachung der Gegend aus der Luft und eine spezielle Eingreiftruppe der Polizei zurück. Die Einheit ist besser bewaffnet als die Ranger in dem Park.

Quelle: AP


Nanopartikel könnten Krebsdiagnosen beschleunigen

Ein Team aus dem Iran, den USA und Italien hat die Partikel entwickelt und einen Sensor daraus gebaut. Gibt man das Blut eines Patienten auf den Sensor, dann bleiben biologische Moleküle an den Partikeln hängen.

Die Forscher testeten den Sensor mit dem Blut von fünf Lungenkrebs-Patienten. Sie litten alle an unterschiedlichen Formen der Krankheit. Die Wissenschaftler konnten die verschiedenen Krebs-Arten allein anhand der Zusammensetzung der Biomoleküle auf den Nanopartikeln unterscheiden, wie sie im Magazin Nanoscale Horizons darlegen. In einem weiteren Versuch konnten sie zeigen, dass man mit der Methode Krebs relativ früh erkennen und somit besser therapieren könnte. Dafür müsste das System seine Genauigkeit jedoch an mehr Patienten unter Beweis stellen.

Quelle: Nanoscale Horizons


Eine neue Karte des Gehirns ist auf ein Zehntel Millimeter genau

Forscher aus den USA haben dieses dreidimensionale Gehirn-Modell mit Hilfe eines Kollegen von der Berliner Charité erstellt. Dazu entnahmen sie einer verstorbenen Frau das Gehirn und konservierten es in Formalin. Dann steckten sie das Organ in einen selbst konstruierten Magnetresonanztomographen und scannten es 100 Stunden lang.

Das vorläufige Ergebnis – ein Modell des menschlichen Hirns mit einer Auflösung von einem Zehntel Millimeter – haben sie anderen Wissenschaftlern zur Erforschung bereitgestellt. Es ist das erste vollständige Modell dieser Art mit einer so hohen Auflösung. Zwar gibt es noch genauere Studien menschlicher Gehirne, die beschränken sich aber auf Ausschnitte oder sind durch Verzerrungen oder Risse verfälscht, die bei der Bearbeitung des Gewebes entstanden sind.

Quelle: Vorläufige Veröffentlichung bei Biorxiv


In den USA sind sieben Versuchsaffen gestorben

Es handelte sich um nur wenige Wochen alte Rhesusaffen. Ihre Mütter waren an der University of California in Davis mit Farbe markiert worden. Diese Farbe hat anscheinend eine allergische Reaktion bei den Jungen ausgelöst, wie die britische Zeitung The Guardian berichtet. Die Tiere starben daraufhin oder mussten eingeschläfert werden. Als Reaktion darauf sollen US-Behörden dem Labor strengere Vorsichtsmaßnahmen bei der Markierung von Affen auferlegt haben.

Die Universität hält etwa 4200 Primaten zu Versuchszwecken. Bei den meisten handelt es sich um Rhesusaffen. Sie dienen unter anderem der Erforschung von Krankheitserregen wie HIV oder Zika. Die Einrichtung in Davis hat in der Vergangenheit immer wieder negative Schlagzeilen gemacht. Im März 2016 brach sich ein Affe laut der Zeitung beide Beine, nachdem er durch eine ungesicherte Tür entkommen war. Etwas später habe sich ein ähnlicher Unfall ereignet. 2004 pumpte ein fehlerhaftes Lüftungssystem heiße Luft in einen Raum mit acht Affen. Sieben von ihnen starben daraufhin an Überhitzung.

Quelle: The Guardian

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